19 August, 2008

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Diesel-Offensive von Bosch und DaimlerChrysler in den USA

Washington/Stuttgart (dpa) ­ DaimlerChrysler will dem Diesel auf dem weltgrößten Automarkt USA in den kommenden Jahren zum Durchbruch verhelfen. Obwohl Konkurrenten wie Toyota derzeit sehr erfolgreich mit der Hybrid-Technik sind, setzen die Stuttgarter weiterhin auf den in Europa erfolgreichen Diesel. Der Diesel hat in den USA das mit Abstand größte Wachstumspotenzial", sagte Konzernvorstand und Mercedes-Entwicklungschef Thomas Weber auf einer Konferenz des Unternehmens in Washington.

Auch der weltgrößte Automobilzulieferer Bosch zeigte sich zuversichtlich, dass es in den USA bald mehr Diesel-Fahrzeuge geben werde. Bei Bosch liefen Entwicklungsprojekte mit amerikanischen und europäischen Herstellern, die 2008 in Serie gehen würden, sagte Geschäftsführungsmitglied Bernd Bohr in Boxberg (Main-Tauber-Kreis). Er betonte, dass es bei der Abwägung zwischen Diesel- und Hybrid- Antrieb kein simples Entweder-oder" gebe. Das Hybridkonzept (Kombination Elektromotor und Benzinmotor) habe seine spezifischen Vorteile im innerstädtischen Verkehr.

Würde nur jeder dritte amerikanische Autobesitzer auf Diesel umsteigen, könnten die Vereinigten Staaten komplett auf ihre Rohölimporte aus Saudi-Arabien verzichten, sagte Weber in Washington. Er erwartet, dass der Diesel-Marktanteil in den USA von derzeit vier Prozent bis 2011 auf etwa zehn Prozent steigen kann. Davon wollen wir einen deutlich Anteil haben."

Auch die US-Regierung habe ihre Haltung inzwischen überdacht und plane Steuervorteile zur Akzeptanz des Diesels, sagte Weber. DaimlerChrysler-Vorstandschef Jürgen Schrempp traf in Washington mehrere Senatoren, um über günstige Rahmenbedingungen für die Diesel-Offensive zu sprechen. In den USA werden von 2009 an deutlich strengere Umweltgesetze in Kraft treten, die für die Autohersteller eine große technische Herausforderung darstellen.

Die vom Konzern präsentierte Autostudie ist als eine erste Antwort darauf zu sehen. Der Bionic-Car" genannte Wagen habe einen Common-Rail-Diesel-Motor und sorge für einen verringerten Ausstoß an Stickoxiden, sagte Weber. Der SCR (Selective Catalytic Reduction)- Katalysator kann mit Hilfe eines künstlich hergestellten Harnstoffs die bei der Verbrennung anfallende Menge an schädlichem Stickoxid um bis zu 80 Prozent reduzieren. Die SCR-Technik wird von DaimlerChrysler bereits bei Nutzfahrzeugen erfolgreich eingesetzt, ab 2009 sollen dann Mercedes-Pkw in den USA folgen. Eine Serien- Einführung in Europa sei zunächst nicht geplant, langfristig aber denkbar. Wenn wir diese Technologie in Serie haben, werden wir den weltweit saubersten Diesel haben."

DaimlerChrysler will neben dem Diesel die alternativen Antriebskonzepte Hybrid und Brennstoffzelle jedoch nicht vernachlässigen. Es wäre ein Irrtum, die derzeit ein Nischendasein fristende Brennstoffzelle abzuschreiben, sagte Weber.

Konzernvorstand und Mercedes-Entwicklungschef Thomas Weber, stellt in Washington den neuen Bionic-Car" genannten Wagen vor. Foto: DaimlerChrysler AG dpa

 

 

Last modified on:07/07/2008

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