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Pforzheim/Genf (dpa) - Als
Frauen anfingen, sich Herrenuhren mit vielen Zeigern und Drückern um die
Handgelenke zu schnallen, wirkte das wie eine Provokation: Hier sollte die
letzte modische Männerbastion geschliffen werden. Doch jetzt ist wieder
alles anders.
Diamonds are a girl's best friend" verkündet die Swatch Group in Eschborn
mit Blick auf den aktuellen Uhrentrend. Tatsächlich hat es am weiblichen
Handgelenk selten so freudvoll gefunkelt wie in dieser Saison. Der
Durchmesser der Damenuhren ist zurückgenommen worden", bestätigt Alfred
Schneider, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Schmuck + Uhren in
Pforzheim. Diamanten lassen den schmuckhaften Charakter wieder stärker nach
vorne treten." Die Hersteller orientieren sich mit ihren Kollektionen am
internationalen Markt. Es gibt genügend Menschen mit Geld", sagt Oliver
Dünkel, Geschäftsführer von Dior in Oberursel.
Ein bisschen Geld ist auch erforderlich, um auf der Höhe der Zeit zu bleiben,
denn an einem lassen die Hersteller keinen Zweifel: Echt sollten die Steine
schon sein. Auf 1200 Euro kommt eine Sonderedition der Swatch Skin, deren
Ziffernblatt von 174 Diamanten, angeordnet in sieben konzentrischen Kreisen,
übersät ist. Zusammen sind das 0,7 Karat.
Die Schweizer Marke Rado schöpft ihre Identität aus einer keramischen
Gehäusevergütung, deren Härtegrad in der Natur nur von Diamanten übertroffen
werden soll. Nun wird der Bogen zum Referenzmaterial auch im Design
geschlagen. Das Modell Sintra Jubilé ist auf dem Ziffernblatt und zwischen
den Gliedern des Armbands mit 154 Steinen im Gewicht von 1,2 Karat
gepflastert - Kostenpunkt 4900 Euro.
Es
gibt auch klassischere Varianten des Diamantenfiebers. So haben Patek
Philippe bei der Twenty-4 und Longines bei der DolceVita die Steine elegant
an den Seitenflanken des Gehäuses platziert. Dagegen umschreibt der
Diamantensaum bei der Evidenza, ebenfalls von Longines, eine bauchige Linie.
Tonneau" nennt man diese Gehäuseform, die dem Art-Déco-Stil der zwanziger
Jahre entlehnt ist. 156 Diamanten addieren sich bei der Evidenza auf 1,48
Karat und 5070 Euro.
Mehr in die siebziger Jahre verweist die Tissot Precious Flower für 875
Euro. Die mit Diamanten, Saphiren und Rubinen besetzte Lünette besteht aus
drei ovalen Elementen und kann zu einer kompletten Blüte entfaltet oder zu
einem einzelnen Blütenblatt zusammengeschoben werden.
1976 vorgestellt, zählt die Kollektion der Happy Diamonds"-Modelle von
Chopard längst zu den Klassikern unter den Schmuckuhren. Bei den ersten
Modellen, darunter damals noch eines für Herren, rotierten die in kleine
Goldhülsen gepackten Steine nur rund um das Zifferblatt. Inzwischen haben
sie unter dem Motto Happy Sport" auch diese Grenze durchbrochen. Zu Preisen
zwischen 3130 und 21 940 Euro gibt es die Uhren mit runden, eckigen und
ovalen Gehäusen, fünf oder sieben Steinen. Gar nicht spielerisch präsentiert
sich eine Chopard-Neuheit dieser Saison. Beim Modell Super Ice" besteht
außer den Zeigern eigentlich alles aus Diamant, was das Auge sieht. 62,94
Karat machen aus der Uhr ein Kollier fürs Handgelenk. Aber auch der Preis
der Super Ice" dürfte das Lachen bei den meisten Kunden gefrieren lassen:
904 320 Euro. |