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Stockholm/Hamburg (dpa) -
Depressionen einer schwedischen Analyse zufolge in Europa jährlich 118
Milliarden Euro.
Zwei Drittel der Kosten würden verursacht, weil viele Menschen mit
Depression nicht mehr arbei- ten können, berichtete das Karo-
linska-Institut in Stockholm.
Die Behandlung selbst verursache nur ein Drittel der Kosten. Rund 21 Millio
nen Europäer seien von Depressionen betroffen, teilte das Institut
anlässlich des Inter nationalen Tages der seelischen Gesundheit" mit. Die
Techniker Krankenkasse (TK) in Hamburg wies darauf hin, dass nur jeder
dritte Betroffene medizinische Hilfe suche. Viele Menschen gingen aus Scham
nicht zum Arzt. Dabei seien die meisten Depressionen mit Medikamenten oder
psychothe- rapeutischen Methoden gut zu behandeln und heilbar. In Deutsch-
land leiden rund fünf Millionen Menschen an Depressionen.
Jeder zehnte Fehltag in Deutsch land geht der TK zufolge auf ein
Seelenleiden zurück. Allein die Depression habe im vergangenen Jahr bei der
TK mehr als 12,7 Mil lionen Fehltage verursacht. Eine Krankschreibung wegen
einer depres siven Episode dauere durch schnittlich 56 Tage, wegen einer
wiederkehrenden depressiven Störung sogar 90 Tage. Schwer depres- sive
Patienten würden zudem lange im Krankenhaus behandelt.
Verbesserungsbedarf bei der Behandlung sehen die schwe- dischen Forscher.
Beispielsweise seien nur die Hälfte der Patienten, die sich in Schweden
wegen Depres- sionen behandeln lassen, nach sechs Monaten frei von Sympto-
men. Es ist wichtig, die Patienten schnell zu behandeln und so lange, bis
die Symptome vollständig ver- schwunden sind", sagte der Wis senschaftler
Patrik Sobocki. Eine bessere Behandlung steigere nicht nur die
Lebensqualität der Pati- enten. Nach dem Befund der Forscher würden gleich
zei tig die Bela-stungen für die europäischen Volkswirtschaften geringer. |