30 June, 2008

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Damenuhren im Diamantenrausch

Pforzheim/Genf (dpa) - Als Frauen anfingen, sich Herrenuhren mit vielen Zeigern und Drückern um die Handgelenke zu schnallen, wirkte das wie eine Provokation: Hier sollte die letzte modische Männerbastion geschliffen werden. Doch jetzt ist wieder alles anders.

Diamonds are a girl's best friend" verkündet die Swatch Group in Eschborn mit Blick auf den aktuellen Uhrentrend. Tatsächlich hat es am weiblichen Handgelenk selten so freudvoll gefunkelt wie in dieser Saison. Der Durchmesser der Damenuhren ist zurückgenommen worden", bestätigt Alfred Schneider, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Schmuck + Uhren in Pforzheim. Diamanten lassen den schmuckhaften Charakter wieder stärker nach vorne treten." Die Hersteller orientieren sich mit ihren Kollektionen am internationalen Markt. Es gibt genügend Menschen mit Geld", sagt Oliver Dünkel, Geschäftsführer von Dior in Oberursel.

Ein bisschen Geld ist auch erforderlich, um auf der Höhe der Zeit zu bleiben, denn an einem lassen die Hersteller keinen Zweifel: Echt sollten die Steine schon sein. Auf 1200 Euro kommt eine Sonderedition der Swatch Skin, deren Ziffernblatt von 174 Diamanten, angeordnet in sieben konzentrischen Kreisen, übersät ist. Zusammen sind das 0,7 Karat.

Die Schweizer Marke Rado schöpft ihre Identität aus einer keramischen Gehäusevergütung, deren Härtegrad in der Natur nur von Diamanten übertroffen werden soll. Nun wird der Bogen zum Referenzmaterial auch im Design geschlagen. Das Modell Sintra Jubilé ist auf dem Ziffernblatt und zwischen den Gliedern des Armbands mit 154 Steinen im Gewicht von 1,2 Karat gepflastert - Kostenpunkt 4900 Euro.

Es gibt auch klassischere Varianten des Diamantenfiebers. So haben Patek Philippe bei der Twenty-4 und Longines bei der DolceVita die Steine elegant an den Seitenflanken des Gehäuses platziert. Dagegen umschreibt der Diamantensaum bei der Evidenza, ebenfalls von Longines, eine bauchige Linie. Tonneau" nennt man diese Gehäuseform, die dem Art-Déco-Stil der zwanziger Jahre entlehnt ist. 156 Diamanten addieren sich bei der Evidenza auf 1,48 Karat und 5070 Euro.

Mehr in die siebziger Jahre verweist die Tissot Precious Flower für 875 Euro. Die mit Diamanten, Saphiren und Rubinen besetzte Lünette besteht aus drei ovalen Elementen und kann zu einer kompletten Blüte entfaltet oder zu einem einzelnen Blütenblatt zusammengeschoben werden.

1976 vorgestellt, zählt die Kollektion der Happy Diamonds"-Modelle von Chopard längst zu den Klassikern unter den Schmuckuhren. Bei den ersten Modellen, darunter damals noch eines für Herren, rotierten die in kleine Goldhülsen gepackten Steine nur rund um das Zifferblatt. Inzwischen haben sie unter dem Motto Happy Sport" auch diese Grenze durchbrochen. Zu Preisen zwischen 3130 und 21 940 Euro gibt es die Uhren mit runden, eckigen und ovalen Gehäusen, fünf oder sieben Steinen. Gar nicht spielerisch präsentiert sich eine Chopard-Neuheit dieser Saison. Beim Modell Super Ice" besteht außer den Zeigern eigentlich alles aus Diamant, was das Auge sieht. 62,94 Karat machen aus der Uhr ein Kollier fürs Handgelenk. Aber auch der Preis der Super Ice" dürfte das Lachen bei den meisten Kunden gefrieren lassen: 904 320 Euro.

Aus Weißgold und Diamanten besteht das Modell Super Ice. (Bild: Chopard/dpa/gms

 

 

Last modified on:01/14/2008

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