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Frankfurt - Nach den
Terroranschlägen von London herrscht auch in Deutschland erhöhte Alarm-bereitschaft.
Bundesinnenminister Schily sagte, man habe zwar keine Hinweise auf eine
erhöhte Gefahrenlage, im Bundesgebiet seien aber die Sicherheitsmaßnahmen
verstärkt worden. Zudem verständigten sich die deutschen Innenbehörden
darauf, Massenverkehrsmittel intensiver zu überwachen. Das Auswärtige Amt
riet Reisenden in London, vorerst öffentliche Verkehrsmittel und die
Innenstadt zu meiden.
Schily sagte, die Bundespolizei kontrolliere den Bahnverkehr, und an den
Flughäfen seien zusätzliche Polizeikräfte im Einsatz. Auch die
Grenzüberwachung sei verstärkt worden. Britische Einrichtungen würden
besonders überprüft. Der Minister rief die Bevölkerung zur Wachsamkeit auf,
warnte aber vor Panik. Es gibt keine Hinweise auf eine erhöhte
Gefährdungslage." Im Kanzleramt hatte sich Schily zuvor mit Außenminister
Fischer und Kanzleramtsminister Steinmeier sowie Vertretern von
Sicherheitsinstitutionen getroffen.
Nach Angaben des bayerischen Innenministers Beckstein verständigten sich die
Leiter deutscher Innenbehörden in einer Schaltkonferenz darauf, den
Objektschutz zu erhöhen und die Präsenz von Sicherheitsdiensten in
Nahver-kehrssystemen zu steigern. Wir müssen uns darüber bewusst sein, dass
wir einer erhöhten Gefährdung unterliegen" sagte der CSU-Politiker mit
Hinweis auf das militärische Engagement Deutschlands in Afghanistan.
Mit Blick auf Gefahren für die Fußball-WM sagte Beckstein, er sehe bei den
jetzigen Anschlägen keinen Zusammenhang mit der Olympia-Entscheidung für
London. So schnell kann eine solche Logistik nicht aktiviert werden."
Die Sicherheitsbehörden haben nach Angaben des Berliner Innensenators
Körting (SPD) keinerlei Hinweise auf mögliche Anschläge in der Hauptstadt.
Jedoch seien die Sicherheitsvorkehrungen für die Botschaften Italiens und
Dänemarks verstärkt worden, sagte Körting. Britische Einrichtungen würden
bereits auf höchstem Niveau gesichert. In den U-Bahnen sei das
Sicherheitspersonal verstärkt worden, die Mitarbeiter patrouillierten in den
Fahrzeugen und Bahnhöfen. Fortan gelte mit der Stufe gelb" die zweithöchste
von drei Kategorien, teilten die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) mit. Wir
fürchten nicht, dass es Anschläge gibt. Aber wir wären auf so etwas
vorbereitet", sagte Körting. Er hatte seinen Urlaub an der Nordsee
abgebrochen, um an den Beratungen teilzunehmen.
Bei der Bahn herrschte nach Angaben von Konzernsprecher Klin-genberg erhöhte
Wachsamkeit. Das gelte für den Fern- und Regionalverkehr ebenso wie für S-Bahnen.
Die Berliner Verkehrsbetriebe erhöhten ihre Sicherheitsvorkehrungen in U-Bahnen,
Straßenbahnen und Bussen. Beim Berliner Innensenator wurde eine Sitzung von
Sicherheitsexperten einberufen. Im Flugverkehr gab es gestern zunächst keine
Auswirkungen.
Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) forderte, die Sicherheitsmaßnahmen
bundesweit zu erhöhen und die Sicherheitskonzepte für öffentliche
Verkehrsmittel zu überprüfen. Die Explosionen seien ein erneuter Beweis,
dass die europäischen Hauptstädte nach wie vor durch den internationalen
Terrorismus auf das Höchste gefährdet sind", sagte GdP-Chef Freiberg. Auch
in Deutschland gehörten Verkehrseinrichtungen zu den gefährlichsten Orten.
Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Rüttgers erklärte, die
Bombenanschläge in London führten schmerzhaft vor Augen, welche Bedrohung
vom weltweiten Terrorismus ausgehe. NRW verschärfte die Schutzmaßnahmen für
Einrichtungen Großbritanniens, der USA und anderer am Irak-Krieg beteiligter
Staaten.
Die rheinland-pfälzischen Sicher-heitsbehörden verstärkten den Schutz des
Zivilflughafens Hahn sowie des US-Luftwaffenstützpunktes Ramstein. Um ein
koordiniertes Vorgehen zu gewährleisten, laufe die Abstimmung auf Bund-Länder-Ebene,
erklärte der baden-württembergische Innenminister Rech. |