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Das Künstlerduo
Harry Sachs (l) und Franz Höfner präsentiert auf dem ehemaligen
Mauerstreifen in Berlin seine Bienenstöcke im Plattenbau-Miniformat. Das
ungewöhnliche Kunstobjekt mit dem Titel ,Honey-Neustadt' bietet im Bezirk
Kreuzberg zur Zeit etwa 500.000 Bienen der Rasse Carnica ein neues Zuhause,
die mitten in der Stadt Honig produzieren. |
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Berlin
(dpa) - Vorsicht Bienen!", warnt ein gelbes Schild mitten in Berlin. Hinter
dem Bauzaun auf der Brachfläche summt es: in acht Plattenbauten im
Miniformat 1:20. Mitten auf der wilden Wiese am ehemaligen Mauerstreifen
hinter der Bundesdruckerei in Kreuzberg, in Sichtweite des Fernsehturms am
Alexanderplatz, ist derzeit ein ungewöhnliches Kunstprojekt zu sehen. In
Honey Neustadt" wird mitten in der Stadt richtiger Honig produziert. Und
fast 500000 Exemplare der Carnica, wie die Bienenrasse bei den Fachleuten
heißt, haben dort ihr Zuhause - beziehungsweise ihre Wabe.
Dahinter steckt
das Künstlerduo Harry Sachs (31) und Franz Höfner (35). Sie haben nicht nur
ein Herz für Bienen, sondern auch für Plattenbauten, die an vielen Orten im
Osten Deutschlands aus dem Stadtbild verschwinden. Wie so oft in Berlin
nutzen Kreative Leerstand und brachliegende Flächen als Schauplatz für
künstlerisch- spielerische Experimente. Mit ihrer vom Senat geförderten
Installation wollen Sachs und Höfner an den Stadtumbau in Halle- Neustadt,
wo früher Arbeiter der DDR-Betriebe Leuna und Buna lebten, erinnern, daher
der Name Honey Neustadt".
Acht bis etwa 1,50
Meter hohe Mini-"Platten" haben sie bauen lassen, der bekannteste ist der
Typ WBS 70. Von der Plattenbau- Schlafstadt zum Bienenstock, vom
Chemiearbeiter zur fleißigen Biene sei es nicht weit, erklären die Künstler.
Unsere Bienen sind auch kleine Chemiearbeiter", sagt Höfner. Hinter der
Styroporfassade verbergen sich richtige Waben. Alle neun Tage kommt ein
Imker, um nach den Bienen zu sehen. Eine Million Tiere sollen es einmal sein.
Die Wohnungen sind
jetzt halb voll", berichtet Sachs. An die Waben gelangen die Bienen durch
einen Schlitz im Erdgeschoss der Mini-Wohnhäuser. Die Imker seien sehr
zufrieden mit der Produktion: 150 Kilo waren es schon in den ersten sechs
Wochen.
Den Nektar sammeln
die Bienen von Akazien, Pappeln und Linden, die ganz in der Nähe wachsen.
Vorsichtshalber hatten Sachs und Höfner auf der wilden Wiese auch noch
Bienenfreund-Stauden gepflanzt. Das wäre aber wohl gar nicht nötig gewesen.
Die Bienen finden auch in der Großstadt genug Nahrung. 500 Kilo Honig, den
ein Imker im brandenburgischen Storkow herstellt, sollen es bis zum Ende des
Sommers werden. Die Marke heißt Berliner Blüte" und wird auch bei der
Abschlussfeier des Projekts im September gereicht. |