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Von Philipp Heinz
Washington (dpa) - Raymond Ritzau sitzt in der Bar Rock Bottom" im
Washingtoner Vorort Bethesda und rührt nervös in seinem Drink. Natürlich
habe ich Angst", sagt der 23-Jährige aus Landshut in Bayern, der mit seinem
Bürstenhaarschnitt und dem blauen Football- Trikot der Texas Cowboys wie
viele junge Amerikaner aussieht. Ritzau ist aufgewühlt, weil mit jedem Tag
sein Einsatz im Irak näher rückt. Er ist einer von insgesamt 193 Deutschen
im US-Militär, so die offizielle Zahl des Pentagons.
Über 32000 andere Ausländer dienten ebenfalls in den US- Streitkräften. Für
die meisten geht es dabei allerdings weniger um Abenteuerlust oder
Patriotismus für die USA, sondern vielmehr um handfeste Vorteile wie den
Erlass von Studiengebühren oder die US- Staatsbürgerschaft.
Ich hätte es mir nicht leisten können", sagt Ritzau über sein
Betriebswirtschafts-Studium am Montgomery College in Rockville (US-
Bundesstaat Maryland). Mache deinen Abschluss ohne Studiengebühren" - so
wirbt die US-Nationalgarde um Rekruten. Da hatte Ritzau nicht widerstehen
können. Die kompletten Studiengebühren von 1500 Dollar (etwa 1200 Euro) pro
Semester wird nun der Staat nun für ihn bezahlen.
Laut Pentagon stammen die ausländischen Soldaten im amerikanischen Sold aus
rund 190 Staaten. Fast 6400 Soldaten ohne die US-Staatsbürgerschaft seien
derzeit in amerikanischen Uniformen in Afghanistan und im Irak im Einsatz.
Es gebe allerdings keine Statistik darüber, wie viele Deutsche dort kämpften,
so Militär- Sprecherin Oberstleutnant Ellen Krenke. Ausländer würden genauso
behandelt wie alle anderen US-Soldaten, betont Ritzau. 70 Ausländer in
US-Uniform haben nach Pentagon-Angaben bisher ihr Leben in den jüngsten
Kriegen und Unruhen verloren. Deutsche seien bisher nicht gefallen.
Ritzau war 1999 mit seinem Vater und seinem Bruder in die USA gekommen, wo
sein Vater eine Amerikanerin heiratete. Alle drei bekamen dauerhafte
Aufenthalts- und Arbeitsgenehmigungen in Form der Green Card", doch die
amerikanische Staatsbürgerschaft haben sie noch nicht. Für den 23-Jährigen
dürfte sich das nun ändern: Wenn man mit dem Militär in den Krieg geht, kann
man automatisch die Staatsbürgerschaft kriegen", sagt er.
Bereits im August 2001 hatte er sich von der Nationalgarde anwerben lassen -
einen Monat vor den Terroranschlägen des 11. September und weit vor den
Kriegen in Afghanistan und im Irak. Ich wusste schon Bescheid, dass ich
eventuell in den Krieg gehen müsste", sagt Ritzau. Doch wirklich ernsthaft
hat er nicht damit gerechnet. Am Anfang war alles sehr einfach gewesen,
zuweilen Training am Wochenende, einmal eine zweiwöchige Übung im Sommer.
Seit Dezember 2004 weiß Ritzau, dass seine Infanterie-Einheit in den Irak
muss. Grundsätzlich findet er den Krieg richtig: Seitdem wir im Irak sind,
haben sich viele Dinge zum Guten gewendet... Ich |