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Königssee
(dpa) - Mit einer fulminanten Aufholjagd hat sich Rennrodler Georg Hackl
beim Heim-Weltcup in Königssee endgültig zurück in den Kreis der Olympia-Favoriten
katapultiert. Nach nur Platz acht im ersten Durchgang fuhr der 39-Jährige im
zweiten Lauf mit Bestzeit noch auf den dritten Rang vor und schaffte damit
das erhoffte Erfolgserlebnis beim Start in die heiße Phase vor Olympia. Im
zweiten Lauf habe ich gesehen, was möglich ist", freute sich der dreimalige
Olympiasieger trotz weiter schwacher Startzeiten nach langer
Verletzungspause über sein gelungenes Comeback. Der Schorsch hat eine
überzeugende Leistung gebracht", lobte Bundestrainer Thomas Schwab. Für
Olympia dürfte nun alles klar sein."
So
ausgelassen Hackl nach seinem zweiten Podestplatz dieser Saison am Ende
jubelte, so unzufrieden war er nach dem ersten Lauf. Mir fehlen zwei Zehntel.
So ein Scheiß", schimpfte der Berchtesgadener über Platz acht nach schwacher
Fahrt. Er hat dicke Fehler gemacht", sagte Schwab. Doch mit Wut im Bauch
legte der Routinier am Samstag einen Lauf wie zu besten Zeiten nach und
musste am Ende nur Sieger Armin Zöggeler (Italien) und Tony Benshoof (USA)
den Vortritt lassen. Die Position ist mir fast egal, für mich zählt nur
Olympia", sagte Hackl.
Einen glänzenden Weltcup-Einstand feierte Hackls Vereinskollege Andi Graitl:
Der 21-Jährige wurde Vierter und lag sogar noch vor Ex- Weltmeister David
Möller auf Rang fünf. Das ist ein Traum", sagte Graitl. Gleich der vierte
Platz, das ist toll." Der Bundestrainer zeigte sich vom Youngster
beeindruckt: Er hat seine Chance genutzt." Denis Geppert wurde Neunter, Jan
Eichhorn kam auf Rang zehn. Angeführt von Hackl schafften die deutschen
Rodler im abschließenden Team-Wettbewerb ihren ersten Sieg des Winters vor
den Mannschaften aus Italien und den USA.
Nach seiner Bandscheiben-Operation und einer Nervenentzündung im Arm hatte
sich Hackl mühsam herankämpfen müssen und kam in Königssee erst zu seinem
dritten Weltcup-Einsatz. Dass der Fahrkünstler aber noch nicht abzuschreiben
ist, hatte er schon mit Platz sieben bei der Olympia-Generalprobe in Cesana
und einem zweiten Platz in Calgary bewiesen.
Siege fuhren die Deutschen auch bei den Frauen und Doppelsitzern ein und
schürten damit die Olympia-Hoffnungen weiter. Sylke Otto verwies Tatjana
Hüfner in die Schranken, als Trost erhielt die 22- Jährige aber das ersehnte
Ticket für Turin. Weltcup-Gesamtsiegerin Barbara Niedernhuber muss dagegen
bei Olympia zuschauen: Sie kam hinter Silke Kraushaar auf den vierten Platz.
(Siehe Artikel - links) Besser machten es die Doppelsitzer Patric Leitner/Alexander
Resch, die vor Sebastian Schmidt/André Forker siegten. |