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Es gibt Morgen-
und Abendmenschen. Das ist allgemein bekannt. Doch Sie selbst können Ihren
persönlichen Schlaf-Wach-Rhythmus auch unterstützen. Wie das geht,
erforschen Chronobiologen europaweit.
Nachts soll der
Mensch schlafen, um Kräfte für den nächsten Tag zu sammeln. Doch es gibt
Nachtaktive, die sich diesem Rhythmus einfach nicht unterordnen können. Sie
bekommen selten vor zwei oder drei Uhr nachts ein Auge zu und haben in den
Morgenstunden oft Probleme, aus dem Bett zu kommen oder sich so früh am Tag
bereits auf eine Arbeit zu konzentrieren. Es gibt eben Abend- und
Morgentypen, bei denen die inneren Uhren etwas anders laufen", erklärt
Professor Jürgen Zulley von der Universität Regensburg. Der Schlafforscher
und Chronobiologe geht nun auch in einem gemeinsamen Forschungsprojekt mit
Wissenschaftlern aus ganz Europa den vielfältigen Zusammenhängen nach, die
unseren persönlichen Schlaf-Wach-Rhythmus bestimmen. Ziel ist es unter
anderen, die Rolle des natürlichen Tagesverlaufs auf individuelle Rhythmen
zu klären und Lösungen zu finden, wie Menschen ihre wechselnden
Energiephasen im Laufe des Tages besser ausgleichen können. Ob ein Mensch
eher ein Morgen- oder ein Abendtyp ist, ist laut Zulley bereits größtenteils
genetisch festgelegt. Allerdings müssen auch gewisse Faktoren wie Alter oder
Gewohnheiten berücksichtigt werden. Denn je älter ein Mensch wird, desto
mehr entwickelt er sich zum Morgentypen", erläutert der Experte.
Hell und Dunkel
wirken auf die Schlafgewohnheiten
Der Mensch wird
beeinflusst von einem 24-Stunden-Rhythmus. Diesem Tag-Nacht-Rhythmus
unterliegen praktisch alle Funktionen im menschlichen Organismus. Die innere
Uhr tickt jedoch nicht bei allen gleich. Denn sie bettet sich bei den
verschiedenen Menschen unterschiedlich in den 24-Stunden-Tag ein. Diese
Unterschiede können bis zu 12 Stunden betragen", ergänzt Professor Till
Roenneberg, Chronobiologe von der Universität München. Wie er allerdings
feststellte, entwickeln sich extreme Spättypen häufig auf Grund von
Lichtmangel.
Zeitgeber
gefragt
Die innere Uhr des
Menschen verläuft mit 25 Stunden zudem etwas langsamer als der normale
Tag-Rhythmus. Daher benötige der Mensch so genannte Zeitgeber wie
beispielsweise das Tageslicht. "Tageslicht stellt unsere innere Uhr auf den
24-Stunden-Rhythmus ein und ist der wichtigste Zeitgeber", sagt Zulley. Ohne
das Tageslicht oder andere Zeitgeber würde der Mensch von diesem Rhythmus
abweichen. Eine ähnliche Funktion haben außerdem Mahlzeiten und körperliche
Aktivität.
dpa/GesundheitPro |