19 August, 2008

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Everglades Nationalpark lockt mit großer Artenvielfalt

Auch der Alligator ist in den Everglades heimisch. (Bild: Visit Florida/dpa/gms) © dpa

Miami (dpa/gms) - Alligator im Garten" - immer wieder gibt es in Miami Meldungen wie diese. Eigentlich sind aber die Menschen in den Lebensraum der Tiere eingedrungen.

Vor allem an der Ostküste des US-Bundesstaats Florida haben die einstigen Everglades nur wenig Platz. Die Everglades sind die größte subtropische Wildnis in den USA. Sie bedecken rund ein Sechstel Floridas. Fluss aus Gras" wird die Landschaft auch genannt, denn das Gebiet ist ein Fluss, der vom Lake Okeechobee bis an die Südspitze der Halbinsel reicht. Das Wasser ist oft nur wenige Zentimeter tief. Selbst an der tiefsten Stelle sind es nur etwa 90 Zentimeter. Der höchste Punkt der Everglades liegt lediglich 2,4 Meter über dem Meeresspiegel. Es scheint, als würde das Wasser stehen. Tatsächlich aber fließt es mit einer Geschwindigkeit von nur wenigen hundert Metern am Tag in Richtung Meer. Neben Alligatoren leben in der Sumpflandschaft auch seltene Tierarten. Äußerst selten sieht man den Florida-Panther durch die Graslandschaft streifen. Es gibt schätzungsweise nur noch 100 Exemplare dieser nachtaktiven Tiere. Auch das Amerikanische Krokodil kommt nicht mehr häufig vor. Dafür entdeckt man in Bäumen und Sträuchern Flamingos, Pelikane, Kormorane und Waldstörche. Viele andere Vögel machen in den Everglades Halt. Die Landschaft liegt auf der Zugvogelroute von Süd- nach Nordamerika. Außerdem leben Schildkröten, Schlangen, Schmetterlinge, Rehe und unendlich viele Mücken in dieser riesigen Sumpflandschaft. Im Küstenbereich und an Flussmündungen schwimmen Seekühe. Sie ernähren sich ausschließlich von Pflanzen.

Bei der Fahrt von Miami entlang des Tamiami Trails nach Westen fallen vor allem die Mangrovenwälder auf. Mangroven profitieren von der nährstoffreichen Mischung aus Süß- und Salzwasser an den Küsten. Lange wurden die für die Küstenregion so typischen Wälder abgeholzt. Erst spät erkannte man ihre wichtige Funktion für den natürlichen Kreislauf in den Glades": Die abfallenden Blätter der Mangroven dienen als Nahrung für Mikroorganismen. Diese sind Futter für Fische und Krebse - und Fische und Krebse werden von Vögeln gefressen. Außerdem wachsen in den Everglades farbenprächtige Orchideen, Pinien, Palmen und Sumpfzypressen.

Seit 1947 ist ein Teil der Everglades Nationalpark und damit geschützt. Es gibt mehrere Besucherparks wie das Shark Valley Visitor Center, in denen Touristen über Holzstege und Pfade durch die Landschaft schlendern oder mit einer Tram 25 Kilometer auf der asphaltierten Parkstraße zu einem Aussichtsturm fahren können. In einigen Zentren werden auch Fahrräder verliehen, so dass Besucher auf eigene Faust durch den Nationalpark fahren können.

In den Swamps von Florida sind Alligatoren oft zu sehen. Die Tiere sind nicht hinter Zäunen weggesperrt, sondern können sich frei bewegen. Vor allem im Winter liegen deshalb oft Alligatoren zum Sonnen am Wegesrand. Das sei aber nicht gefährlich, versichern die Ranger. Alligatoren scheuen den Kontakt zu Menschen." Besucher werden aber ermahnt, Abstand zu allen Wildtieren zu halten, sie nicht anzufassen und auch nicht zu füttern.

Außerhalb des geschützten Nationalparks gibt es Vergnügungsparks, in denen Alligator-Shows und Propeller-Boot-Touren durch die Everglades angeboten werden.

Im Nationalpark selbst sind diese lauten Entdeckungsfahrten dagegen nicht gestattet. Pflanzen und Tiere würden zu sehr darunter leiden. Inzwischen wissen Behörden um die Bedeutung der Everglades. Deshalb gibt es jetzt ein langfristig angelegtes Projekt, um die Zerstörung dieser einmaligen Sumpf-Landschaft aufzuhalten und sie vor dem Austrocknen zu bewahren. Umgerechnet insgesamt rund 6,1 Milliarden Euro werden investiert, damit die Everglades wieder im natürlichen Rhythmus der Jahreszeiten überflutet werden können und weiterhin Lebensraum für viele Tiere bieten.

 

 

Last modified on:07/07/2008

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