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Von Stefanie Schütte, dpa
Paris (dpa) - Frauen können im
kommenden Frühjahr aufatmen. Denn bei den aktuellen Pariser Prêt-à-porter-Schauen
entspannt sich die Mode.
Volumen heißt das Schlüsselthema der kommenden Saison: Weite Blusen zu
schmalen Hosen, Empire-Kleider, schwingende Röcke sowie lockere Mäntel in
Beige oder Creme vermitteln eine softe Weiblichkeit. Die Zeiten der
Chiffon-Tops zu knallengen Hüftjeans, die über dem Po beinahe platzen, sind
den französischen Designern zufolge bald vorbei. Dabei verzichten sie aber
nicht auf subtile Details in Anlehnung an impressioni-stische Gemälde (etwa
bei Rochas und Cacharel), zeitgenössische Kunst (Stella McCartney) oder den
Barock (Balenciaga).
Cool ging es bei Chanel zu: Coco meets James Dean" hatte Karl Lagerfeld
seiner Kollektion als Motto mitgegeben. Und so trafen Cowboy-Typen in Jeans
(bei Chanel laufen seit ein paar Saisons Männer bei der Damenschau mit) auf
hübsche Mädchen im taillierten weiß-schwarzen Tweedmantel mit großem Kragen
oder Edel-Girlies in Radlerhosen aus Spitze. Kostbar wirkten schwarze
Cocktailkleider mit aufwendigen Stoffblüten am Saum zu Stiefeletten.
Hingucker bei Chanel sind jedoch flatternde Seidenkleider mit leuchtenden
Mustern im Stil der Konstrukt-ivisten.
Alles fließt bei der schönen und zarten Kollektion von Akris-Designer Albert
Kriemler. Hautfarbene Plisseeröcke zu hauchdünnen Strickoberteilen,
halbtransparente Volantkleider und mehrlagige Entwürfe in schimmerndem Grau
umschmeicheln die Model-Körper. Sexy Hosenanzüge mit kleinen Jacken in
strahlendem Weiß und Wickelkleider im Kimono-Stil kommen hinzu.
Aquarellartig wirken die Farben und tragen zu dem sanften Eindruck der
vornehmen Gewänder bei.
Spannung herrschte vor der Schau von Céline, gab doch hier die Kroatin Ivana
Omazic ihren Einstand. Das Modehaus, das 1945 von der Französin Céline
Vipiana zunächst als Kinderschuhladen gegründet worden war, gilt zur Zeit
als glücklos. Nachdem der Amerikaner Michael Kors der Marke zu Kultstatus
verholfen hatte, klappte die Zusammenarbeit mit seinem Nachfolger Roberto
Menichetti nicht. Menichetti blieb nur ein Jahr.
Mit der bisher unbekannten Omazic soll alles anders werden. Die in Zagreb
geborene 32-Jährige hat vorher bei Miu Miu und Jil Sander gearbeitet. Und
sie stürzte sich bei Céline in die Arbeit, besuchte sogar die inzwischen
85-jährige Céline Vipiana, um sich deren modische Visionen erklären zu
lassen. Ein hübscher eleganter und doch lässiger Look" schwebte Omazic vor.
Und der gelang ihr ganz gut. Gefällige Blütenkleider in flammen-dem
Goldorange, plissierte Seiden-Entwürfe oder weiße Trenchcoats auf nackter
Haut: So einen Stil mögen kokette Pariserinnen. Dies alles wäre wenig
bemerkenswert, hätte Omazic nicht bei Prada das Spiel mit schrägen Elementen
gelernt. Sie setzt auf rote Socken, Doktor-Taschen und hochhackige Schuhe -
und auf ungewöhnliche Kontraste, ein maisgelber Pullunder zu weißer
Schleifenbluse, braunem Lederrock und türkisfarbener Tasche, das zieht die
Blicke auf sich.
Auch das spanische Luxushaus Loewe zeigt Eleganz. Handschuhweiches rotes
Leder wird zum Oberteil gerafft, zarte Seide bläst sich zum weiten
Baby-Doll-Kleid auf, und doch wirkt das Ganze ladylike. Vielleicht dachte
Designer Jose Enrique Ona Selfa bei seinen weiten Entwürfen in hellen Tönen
an die schwangere Prinzessin von Asturien. Bei Cacharel war die Südsee ein
großes Thema: Trägerkleider mit Blütenmuster in einer schönen, offenkundig
von Paul Gauguins Gemälden inspirierten Farbpalette mit hellem Gelb und Rot
wippten über den Laufsteg |