30 June, 2008

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Cottbus will gallisches Dorf" werden: Auch in Liga 1 auf Sparkurs

Zwei Cottbuser Fans feiern nach dem 3:1-Sieg gegen 1860 München und dem damit verbundenen Aufstieg in die erste Bundesliga.

Cottbus (dpa) - Auf dem Platz vor der Stadthalle ging um 22.00 Uhr an den meisten Ständen das Bier aus, in der noblen CB-Discothek machten die Aufstiegshelden des FC Energie Cottbus bis in die frühen Morgenstunden die Nacht zum Tag: Nach dem zweiten Fußball-Wunder" in der Lausitz floss der Alkohol in Strömen. Wir feiern jetzt ohne Ende und werden eine Woche nicht rational denken, zumindest wenn wir mit der Mannschaft zusammen sind", meinte Trainer Petrik Sander Stunden nach dem Aufstiegs-Krimi und dem glanzvollen 3:1-Sieg seiner Kicker über 1860 München. Wenn ich alles getrunken hätte, was mir an diesem Abend angeboten wurde, dann wäre es mir wie Felix Magath gegangen, der bei der Meisterparty der Bayern passen musste", räumte Sander ein.

In den Köpfen der Team-Verantwortlichen werden aber seit Sonntag, 16:48 Uhr, der Glücksminute mit dem erlösenden Abpfiff im Stadion der Freundschaft, schon die Weichen für die kommende Saison in Deutschlands Eliteliga gestellt. Wenn die grauen Zellen wieder klar sind, werden wir Nägel mit Köpfen machen. Das Korsett der Mannschaft steht, jetzt müssen wir uns um das Fleisch drum herum kümmern", sagte Präsident Michael Stein noch in Bierlaune. Spätestens am Mittwoch werden nach einer Besprechung im engsten Führungs-Kreis die ersten Angebote zu Vertragsverlängerungen rausgehen.

Acht Kontrakte laufen mit Saisonende aus, darunter die von Abwehrchef Gregg Berhalter, Vragel da Silva und Lars Jungnickel, die unbedingt gehalten werden sollen. Ich denke, ich werde in Cottbus bleiben", deutete zumindest der Brasilianer da Silva Gedanken über einen Verbleib an. Mit Urgestein Tomislav Piplica, der als einziger im Team schon beim Aufstieg vor sechs Jahren dabei war, Zoltan Szelesi und Tomasz Bandrowski hatten das Präsidium schon vor dem Saisonende verlängert. Einen vom TV-Sender Premiere" verkündeter Abgang von Steffen Baumgart nach Rostock wollte in Cottbus noch niemand bestätigen. Denkbar aber scheint es schon, dass er wie auch Kenan Sahin oder Martin Hysky kein neues Angebot erhält.

Es wird keinen Umbruch geben, wie es hier früher jahrelang üblich war", kritisierte Sander indirekt die Gebahren des alten Führungstrios mit Trainer Eduard Geyer, Präsident Dieter Krein und Manager Klaus Stabach. Die haben damals zu sehr auf Einzelkönner gesetzt. Bei uns steht das Team im Mittelpunkt", meinte der seit knapp 18 Monaten amtierende Präsident Stein. Natürlich sind wir durch die aufgeschobene Aufstiegsentscheidung etwas im Zeitverzug. Aber das war in vergangenen Jahren auch nicht anders", sagt auch Verwaltungsratschef Ulrich Lepsch. Mit allen verbleibenden Spielern muss nun auch über verbesserte Konditionen verhandelt werden, da keiner der Altverträge die Klausel Bundesliga" enthielt.

Konsequent soll auch in Liga eins der eingeschlagene Sparkurs fortgesetzt werden, mit dem der alten Schuldenberg von rund 4,5 Millionen Euro abgebaut werden soll. Ich bin optimistisch, dass wir auch da oben bestehen können. Man erwartet gar nichts von uns, das ist unsere Chance", sagte Sander und fügte hinzu: Wir wollen Cottbus zum kleinen gallischen Dorf machen, das sich den Großen der Branche entgegenstellt. Wir freuen uns auf die Bundesliga, und die Bundesliga kann sich auf uns freuen".

 

 

Last modified on:01/14/2008

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