03 December, 2008

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Die Bundesliga in Europa - bis auf Bayern ziemlich peinlich

München- Irgendwie kann man verstehen, dass Manager Uli Hoeneß es langsam satt hat, jeden 1:0-Erfolg seiner FC-Bayern-Kicker in den letzten Wochen - unter anderem in der Champions League bei Rapid Wien und gegen Brügge - gegen die Gralshüter der hohen Fußball-Kunst verteidigen zu müssen. Fakt ist: Kein anderer deutscher Verein ist im internationalen Fußball-Geschäft auch nur annähernd so erfolgreich und zuverlässig wie die mit zwei Auftaktsiegen stramm auf Achtelfinalkurs steuernden Münchner - das haben die ersten Runden den Fans und Experten wieder einmal vor Augen geführt.

Das graue Auswärts-Dress von Werder Bremen zur 1:2-Pleite bei Panathinaikos Athen stand stellvertretend für die fußballerische Tristesse, die Deutschlands Clubs momentan im Vergleich etwa mit Spanien, Italien, England oder Frankreich verbreiten. Die Bundesliga - nur noch eine graue Maus in Europa. Zusätzliche Europacup-Startplätze bleiben ein Wunschtraum.

Wenn einer der selbst ernannten Bayern-Jäger dann ausnahmsweise mal einen spielerischen Glanztag erwischt wie etwa Schalke 04 gegen den AC Mailand (2:2), dann springt halt nur ein mageres Pünktchen heraus - zu wenig, um in der Champions League zu überwintern. Für die jeweiligen Gruppenletzten Bremen (18.10. in Udine, 2.11. gegen Udine zuhause) und Schalke (19.10 in Istanbul, 1.11 gegen Istanbul zuhause) gilt in den anstehenden Endspielen" nur noch das Prinzip Hoffnung.

Die cleveren, aus unzähligen Europacup-Partien gestählten Münchner hätten die so schwach in die Saison gestarteten und in der Defensive ungewohnt anfälligen Mailänder an so einem Abend geschlagen nach Hause geschickt - vermutlich mit 1:0. Wie die noch sieglosen Bremer stehen auch die Gelsenkirchener - allen Assauerschen Durchhalteparolen zum Trotz (zuerst ein Punkt am Bosporus, dann zwei Heimsiege gegen Istanbul und Eindhoven") - vor dem Abstieg" in den UEFA-Cup, wo nur drei von fünf deutschen Clubs die erste Runde überstanden.

Wir bemühen uns, erarbeiten uns jede Menge Chancen, aber es kommt zu wenig dabei raus", hat Bayer Leverkusens Nationalspieler Bernd Schneider die mangelnde Abgeklärtheit seiner Elf als Grundübel ausgemacht - im Übrigen schon vor Klaus Augenthalers Rauswurf. Unter Interims-Coach Rudi Völler ist es keinen Deut besser geworden - die beiden 0:1-Pleiten im UEFA-Cup gegen ZSKA Sofia waren Bankrott-Erklärungen in Sachen fußballerischer Effektivität. Und nebenbei wirtschaftlich eine Katastrophe. Eingeplante Millionen-Einnahmen gehen flöten - null Gegenwert für die 25 Millionen Euro, die der Bayer-Konzern diese Saison in seine Fußball-GmbH investiert.

Okay, das Ausscheiden der wackeren Mainzer (0:2 gegen FC Sevilla) hat angesichts der misslichen Lage der Klopp-Truppe in der Bundesliga keinen Experten überrascht - gegen die humorlos-konsequenten Spanier war schnell Schluss mit Karneval. Zu wesentlich mehr Besorgnis geben da schon das eher glückliche Weiterkommen des HSV in Kopenhagen durch einen fragwürdigen Handelfmeter von Rafael van der Vaart in der Nachspielzeit, der peinliche Auftritt des VfB Stuttgart (0:1 bei NK Domzale) in Slowenien und das glanzlose 3:1 von Hertha BSC (Tore für Berlin: Marcelinho, Nando Rafael, Cairo) über Apoel Nikosia Anlass.

Mit solchen Leistungen wird's auch in der am 20. Oktober beginnenden Gruppenphase schwer - in den acht 5er-Gruppen qualifizieren sich die ersten drei zusammen mit den acht Champions-League-Dritten für die Runde der letzten 32.

Europa ade: Leverkusens Athirson (l.) und Ramelow schleichen in Sofia vom Platz.

 

 

Last modified on:07/07/2008

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