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Berlin (dpa) - 15 Jahre nach der
Währungsunion stehen viele DDR- Münzen bei Sammlern hoch im Kurs. Das ist
ein etabliertes Sammelgebiet", sagte am Donnerstag der sächsische
Münzexperte Helmut Kahnt. Seltene Gedenkmünzen erzielten bei Auktionen
Preise von umgerechnet bis zu 15000 Euro und überträfen damit bereits den
Wert der teuersten Geldstücke aus der Zeit der Weimarer Republik. Das
bestätigten auch Münzhändler. Mit der Wirtschafts- und Währungsunion war am
1. Juli 1990 die DDR-Mark der westdeutschen D-Mark gewichen.
Kommt die D-Mark, bleiben wir - kommt sie nicht, geh'n wir zu ihr", hatten
zuvor Demonstranten in der DDR auf ihre Spruchbänder geschrieben. Heute hat
die Ost-Mark für viele wieder einen Wert. Dass das Interesse an den
DDR-Münzen über eine gewöhnliche Sammelleidenschaft oder Suche nach einer
Geldanlage hinausgeht, glaubt Kahnt, der als Chefredakteur der
Fachzeitschrift Münzen und Papiergeld" fungiert, aber nicht. Mit Ostalgie
hat das nichts zu tun."
Begehrt sind in erster Linie die DDR-Münzen, die im Intershop verkauft
wurden", sagte Matthias Senger vom Tempelhofer Münzauktionshaus in Berlin.
Die bekam der Normalbürger ja gar nicht zu Gesicht." Nur organisierte
Numismatiker konnten darauf hoffen. Für eine Karl-Friedrich-Schinkel-Gedenkmünze
aus dem Jahr 1966 müssen Sammler heute deshalb rund 180 Euro hinlegen, für
ein Stück mit dem Konterfei Johann Gottlieb Fichtes von 1990 immerhin 60
Euro.
Auch im Internet ist das Angebot an DDR-Geld groß - vorausgesetzt, der
Sammler hat das nötige Euro-Kleingeld. 475 Euro schlagen dort für eine
20-Mark-Gedenkmünze mit dem Gesicht Martin Luthers zu Buche, 375 Euro kostet
ein Stück zur 750-Jahr-Feier Berlins 1987.
Bei dem Geld, das in den alltäglichen Umlauf kam, gehört das kleine
Fünf-Pfennig-Stück von 1982 zu den Kostbarsten. Die Aluminiummünze kann nach
Händlerangaben bis zu 100 Euro bringen. Doch auch 5-Mark-Stücke sind heute
mitunter wertvoll, weiß Münz-Experte Kahnt: Das billigste kriegen sie
vielleicht für drei Euro und das teuerste für 100." Bei Banknoten ist nach
Sengers Meinung die Aussicht auf einen Geldsegen nicht so groß. Geldscheine
müssen neuwertig sein." Dann sind für die Scheine mit Hammer und Sichel aber
Preise von bis zu 180 Euro keine Seltenheit, wie ein Münchner Händler im
Internet verspricht.
Die begehrteste Münze der DDR ist nach Auskunft von Senger ein Geldstück mit
dem Potsdamer Einsteinturm aus dem Jahr 1986. Die hat in Auktionen zwischen
25000 und 30000 D-Mark gebracht." Denn von der Münze gibt es nur zehn Stück.
Die Probemünze sei nicht in größerer Auflage geprägt worden, weil der Turm
auf dem Telegrafenberg nicht für Jedermann zugänglich war - die Bürger
hätten ihr Münz-Motiv gar nicht persönlich in Augenschein nehmen können. Und
so kam stattdessen auf die weiteren Prägungen das Neue Palais. |