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Belgrad - Die deutsche Basketball-Nationalmannschaft
hat bei der Europameisterschaft den großen Wurf verpasst, aber mit Platz
zwei trotzdem einen Riesenerfolg geschafft.
Im
Finale der Defensiv-Künstler verlor das Team um NBA-Star Dirk Nowitzki in
Belgrad vor 19 000 Zuschauern mit 62:78 (32:39) gegen Griechenland, das den
Titel zum zweiten Mal nach 1987 ins Land des Fußball-Europameisters holte.
Platz drei belegte Frankreich durch ein 98:68 gegen Spanien. Die Franzosen
hatten in der Vorrunde Weltmeister Serbien-Montenegro und im Viertelfinale
den EM-Titelverteidiger Litauen ausgeschaltet.
Zwölf Jahre nach dem sensationellen EM-Triumph von München konnte die
Mannschaft von Bundestrainer Dirk Bauermann in ihrem zweiten EM- Finale
nicht an die auch tags zuvor in der Vorschlussrunde gegen Spanien gezeigte
Topform anknüpfen. Vor allem der ausgelaugt wirkende EM-Topscorer Nowitzki
hatte mit den athletischen Griechen, die wie die Kletten an ihm klebten,
seine liebe Not und kam auf für ihn magere 23 Punkte. 3:22 Minuten vor
Schluss nahm Bauermann seinen Star vom Feld und gönnte ihm einen umjubelten
Abgang. Bester Werfer der Griechen war der überragende Theodoros Papaloukas
(22), den 8000 seiner zum Finale angereisten Landsleute überschwänglich
feierten.
Wenn man so weit gekommen ist, will man nicht nur Silber, dann will man das
ganze Ding", sagte Bauermann vor der Partie, die äußerst schlecht begann.
Wie so oft startete seine Mannschaft schwach und lag am Ende des ersten
Viertels mit 12:19 zurück. Allerdings konnte der sogar auf zehn Punkte
(18:28) angewachsene Rückstand dank Nowitzki mit der Halbzeitsirene noch
einmal auf sieben Zähler verkürzt werden.
Es
war der erste Dreier des NBA-Stars. Während der Würzburger in den ersten
zwanzig Minuten nur einen von fünf Dreiern traf, punkteten der 2,04 Meter
große Michael Kakiouzis und der bei ZSKA Moskau spielende Papaloukas fast
nach Belieben. Hinzu kamen zahlreiche Ballverluste in der Offensive und
ungewohnte Schwächen in der Defensive, die bis dato das Prunkstück war und
nach den Griechen die wenigsten Punkte im Turnier zugelassen hatte.
An
den Problemen im deutschen Spiel änderte sich auch nach dem Seitenwechsel
nichts. Vor allem die körperliche Unterlegenheit machte sich mehr und mehr
bemerkbar. Nowitzki allein war überfordert, zumal ihm die Strapazen der
vergangenen Spiele in den Knochen steckten. Nach dem dritten Viertel war die
Partie praktisch schon entschieden, als die Griechen mit 16 Punkten (48:64)
führten, und Nowitzki & Co. die Aussichtslosigkeit ihres Kampfes erkennen
mussten.
Das Halbfinale gegen Spanien hatte ganz offensichtlich vor allem Nowitzki zu
viel Kraft gekostet. In einem Herzschlag-Finale hatte sich das Bauermann-Team
hauchdünn mit 74:73 durchgesetzt, weil Nowitzki wieder einmal im
entscheidenden Moment die Verantwortung übernommen hatte. Der Würzburger war
in dem Basketball-Krimi mit 27 Punkten ebenso erfolgreich wie der Spanier
Juan Carlos Navarro, der im Bronze-Spiel gegen Frankreich nur 17 Punkte
machte und an der deklassierenden Niederlage nichts ändern konnte.
Griechenland hatte die Franzosen im Semifinale mit 67:66 geschlagen. |