03 December, 2008

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Flutkatastrophe Europa

München/Wien/Genf (dpa) - Nach verheerenden Überschwemmungen im Ostbayern hat sich die Lage in den Hochwassergebieten in der Nacht zum Samstag entspannt. An Donau und Isar konnten vielerorts sinkende Pegelstände verzeichnet werden. Entwarnung wurde jedoch nicht gegeben. Weite Landstriche gleichen noch immer einer Seenplatte.

Vor allem im Landkreis Erding an der Isar blieb die Situation angespannt. Dort arbeiteten Helfer weiter unermüdlich daran, aufgeweichte Dämme zu sichern. Akute Gefahr eines Dammbruchs besteht nach Polizeiangaben aber nicht. In Landshut, wo aufgestiegenes Grundwasser hunderte Keller überflutet hatte, schien die Gefahr gebannt: Die Lage entspannt sich zusehend. Wir erwarten, dass der Isarpegel in den frühen Morgenstunden merklich fallen wird", sagte ein Sprecher des Landeswirtschaftsamts.

In der Drei-Flüsse-Stadt Passau blieben die Wasserstände von Donau und Inn konstant. Beim Eintreffen des Donau-Hochwassers in der Nacht hatte sich die Scheitelwelle bereits verflacht, sagte ein Stadtsprecher. Ein erneuter Anstieg des Wassers blieb deshalb aus. Der Pegelstand der Donau lag mit 8,50 Meter mehr als zwei Meter unter dem Wert des Augusthochwassers 2002.

Auch in anderen Donaustädten konnten die Einsatzkräfte aufatmen: Die Lage ist entspannt, die Pegel sinken", teilte ein Polizeisprecher in Regensburg mit. In Straubing war bereits am Freitagnachmittag der Höchststand der Donau mit 6,50 Metern erreicht worden. Die Nacht über wurden die Dämme weiter kontrolliert. Im Kloster Weltenburg bei Kelheim konnten Mönche und Helfer nur mit vereinten Kräften ein Eindringen des Hochwassers in die berühmte Klosterkirche verhindern.

In Österreich wuchs nach neuen Regenfällen die Angst vor Erdrutschen und Murenabgängen. In den Bundesländern Tirol, Vorarlberg und Steiermark gingen die Aufräumarbeiten weiter. Die Überschwemmungen haben dort nach ersten Schätzungen Schäden in Höhe von mehreren 100 Millionen Euro verursacht. In den Hochwassergebieten der Schweiz entspannte sich die Lage trotz neuer Regenfälle. Die Schäden wurden auf mehr als eine Milliarde Franken (über 650 Millionen Euro) beziffert.

Mindestens elf Menschen - vier in Österreich, sechs in der Schweiz und ein Mann in Bayern - kamen durch das Hochwasser ums Leben.

Bundesinnenminister Otto Schily (SPD)forderte eine Katastrophen- Zentrale auf Bundesebene. In Oberbayern funktionierte die Hilfe gut", sagte er dem Münchner Merkur" (Samstag). Bei größeren Hochwasser-Katastrophen habe es in der Vergangenheit aber immer wieder an der Koordination gehapert.

Schweiz ­ Hochwasser in der Berner Altstadt

 

 

Last modified on:01/14/2008

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