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Rom (dpa) - Mit einem
Nachkriegsroller über die Alpen nach Italien zu fahren - das war in den
sechziger Jahren der Traum vieler Deutscher.
Wer sich keinen von Touropa organisierten Hotel-Urlaub leisten konnte, fand
damals in Zelten oder Wohnwagen eine Alternative. Der Andrang war so stark,
dass die Freunde Angelo Macola und Ignazio Vok im Mai 1955 eine zündende
Idee hatten: Sie eröffneten nahe Cavallino an der nördlichen Adria einen
großen Zeltplatz, auf dem sie den größtenteils deutschen Gästen mit
Waschgelegenheiten und Imbissen etwas Service bieten wollte. Genau 50 Jahre
später ist der Zeltplatz heute unter dem Namen Union Lido" die wohl
bekannteste Campinganlage Europas.
Camping in Italien bietet heute alles, was das Urlauberherz begehrt - und
hat nur noch wenig mit der Idee der Gründerväter zu tun. In den
Nachkriegsjahren hatte das Zelten seinen ganz eigenen Charme. Bella Italia",
das sagenhafte Land, wo die Zitronen blühen", war vor allem für Deutsche das
greifbar gewordene Ziel ihrer Sehnsüchte. Die Deutschen werden reisen wie
noch nie, wenn sie erst wieder satt zu essen haben", hatte bereits 1949 der
spätere Touropa-Geschäftsführer Carl Degener prophezeit.
Als 1954 in den meisten Urlaubsländern die Visumpflicht abgeschafft und die
Urlaubszeit verlängert wurde, gab es von Buxtehude bis Bingen kein Halten
mehr. Bereits Mitte der fünfziger Jahre reisten 4,5 Millionen Deutsche nach
Italien. Spitzenreiter auf der Wunschskala war ein Besuch der Riviera.
Während die Ferien vor 50 Jahren von Genügsamkeit und Sparsamkeit geprägt
waren, bieten die italienischen Campingplätze ihren Gästen heute Komfort pur.
Vom Piemont bis nach Apulien sind fast alle Regionen des Landes bestens für
die Zelttouristen gewappnet. Vieles hat sich mit den Jahren geändert, nicht
aber die Vorliebe der Deutschen für das Zigeunerleben in engstem Kontakt mit
der Natur. Immerhin kommen 56 Prozent aller Camping-Urlauber in Italien aus
Deutschland.
Dabei haben die Campeg-giatori" die Qual der Wahl. In den Camping-Führern
werden Zeltplätze in den verschiedensten Kategorien und Preislagen
angepriesen. Die Palette reicht vom einfachen Ein-Sterne-Platz in einem
toskanischen Pinienwald bis hin zur Union Lido" in Venetien, die mit ihren
acht Restaurants, Shoppingcenter und umfangreichem Unterhaltungsprogramm vom
ADAC seit Jahren mit dem Prädikat Superplatz" ausgezeichnet wird. Hier haben
alle Stellplätze Strom und direkten Wasseranschluss, zudem gibt es
feststehende Maxi-Caravans mit Dusche und WC und teilweise sogar Klimaanlage
und Satelliten-Fernsehen.
Rund 500 Mitarbeiter betreuen die Gäste und kümmern sich um jedes Detail.
Mehr als 65 Prozent der Besucher des norditalienischen Urlaubs-Resorts sind
Deutsche, viele sind Stammgäste und kommen schon seit mehr als 40 Jahren.
Weil hier eben alles optimal funktioniert und man sich geborgen und bestens
umsorgt fühlt", erklärt ein Stammgast aus Stuttgart.
Trotz Luxus und Modernität - der Urlaub im Union Lido" ist durchaus
erschwinglich. So kostet eine Woche zur Hauptreisezeit im August für vier
Personen im eigenen Motorhome rund 520 Euro. Wer ganz sparsam das Mittelmeer
genießen möchte, könnte sich hingegen für den hübschen Campingplatz im
toskanischen Feniglia entscheiden. Für einen Zeltplatz in unmittelbarer
Strandnähe zahlen die Gäste hier weniger als 15 Euro am Tag, inklusive
sauberer Sanitäranlagen, Bars, Waschmaschine und Unterhaltungsprogramm.
Auch das Camping Sfinge" in Ligurien, idyllisch zwischen den Cinque Terre
und Portofino gelegen, ist eine günstige Alternative zu teuren Ferien im
Hotel. Das Gelände erstreckt sich auf 18 000 Quadratmetern in einem von
Pinien und Akazien durchzogenen Tal. Bezahlte man auf den Campingplätzen an
der nahe gelegenen Côte d'Azur schon vor Jahren über drei Euro für eine
Tasse Café au lait, kann man in Ligurien für das gleiche Geld schon fast im
Zelt übernachten. Und selbst das Vier-Sterne-Resort Camping Jesolo" bei
Venedig kostet pro Person und Tag nur neun Euro. Ein Luxus-Stellplatz mit
Strom, TV-Satellit und Wasseranschluss ist dort für 22,50 Euro zu haben.
Insgesamt gibt es in ganz Italien derzeit 2800 ausgerüstete Campingplätze.
Eine Woche im Camper kostet für vier Personen durchschnittlich 400 Euro,
wurde jetzt bei einer internationalen Camping-Messe in Marina di Carrara
errechnet. Und auch wenn sich Camping-Zubehör, Outdoor-Equipment und
Luxus-Motorhomes heute zu einem florierenden Wirtschaftszweig entwickelt
haben - die Ferien im Zelt oder Camper sind für viele Deutsche immer noch
das A und O in Bella Italia" - auch wenn sie heute im Mercedes kommen.
www.unionlido.com
www.campinginitaly.de
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