30 June, 2008

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Dramatik pur in Budapest: Schumacher holt Punkt

Jenson Button (r) jubelt auf dem Podest über seinen ersten Sieg in der Formel 1.

Budapest - Dramatik pur beim Großen Preis von Ungarn um die beiden Titelrivalen Michael Schumacher und Fernando Alonso: Erst kostete eine lockere Radmutter den klar führenden spanischen WM- Spitzenreiter den scheinbar sicheren Sieg.

Dann rollte der immer langsamer werdende Schumacher in der drittletzten Runde wegen einer gebrochenen Spurstange aus. Nach der Disqualifikation des Polen Robert Kubica gab es dann für den am Ende auf Platz acht gewerteten Ferrari-Star noch einen WM-Punkt. Damit kann der 37-Jährige in den letzten fünf Rennen wieder aus eigener Kraft Weltmeister werden.

Das ist bei dem Zusammenstoß mit Nick Heidfeld passiert", schilderte Schumacher die Schlüsselszene auf dem Hungaroring. Aber man kann ihm keinen Vorwurf machen." Der erste Grand-Prix-Sieg des britischen Honda-Piloten Jenson Button in seinem 113. Formel-1-Rennen ging angesichts der Dramatik eben so etwas unter wie Nick Heidfelds dritter Rang hinter McLaren-Mercedes-Mann Pedro de la Rosa.

Statt des greifbar nahen Podestplatzes blieb Schumacher am Ende nur ein mageres WM-Pünktchen, da der BMW des Polen Kubica später beim Wiegen als zu leicht befunden wurde. Nach dem ebenso spannenden wie verrückten Regen-Grand-Prix von Budapest liegt der Rekord-Weltmeister aus Kerpen vor der dreiwöchigen Sommerpause mit 90 Punkten nun zehn Zähler hinter Titelverteidiger Alonso (100). Das war eine Riesen- Möglichkeit, einen weiteren Batzen von Fernandos Vorsprung abzuknabbern", ärgerte sich Schumacher über die verpasste Chance.

Im Nachhinein ist man immer schlauer", räumte er ein, dass es im Hinblick auf den Titel klüger gewesen wäre, nach Alonsos Ausfall weniger zu riskieren und lieber sicher in die Punkte zu fahren. Ich hätte auf zwei, drei Positionen verzichten können. Aber im Rennen wird gekämpft bis zum Schluss." Der Mönchengladbacher BMW-Pilot Heidfeld schilderte die folgenschwere Kollision der beiden Deutschen so: Michael ist mir hinten reingefahren. Dabei ist wohl seine Aufhängung gebrochen." Genau so frustriert wie sein Leidensgenosse Schumacher reagierte Pechvogel Alonso: Das ist sehr ärgerlich. Es sah lange sehr gut aus. Ich brauche jetzt dringend eine Pause."

Schumacher sah mit seinen im Nassen chancenlosen Bridgestone-Reifen auf dem 4,381 km langen Hungaroring lange wie der klare Verlierer aus. Nach zuletzt drei Siegen in Serie rollte der Ferrari-Star Alonso bis zum Wetterwechsel weit hinterher. Als dieser in der 52. von 70 Runden völlig frustriert seinen Renault in der Auslaufzone abstellen musste, hatte Schumacher zunächst freie Fahrt. Die Antriebswelle war gebrochen", schilderte der tief enttäuschte Spanier. Das endgültige Aus bedeutete aber die sich lösende Radmutter am rechten Hinterreifen.

Die Verkehrssünder Schumacher und Alonso waren die bestimmenden Figuren beim 13. Saisonlauf. Obwohl sie wegen ihrer jeweiligen Zwei- Sekunden-Strafen nach Regelverstößen im Training nur von den Plätzen 11 bzw. 15 in dieses erste Regenrennen des Jahres gehen konnten, beherrschten sie das Geschehen bis zu ihren technischen Defekten nach Belieben. Während der 25-jährige Spanier auf Intermediates (All-Wetter-Reifen) die erste Hälfte klar dominierte, trumpfte der 37-jährige Ferrari-Star aus Kerpen danach auf Trockenreifen groß auf.

Button gewann nach 306,663 km in 1:52:20,941 Stunden mit 30,837 Sekunden Vorsprung vor de la Rosa. Das ist einfach ein tolles Gefühl", jubelte der Brite. Heidfeld lag 43,822 Sekunden hinter dem Überraschungssieger. Das ist ein fantastischer Tag für mich und BMW", sagte er zu seinem ersten Podiumsplatz der Saison. Ralf Schumacher (Kerpen) reichte es im Toyota zu Rang sechs. Für Nico Rosberg war das Rennen bereits nach 21 Runden vorbei: Der Williams- Pilot aus Wiesbaden musste seinen Wagen wegen technischen Defekts abstellen und blieb damit zum achten Mal in Folge ohne WM-Punkte.

Jubilar Raikkönen musste seinen Traum vom zehnten Sieg im 100. Grand Prix in der 27. von 70 Runden begraben: Der von der Pole-Position aus gestartete Finne torpedierte mit seinem McLaren-Mercedes im strömenden Regen beim Überholversuch den Italiener Tonio Liuzzi.

Schumacher und Alonso, die wie die meisten Piloten mit All-Wetter-Reifen losfuhren, erwischten auf der nassen Piste einen Blitzstart: Der Deutsche schoss in der 1. Runde vom 11. Startplatz auf Rang 4 vor, der Spanier machte sogar noch mehr Boden gut: Er katapultierte sich von Position 15 auf Platz 6. In der vierten Runde überholte Alonso dann mit einem mutigen Manöver Schumacher. Die zuletzt bei großer Hitze kaum konkurrenzfähigen Michelin-Reifen waren den Bridgestone im immer stärker werdenden Regen deutlich überlegen.

Wenig später attackierte Giancarlo Fisichella im zweiten Renault Schumacher wild. Zunächst konnte der sich noch erfolgreich wehren. In der 17. Runde zog der Italiener aber nach einem beinharten Rad-an- Rad-Duell vorbei. Dabei brach ein Teil des Ferrari-Frontflügels ab, so dass Schumacher früher als geplant an die Box musste. Er fuhr danach weiterhin wie auf Eiern chancenlos auf dem Berg-und-Tal-Kurs hinterher. Höchststrafe war die Überrundung (25. Runde) durch Alonso

 

 

Last modified on:01/14/2008

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