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Washington/Stuttgart (dpa) DaimlerChrysler will
dem Diesel auf dem weltgrößten Automarkt USA in den kommenden Jahren zum
Durchbruch verhelfen. Obwohl Konkurrenten wie Toyota derzeit sehr
erfolgreich mit der Hybrid-Technik sind, setzen die Stuttgarter weiterhin
auf den in Europa erfolgreichen Diesel. Der Diesel hat in den USA das mit
Abstand größte Wachstumspotenzial", sagte Konzernvorstand und Mercedes-Entwicklungschef
Thomas Weber auf einer Konferenz des Unternehmens in Washington.
Auch der
weltgrößte Automobilzulieferer Bosch zeigte sich zuversichtlich, dass es in
den USA bald mehr Diesel-Fahrzeuge geben werde. Bei Bosch liefen
Entwicklungsprojekte mit amerikanischen und europäischen Herstellern, die
2008 in Serie gehen würden, sagte Geschäftsführungsmitglied Bernd Bohr in
Boxberg (Main-Tauber-Kreis). Er betonte, dass es bei der Abwägung zwischen
Diesel- und Hybrid- Antrieb kein simples Entweder-oder" gebe. Das
Hybridkonzept (Kombination Elektromotor und Benzinmotor) habe seine
spezifischen Vorteile im innerstädtischen Verkehr.
Würde nur jeder
dritte amerikanische Autobesitzer auf Diesel umsteigen, könnten die
Vereinigten Staaten komplett auf ihre Rohölimporte aus Saudi-Arabien
verzichten, sagte Weber in Washington. Er erwartet, dass der Diesel-Marktanteil
in den USA von derzeit vier Prozent bis 2011 auf etwa zehn Prozent steigen
kann. Davon wollen wir einen deutlich Anteil haben."
Auch die US-Regierung
habe ihre Haltung inzwischen überdacht und plane Steuervorteile zur
Akzeptanz des Diesels, sagte Weber. DaimlerChrysler-Vorstandschef Jürgen
Schrempp traf in Washington mehrere Senatoren, um über günstige
Rahmenbedingungen für die Diesel-Offensive zu sprechen. In den USA werden
von 2009 an deutlich strengere Umweltgesetze in Kraft treten, die für die
Autohersteller eine große technische Herausforderung darstellen.
Die vom Konzern
präsentierte Autostudie ist als eine erste Antwort darauf zu sehen. Der
Bionic-Car" genannte Wagen habe einen Common-Rail-Diesel-Motor und sorge für
einen verringerten Ausstoß an Stickoxiden, sagte Weber. Der SCR (Selective
Catalytic Reduction)- Katalysator kann mit Hilfe eines künstlich
hergestellten Harnstoffs die bei der Verbrennung anfallende Menge an
schädlichem Stickoxid um bis zu 80 Prozent reduzieren. Die SCR-Technik wird
von DaimlerChrysler bereits bei Nutzfahrzeugen erfolgreich eingesetzt, ab
2009 sollen dann Mercedes-Pkw in den USA folgen. Eine Serien- Einführung in
Europa sei zunächst nicht geplant, langfristig aber denkbar. Wenn wir diese
Technologie in Serie haben, werden wir den weltweit saubersten Diesel haben."
DaimlerChrysler
will neben dem Diesel die alternativen Antriebskonzepte Hybrid und
Brennstoffzelle jedoch nicht vernachlässigen. Es wäre ein Irrtum, die
derzeit ein Nischendasein fristende Brennstoffzelle abzuschreiben, sagte
Weber. |