03 December, 2008

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Bienen in der Mini-Platte - Honig vom Berliner Mauerstreifen

Das Künstlerduo Harry Sachs (l) und Franz Höfner präsentiert auf dem ehemaligen Mauerstreifen in Berlin seine Bienenstöcke im Plattenbau-Miniformat. Das ungewöhnliche Kunstobjekt mit dem Titel ,Honey-Neustadt' bietet im Bezirk Kreuzberg zur Zeit etwa 500.000 Bienen der Rasse Carnica ein neues Zuhause, die mitten in der Stadt Honig produzieren.

Berlin (dpa) - Vorsicht Bienen!", warnt ein gelbes Schild mitten in Berlin. Hinter dem Bauzaun auf der Brachfläche summt es: in acht Plattenbauten im Miniformat 1:20. Mitten auf der wilden Wiese am ehemaligen Mauerstreifen hinter der Bundesdruckerei in Kreuzberg, in Sichtweite des Fernsehturms am Alexanderplatz, ist derzeit ein ungewöhnliches Kunstprojekt zu sehen. In Honey Neustadt" wird mitten in der Stadt richtiger Honig produziert. Und fast 500000 Exemplare der Carnica, wie die Bienenrasse bei den Fachleuten heißt, haben dort ihr Zuhause - beziehungsweise ihre Wabe.

Dahinter steckt das Künstlerduo Harry Sachs (31) und Franz Höfner (35). Sie haben nicht nur ein Herz für Bienen, sondern auch für Plattenbauten, die an vielen Orten im Osten Deutschlands aus dem Stadtbild verschwinden. Wie so oft in Berlin nutzen Kreative Leerstand und brachliegende Flächen als Schauplatz für künstlerisch- spielerische Experimente. Mit ihrer vom Senat geförderten Installation wollen Sachs und Höfner an den Stadtumbau in Halle- Neustadt, wo früher Arbeiter der DDR-Betriebe Leuna und Buna lebten, erinnern, daher der Name Honey Neustadt".

Acht bis etwa 1,50 Meter hohe Mini-"Platten" haben sie bauen lassen, der bekannteste ist der Typ WBS 70. Von der Plattenbau- Schlafstadt zum Bienenstock, vom Chemiearbeiter zur fleißigen Biene sei es nicht weit, erklären die Künstler. Unsere Bienen sind auch kleine Chemiearbeiter", sagt Höfner. Hinter der Styroporfassade verbergen sich richtige Waben. Alle neun Tage kommt ein Imker, um nach den Bienen zu sehen. Eine Million Tiere sollen es einmal sein.

Die Wohnungen sind jetzt halb voll", berichtet Sachs. An die Waben gelangen die Bienen durch einen Schlitz im Erdgeschoss der Mini-Wohnhäuser. Die Imker seien sehr zufrieden mit der Produktion: 150 Kilo waren es schon in den ersten sechs Wochen.

Den Nektar sammeln die Bienen von Akazien, Pappeln und Linden, die ganz in der Nähe wachsen. Vorsichtshalber hatten Sachs und Höfner auf der wilden Wiese auch noch Bienenfreund-Stauden gepflanzt. Das wäre aber wohl gar nicht nötig gewesen. Die Bienen finden auch in der Großstadt genug Nahrung. 500 Kilo Honig, den ein Imker im brandenburgischen Storkow herstellt, sollen es bis zum Ende des Sommers werden. Die Marke heißt Berliner Blüte" und wird auch bei der Abschlussfeier des Projekts im September gereicht.

 

 

Last modified on:07/07/2008

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