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Salzgitter (dpa) - Wildschweine aus
Süddeutschland sollten auch 19 Jahre nach der Reaktorkatastrophe von
Tschernobyl nicht auf den Teller kommen. Eine vom Bundesamt für
Strahlenschutz (BfS/Salzgitter) in Auftrag gegebene Studie, bei der die
Belastung von Wildbret, Pflanzen und Böden des Bayerischen Waldes gemessen
wurde, ergab bei Wildschweinen eine Belastung mit 6700 Becquerel Radiocäsium
pro Kilogramm (Bq/kg). Bei Hirschen habe hingegen keine Probe den Grenzwert
von 600 Bq/kg überschritten, teilte das BfS kürzlich mit.
In
Norddeutschland, wo es 1986 weniger regnete und deshalb weniger Cäsium in
den Boden gelangte, sei die Belastung grundsätzlich geringer.
Bei Wildschweinen steigt die radioaktive Belastung seit 1996 sogar wieder
an", sagte BfS-Sprecher Florian Emrich. Sie ernähren sich unter anderem von
einer speziellen Pilzart, den Hirschtrüffeln. Da das radioaktive Cäsium im
Laufe der Jahre tiefer in den Boden abwanderte, seien die unterirdisch
wachsenden Pilze jetzt stärker belastet als vor zehn Jahren. Deshalb ist
auch in den kommenden zwei Jahrzehnten nicht mit einem nennenswerten
Rückgang bei der Kontamination von Wildschweinfleisch zu rechnen", sagte
Florian Emrich. Beim Vergleich übertrafen die Hirschtrüffel mit einem
Durchschnittswert von 24700 Bq/kg Radiocäsium alle anderen
Nahrungsbestandteile von Wildtieren um ein Vielfaches.
Deutlich niedriger belastet als Wildschweine seien dagegen Rehe und
Rothirsche. Während bei Rothirschen mittlerweile der gesetzliche Grenzwert
für die Vermarktung in der Regel sogar unterschritten wird, hätten Rehe im
Herbst, ebenfalls durch ihre Ernährung, höhere Werte. Nach den
Modellprognosen kann erst in einem Jahrzehnt damit gerechnet werden, dass
bei Rehen die Grenzwerte ganzjährig unterschritten werden.
(Internet: Bundesamt für Strahlenschutz:
www.bfs.de) |