30 June, 2008

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Edelweiss-Club Grand Rapids feiert 24. Auflage des Germanfests

Grand Rapids - Ein stimmungsvolles Oktoberfest muss nicht zwingend im Oktober und auch nicht unbedingt in München stattfinden. Das hat der Edelweiss-Club aus Grand Rapids am vergangenen Wochenende wieder eindrucksvoll bewiesen. Zum 24. Mal, seit der Gründung im Jahr 1981, veranstaltete der Club gemeinsam mit der Stadt am 23. und 24. Juli das Germanfest" und lockte damit auch dieses Jahr an beiden Tagen zahlreiche deutsche und internationale Gäste auf die Calder Plaza in Downtown Grand Rapids. Unsere Mitglieder und die Stadt haben hervorragende Unterstützung geleistet", freute sich Club-Präsident Ronald VanderTill.

In der Tat hatte der Edelweiss-Club wieder eine Miniatur des großen Münchner Vorbildes auf die Calder-Plaza gezaubert. Im großen Bierzelt prangte das altbekannte Motto Ein Prosit der Gemütlichkeit", und die vielen Besucher hatten sichtbar viel Freude an dem Gerstensaft aus deutscher Produktion. Auf dem Speiseplan standen Bratwurst und Sauerkraut und im sogenannten Activity-Zelt" zeigte Chefkoch Oliver interessierten Gästen die Zubereitung einiger deutscher Spezialitäten wie Krautschupfnudeln. Bezahlen konnte man Speis und Trank zum ersten Mal mit einer extra für das Germanfest" hergestellten Währung. Die 40 000 Plastik-Euros hatte Bernie Siehling eigenhändig ausgestanzt. Wir hatten schon so lange darüber geredet, da hab ich dieses Jahr gedacht, jetzt mach ich es selber", erklärte Siehling, der als Präsident zehn Jahre lang die Geschicke des Clubs geleitet hatte.

Neben dem leiblichen Wohl wurde aber auch Nahrung für den Geist geboten. Wilhelm Seeger, Ph.D., Club-Mitglied seit den Anfangstagen und emeritierter Professor für Germanistik an der Grand Valley State University, hielt am Samstag einen Vortrag über deutsche Spuren in Grand Rapids und verband seine Ausführungen gleich noch mit ein paar Sprachübungen. Dabei hätte Seeger eigentlich Grund genug gehabt, der deutschen Sprache für immer den Rücken zu kehren. Obwohl in Michigan geboren, konnte er bis zum Eintritt in die Grundschule kein Englisch. Das war im Jahr 1942, und damals hatte Deutsch als Feindsprache" wahrhaftig keinen guten Klang. Seeger blieb seinen Wurzeln und der deutschen Sprache aber trotzdem treu, heiratete mit seiner Frau Mary eine ebenfalls promovierte Germanistin und reist immer noch mehrmals im Jahr nach Deutschland. Meine Lieblingsplätze sind Ettal bei Oberammergau, Ettmannstal und das Schloss Hornberg direkt am Neckar", erzählte Seeger, und der nächste Trip zu einem der Lieblingsziele steht auch schon im Herbst an.

Auf der Showbühne wechselten sich an beiden Tagen die Attraktionen ab. Der Edelweiss-Club schickte sowohl seinen Chor als auch seine Tanzgruppe mehrmals ins Geschehen. Zahlreiche Musikgruppen wie die Ein Prosit-Band" aus Kalamazoo oder das Grand Rapids Accordion Ensemble rundeten das Programm ab. Das Wetter war aber leider nicht mehr geeignet, um dem Fest einen runden Abschluss zu bescheren. Am Samstag-Abend zogen dunkle Wolken über der Calder-Plaza auf, und viele Besucher verließen das Fest vorzeitig. In dieser Hinsicht ist das echte Oktoberfest wohl unschlagbar. Auch wenn das Wetter dort mal schlecht sein sollte, die Leute bleiben trotzdem sitzen. Schließlich kriegt man sonst ja auch keinen Platz mehr.

Timm Herre

 

 

Last modified on:01/14/2008

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