|
München/Wien/Genf (dpa) - Nach
verheerenden Überschwemmungen im Ostbayern hat sich die Lage in den
Hochwassergebieten in der Nacht zum Samstag entspannt. An Donau und Isar
konnten vielerorts sinkende Pegelstände verzeichnet werden. Entwarnung wurde
jedoch nicht gegeben. Weite Landstriche gleichen noch immer einer Seenplatte.
Vor allem im Landkreis Erding an der Isar blieb die Situation angespannt.
Dort arbeiteten Helfer weiter unermüdlich daran, aufgeweichte Dämme zu
sichern. Akute Gefahr eines Dammbruchs besteht nach Polizeiangaben aber
nicht. In Landshut, wo aufgestiegenes Grundwasser hunderte Keller überflutet
hatte, schien die Gefahr gebannt: Die Lage entspannt sich zusehend. Wir
erwarten, dass der Isarpegel in den frühen Morgenstunden merklich fallen
wird", sagte ein Sprecher des Landeswirtschaftsamts.
In
der Drei-Flüsse-Stadt Passau blieben die Wasserstände von Donau und Inn
konstant. Beim Eintreffen des Donau-Hochwassers in der Nacht hatte sich die
Scheitelwelle bereits verflacht, sagte ein Stadtsprecher. Ein erneuter
Anstieg des Wassers blieb deshalb aus. Der Pegelstand der Donau lag mit 8,50
Meter mehr als zwei Meter unter dem Wert des Augusthochwassers 2002.
Auch in anderen Donaustädten konnten die Einsatzkräfte aufatmen: Die Lage
ist entspannt, die Pegel sinken", teilte ein Polizeisprecher in Regensburg
mit. In Straubing war bereits am Freitagnachmittag der Höchststand der Donau
mit 6,50 Metern erreicht worden. Die Nacht über wurden die Dämme weiter
kontrolliert. Im Kloster Weltenburg bei Kelheim konnten Mönche und Helfer
nur mit vereinten Kräften ein Eindringen des Hochwassers in die berühmte
Klosterkirche verhindern.
In
Österreich wuchs nach neuen Regenfällen die Angst vor Erdrutschen und
Murenabgängen. In den Bundesländern Tirol, Vorarlberg und Steiermark gingen
die Aufräumarbeiten weiter. Die Überschwemmungen haben dort nach ersten
Schätzungen Schäden in Höhe von mehreren 100 Millionen Euro verursacht. In
den Hochwassergebieten der Schweiz entspannte sich die Lage trotz neuer
Regenfälle. Die Schäden wurden auf mehr als eine Milliarde Franken (über 650
Millionen Euro) beziffert.
Mindestens elf Menschen - vier in Österreich, sechs in der Schweiz und ein
Mann in Bayern - kamen durch das Hochwasser ums Leben.
Bundesinnenminister Otto Schily (SPD)forderte eine Katastrophen- Zentrale
auf Bundesebene. In Oberbayern funktionierte die Hilfe gut", sagte er dem
Münchner Merkur" (Samstag). Bei größeren Hochwasser-Katastrophen habe es in
der Vergangenheit aber immer wieder an der Koordination gehapert. |