26 August, 2008

153rd YEAR - THE AMERICAN NEWSPAPER WRITTEN IN THE GERMAN LANGUAGE

Stand vom Montag

1 US $ = 0,6822  Euro

1 Euro = 1,4658 US $

Contact Us

Home/Start

Store

Newsstands

 

Sections

Ads/Anzeigen

Archives/Archiv

National Ad Rates

 

Deutsche

Churches/Kirchen

Clubs/Vereine

Radiostationen

 

Fußball

WM 2006

Links

 

Services

Internship/Praktikum

Subscribe

Purchase 150th Anniversary Issue

Address Change

 

 

Der Durst des Drachen wächst: China sucht weltweit nach Ölreserven

Von Andreas Landwehr

Peking (dpa) - Die vereinbarte Übernahme des internationalen Ölunternehmens PetroKazakhstan ist ein Durchbruch in der Strategie Chinas, sich weltweit Ölreserven zu sichern. Chinesische Zeitungen feierten den Sieg" gegen die Konkurrenz aus Indien, das ebenfalls nach Energiequellen suchen muss. Während das Milliardenvolk vom Fahrrad auf Autos umsteigt, wächst der Durst des chinesischen Drachen: Keine andere große Wirtschaft der Erde entwickelt sich so schnell. Bis 2020 soll sich das Bruttoinlandsprodukt des bevölkerungsreichsten Landes der Erde vervierfachen. Der Ölverbrauch von heute 6,68 Millionen Barrel am Tag soll sich in zwei Jahrzehnten auf 13 Millionen verdoppeln.

Die starke Energienachfrage aus China ist einer der Faktoren hinter dem massiven Anstieg der Ölpreise weltweit. In den vergangenen drei Jahren trug die Volksrepublik zu mehr als der Hälfte der zusätzlichen Nachfrage bei. Seit China 1993 erstmals weniger Öl förderte als es verbrauchte, muss sich das Riesenreich im Ausland umschauen. Der Fünfjahresplan gibt die Marschrichtung vor: Mehr internationale Kooperation zur Erschließung von Ölreserven vor allem mit Russland, im Nahen Osten, Nordafrika und Südamerika. Chinesische Ölarbeiter und Manager sind heute im Sudan und in Iran genauso wie in Kasachstan oder auch in Kanada, Venezuela oder Indonesien zu finden.

China muss 40 Prozent seines Ölbedarfs importieren, will aber nicht nur auf dem Weltmarkt kaufen, sondern sich Ressourcen sichern. Ich kann nicht sagen, dass wir eine umfassende Strategie haben. Es hängt eher alles davon ab, für welches Unternehmen wir ein Angebot machen können", sagte Shan Weiguo vom Forschungsinstitut der China National Petroleum Corporation (CNPC). Mit PetroKazakhstan für 4,18 Milliarden US-Dollar ist CNPC nun die bislang größte Übernahme eines ausländischen Unternehmens durch einen chinesischen Konzern gelungen.

Tief sitzt die Angst vor einer Abhängigkeit von Versorgungswegen und Quellen, die von der Supermacht USA kontrolliert werden könnten. Genauso gibt es Misstrauen in den USA gegenüber den Expansionsplänen der Chinesen. Dabei machen die gesamten chinesischen Reserven im Ausland bislang gerade mal ein Zehntel von dem aus, was etwa ein multinationaler Ölkonzern wie BP kontrolliert. Doch politischer Widerstand in den USA ließ erst vor drei Wochen die Übernahme des US- Energiekonzerns Unocal durch den staatlichen chinesischen Ölriesen CNOOC trotz des besseren Angebots scheitern.

Meist stößt China da vor, wo die USA wenig Einfluss haben, was auch politisch Probleme aufwirft. Chinas größte Kooperation läuft mit Sudan, dessen Regierung wegen schwerer Menschenrechtsverlet-zungen angeklagt ist, aber im UN-Sicherheitsrat auf China setzt. Ähnlich Iran, dessen Nuklearaktivitä---ten Misstrauen erwecken. China schloss im Oktober 2004 mit Iran ein 25 Jahre laufendes Rahmenabkommen über Öl- und Gaslieferungen im Wert von 70 bis 200 Milliarden US-Dollar.

Nicht zufällig tourt auch Venezuelas Ölminister Rafael Ramirez diese Woche durch China. Angesichts der Spannungen mit Washington will das lateinamerikanische Land seine Abhängigkeit von Lieferungen in die USA reduzieren. Das weltweit fünftgrößte Ölförderland lieferte 2004 erst 12300 Barrel am Tag nach China - doch bis 2012 sollen es 300000 werden. Konfliktträchtig sind auch umstrittene Ansprüche Chinas auf Ölvorkommen bei den Stratly Inseln im Südchinesischen Meer. Und im Ostchinesischen Meer droht der Territorialstreit mit Japan zu eskalieren, sobald japanische Unternehmen Probebohrungen beginnen.

In Zentralasien, wo die Präsenz der Amerikaner immer mehr auf politischen Widerstand stößt, passt der Kauf von PetroKazakhstan perfekt in Chinas wachsende Aktivitäten. Mit Kasachstan, wo das in Kanada gelistete Unternehmen 12 Prozent der Ölproduktion kontrolliert, baut China bereits für drei Milliarden US-Dollar eine Pipeline, deren erster Abschnitt nächstes Jahr in Betrieb gehen soll.

Eine Teilansicht des Liaohe Ölfelds in Panjin im Nordosten Chinas, Provinz Liaoning (Archivbild). Foto: Pan Song dpa

 

 

Last modified on:07/07/2008

GACCMI

           
About us Affiliations   Webmaster  

`

© 1996-2008 Nordamerikanische Wochen-Post. All rights reserved.