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Berlin
(dpa) - In Deutschland leben derzeit 6,7 Millionen
Ausländer - rund acht Prozent der Gesamtbevölkerung.
In den vergangenen
Jahren sei diese Zahl um rund 600 000 zurückgegangen, teilte die
Migra-tionsbeauftragte der Bundesregierung, Marieluise Beck (Grüne), in
Berlin mit.
Als Ursache für
diesen Rückgang nannte sie mehr Einbürgerungen und weniger Einwanderung.
Über eine Million Menschen hätten in den vergangenen fünf Jahren einen
deutschen Pass bekommen, sagte Beck bei der Vorlage ihres Berichts über die
Lage der Ausländer in Deutschland weiter. Davon seien 800000 Einbürgerungen
gewesen und 200 000 hier geborene Kinder von ausländischen Eltern, die nach
dem neuen Zuwanderungsgesetz eingebürgert werden.
Zugleich steigt
nach Angaben von Beck die Zahl der Menschen mit Migrationshintergrund".
Diese Migranten hätten einen deutschen oder ausländischen Pass, sie seien
selbst eingewandert oder Kinder von Einwanderern. Jedes vierte Neugeborene
habe heute ein ausländisches Elternteil. Jede fünfte Ehe sei binational. In
den großen westdeutschen Städten kämen bis zu 40 Prozent der Jugendlichen
aus Migrantenfamilien - mit steigender Tendenz, sagte Beck.
Wir haben immer
weniger Ausländer und immer mehr Migranten", fasste Beck die Ergebnisse
ihres Berichts zusammen. Diese Entwicklung habe erhebliche Auswirkungen auf
die Gesellschaft. Kulturelle und religiöse Vielfalt werden das Leben in
unserer Gesellschaft von Generation zu Generation stärker kennzeichnen. Wir
sind gut beraten, diese Entwicklung nicht zu ignorieren."
Das Bild des
Ausländers und Migranten sei oft noch durch die Gastarbeiter geprägt, was
der Realität nicht gerecht werde. Migranten fänden sich heute auf jeder
Stufe der sozialen Leiter". Es gebe den Lagerarbeiter ebenso wie den jungen
ausländischen Akademiker, den Rentner der ersten Generation ebenso wie
Jugendliche, die hier geboren und aufgewachsen seien.
Die
interkulturelle Öffnung ist Chance und Schwierigkeit zugleich", sagte Beck.
Die weltweiten Schulleistungsstudien PISA und IGLU hätten gezeigt, dass in
keinem anderen Industrieland die Abhängigkeit des Bildungserfolges von der
sozialen Herkunft so groß ist wie in Deutschland. Ausländische Kinder seien
in höheren Bildungsgängen unterrepräsen-tiert - ebenso wie deutsche Kinder
aus unteren sozialen Schichten.
Die Förderung
beginnt im Kindergarten", betonte Beck. Gerade zweisprachig aufwachsende
Kinder bräuchten vorschulische Förderung. Lehrer müssten lernen, mit den
Unterschieden in ihren Klassen umzugehen und die Vielfalt für individuelle
Förderung zu nutzen. Es mag schwierig sein für Lehrer oder Erzieherin, sich
auf Kinder einstellen zu müssen, deren Familiensprache nicht Deutsch ist,
aber es gebe keine Alternative.
40 Prozent der
ausländischen Jugendlichen blieben ohne jegliche berufliche Qualifizierung.
Und dies erkläre sich nicht nur allein aus schlechten Schulabschlüssen,
argumentierte Beck. |