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Bad
Staffelstein (dpa) - Irmgard Och stehen die
Schweißperlen auf der Stirn. Schließlich zeigt das Außenthermometer 35 Grad
im Schatten. Bei diesen Temperaturen bildet sich mühelos Schweiß am ganzen
Körper, ohne dass dazu auch nur eine einzige Bewegung nötig wäre. Doch
Schwitzen gehört für die 45-Jährige seit Jahren zum Berufsalltag. In der
Obermain-Therme im bayerischen Bad Staffelstein sorgt die Frau mit ihren
Sauna-Aufgüssen dafür, dass die Badegäste bei Temperaturen um 90 Grad erst
richtig ins Schwitzen kommen.
Bis zu sechs Mal
je Schicht heizen Irmgard Och und ihre Kollegen den Gästen richtig ein.
Freundlich begrüßt die Sauna-Meisterin, wie die Mitarbeiter von den Gästen
genannt werden, zu Beginn des Aufgusses Saunagänger, die trotz der
hochsommerlichen Außentemperaturen unbeirrt in die Therme strömen.
Eigentlich müssten wir Geld dafür bekommen, dass wir bei diesem Wetter in
die Sauna gehen", scherzt ein Gast.
Och gießt Wasser
auf die heißen Steine. Dadurch beginnt die Luftfeuchtigkeit zu steigen und
die gefühlte Temperatur" steigt nochmals um einige Grad. Während die
Saunagäste beim Aufguss nur ruhig sitzen müssen, beginnt für die Sauna-Meisterin
die eigentliche Arbeit. Mit ihrem Handtuch, das sie wie ein Lasso schleudert,
wirbelt sie die Luft auf und erzeugt so für die Gäste das Gefühl eines
heißen Sahara-Windes. Das geht ganz schön in die Arme", schildert Och.
Bis zu einer
Viertelstunde wedeln die 45-Jährige und ihre zwölf Kollegen die Handtücher
durch die Luft und gießen zwischendurch Wasser oder Eis auf die Steine.
Danach braucht man erst einmal eine kalte Dusche und viel Flüssigkeit",
erläutert ihr Kollege Peter Diller. Bis zu einen Liter Tee trinkt er nach
einem Sauna-Aufguss, also sechs Liter pro Schicht. Dies sei notwendig, um
die verlorene Flüssigkeit auszugleichen, erklärt der 38-Jährige.
Gerade bei diesen
Temperaturen seien die Aufgüsse sehr anstrengend. Einmal habe ich gemerkt,
wie ich das Gefühl hatte, jetzt zieht es mir die Füße unter dem Boden weg",
ergänzt Och. In diesem Fall habe sie den Aufguss abgebrochen. Schließlich
sei die Gesundheit von Mitarbeitern und Gästen das Wichtigste. Die Sauna-
Meister gehen in der Regel zwei Mal pro Stunde durch die Schwitzkammern und
kontrollieren, ob sich alle Gäste bester Gesundheit erfreuen.
An diesen heißen
Sommertagen finden naturgemäß weniger Besucher den Weg in die Schwitzkammern.
Doch es gebe selbstverständlich Stammgäste, die jede Woche kommen. Und auch
bei Temperaturen von über 30 Grad und strahlendem Sonnenschein draußen mache
ihr die Arbeit viel Spaß, erzählt Och. Der Winter allerdings ist mir bei
meinem Job aber doch ein wenig lieber. |