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Amiens (dpa) - Deutschlands
Eishockey-Cracks haben die Abstiegs- Schmach getilgt und sind nach
einjähriger Abstinenz wieder erstklassig. Mit dem souveränen 5:0 (2:0, 3:0,
0:0) über Gastgeber Frankreich sicherte sich das Team von Bundestrainer Uwe
Krupp am Sonntag in Amiens ohne Punktverlust den Turniersieg bei der B-
Weltmeisterschaft und machte den sofortigen Wiederaufstieg in die Weltgruppe
perfekt. Für den 40-jährigen Krupp Anlass, ernsthaft über eine Verlängerung
seines Vertrages nachzudenken. Ich bin sehr stolz auf meine Mannschaft. Die
Spieler haben sehr große Stärke bewiesen, obwohl sie noch jung sind", sagte
Krupp.
Bevor er sich aber endgültig für den Deutschen Eishockey-Bund (DEB)
entscheidet, will sich Krupp mit seiner in Atlanta lebenden Familie beraten.
DEB-Präsident Hans-Ulrich Esken will ihn langfristig an den Verband binden.
In der anderen Gruppe in Tallinn hatte sich bereits am Samstag Österreich
durchgesetzt, das bei der WM im eigenen Land vor einem Jahr gemeinsam mit
dem DEB-Team abgestiegen war. Beide gehören 2007 bei der Weltmeisterschaft
in Russland wieder zu den besten 16.
Es
war ein echter Erfolg mit vielen jungen Spielern, es wurde zuletzt immer
schwieriger, wir mussten konzentriert bleiben", erklärte ein erleichterter
Sascha Goc, der mit sechs Toren und fünf Vorlagen Top-Scorer der B-WM wurde.
Einen Grund für den neuen Schwung hat Goc im neuen Konkurrenzkampf im Team
ausgemacht: Es ist jetzt in der Nationalmannschaft wie in Nordamerika,
niemand hat seinen Platz sicher. Da musst du immer nur dein Bestes geben."
DEB-Vizepräsident Bodo Lauterjung war erleichtert: Wir haben in Österreich
im letzten Jahr das Gegenteil erlebt. Jetzt ist die Scharte ausgewetzt."
Einer der Routiniers wird bei der nächsten A-WM aber nicht mehr dabei sein:
Kapitän Stefan Ustorf verkündete nach 122 Länderspielen seinen Rücktritt.
Einen Tag nach dem zweimaligen Rückstand beim zwei Drittel lang umkämpften
6:2-Erfolg über Ungarn sorgte einmal mehr Goc für frühzeitige Beruhigung auf
der deutschen Bank und unter den 1000 deutschen Fans im mit 3500 Zuschauern
ausverkauften Coliseum. Der Verteidiger der Hannover Scorpions traf mit
einem Doppelschlag in der 10. und 12. Minute zum 2:0. Zunächst sauste ein
Schlenzer des Turnier-Topscorers bei deutscher Überzahl unter die Latte,
dann fand ein harter Schlagschuss den Weg in den Torwinkel.
Verteidiger Martin Ancicka (28.) von Zweitligist Regensburg, Alexander Barta
(34.) und NHL-Torjäger Marco Sturm (37.) nahmen den Franzosen im zweiten
Drittel mit ihren Toren die letzte, kleine Chance auf den Sieg, den die
Blauen" zum Aufstieg gebraucht hätten. Auf eine Defensivtaktik hatte sich
Krupp nach bisher vier Erfolgen nicht einlassen wollen. Jeder Spieler geht
mit 100 Prozent rein,um das Spiel zu gewinnen", kündigte der seit Dezember
amtierende Nachfolger des glücklosen Greg Poss vor der Begegnung an, in der
seine konzentrierten Schützlinge ihre beste Turnierleistung boten.
In
der sehr intensiv geführten, aber keineswegs unfairen Partie hätte das
deutsche Team schon vor der ersten Pause alles klar machen können. Doch bei
Kontern scheiterten Ustorf (15.) und Sturm an Schlussmann Fabrice Lhenry
(20.). Die Franzosen mussten wegen der NHL-Playoffs auf Startorhüter
Cristobal Huet aus Montréal verzichten.
Auf der anderen Seite musste aber auch der Krefelder Robert Müller zunächst
öfter retten als bei seinen bisherigen Einsätzen. Doch zu Beginn des zweiten
Drittels erhöhte Krupps Mannschaft noch einmal das Tempo. Nachdem Ancicka
und Alexander Barta freistehend trafen, schloss Sturm bei 5:3-Überzahl eine
herrliche Kombination ab. Zu diesem Zeitpunkt war jedoch schon alles
entschieden, auch wenn die Hausherren bis zur Schlusssirene unverdrossen
kämpften. |