30 June, 2008

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Arbeitsplatz Sauna - Schwitzen und bis zu sechs Liter trinken

Saunameisterin Irmgard Och verteilt mit einem Handtuch die heisse Luft in der Sauna der Obermaintherme in Bad Staffelstein. An ihrem Arbeitsplatz herrschen Temperaturen um 90 Grad.

Bad Staffelstein (dpa) - Irmgard Och stehen die Schweißperlen auf der Stirn. Schließlich zeigt das Außenthermometer 35 Grad im Schatten. Bei diesen Temperaturen bildet sich mühelos Schweiß am ganzen Körper, ohne dass dazu auch nur eine einzige Bewegung nötig wäre. Doch Schwitzen gehört für die 45-Jährige seit Jahren zum Berufsalltag. In der Obermain-Therme im bayerischen Bad Staffelstein sorgt die Frau mit ihren Sauna-Aufgüssen dafür, dass die Badegäste bei Temperaturen um 90 Grad erst richtig ins Schwitzen kommen.

Bis zu sechs Mal je Schicht heizen Irmgard Och und ihre Kollegen den Gästen richtig ein. Freundlich begrüßt die Sauna-Meisterin, wie die Mitarbeiter von den Gästen genannt werden, zu Beginn des Aufgusses Saunagänger, die trotz der hochsommerlichen Außentemperaturen unbeirrt in die Therme strömen. Eigentlich müssten wir Geld dafür bekommen, dass wir bei diesem Wetter in die Sauna gehen", scherzt ein Gast.

Och gießt Wasser auf die heißen Steine. Dadurch beginnt die Luftfeuchtigkeit zu steigen und die gefühlte Temperatur" steigt nochmals um einige Grad. Während die Saunagäste beim Aufguss nur ruhig sitzen müssen, beginnt für die Sauna-Meisterin die eigentliche Arbeit. Mit ihrem Handtuch, das sie wie ein Lasso schleudert, wirbelt sie die Luft auf und erzeugt so für die Gäste das Gefühl eines heißen Sahara-Windes. Das geht ganz schön in die Arme", schildert Och.

Bis zu einer Viertelstunde wedeln die 45-Jährige und ihre zwölf Kollegen die Handtücher durch die Luft und gießen zwischendurch Wasser oder Eis auf die Steine. Danach braucht man erst einmal eine kalte Dusche und viel Flüssigkeit", erläutert ihr Kollege Peter Diller. Bis zu einen Liter Tee trinkt er nach einem Sauna-Aufguss, also sechs Liter pro Schicht. Dies sei notwendig, um die verlorene Flüssigkeit auszugleichen, erklärt der 38-Jährige.

Gerade bei diesen Temperaturen seien die Aufgüsse sehr anstrengend. Einmal habe ich gemerkt, wie ich das Gefühl hatte, jetzt zieht es mir die Füße unter dem Boden weg", ergänzt Och. In diesem Fall habe sie den Aufguss abgebrochen. Schließlich sei die Gesundheit von Mitarbeitern und Gästen das Wichtigste. Die Sauna- Meister gehen in der Regel zwei Mal pro Stunde durch die Schwitzkammern und kontrollieren, ob sich alle Gäste bester Gesundheit erfreuen.

An diesen heißen Sommertagen finden naturgemäß weniger Besucher den Weg in die Schwitzkammern. Doch es gebe selbstverständlich Stammgäste, die jede Woche kommen. Und auch bei Temperaturen von über 30 Grad und strahlendem Sonnenschein draußen mache ihr die Arbeit viel Spaß, erzählt Och. Der Winter allerdings ist mir bei meinem Job aber doch ein wenig lieber.

 

 

Last modified on:01/14/2008

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