19 August, 2008

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Bundesamt warnt vor Wildbret

Salzgitter (dpa) - Wildschweine aus Süddeutschland sollten auch 19 Jahre nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl nicht auf den Teller kommen. Eine vom Bundesamt für Strahlenschutz (BfS/Salzgitter) in Auftrag gegebene Studie, bei der die Belastung von Wildbret, Pflanzen und Böden des Bayerischen Waldes gemessen wurde, ergab bei Wildschweinen eine Belastung mit 6700 Becquerel Radiocäsium pro Kilogramm (Bq/kg). Bei Hirschen habe hingegen keine Probe den Grenzwert von 600 Bq/kg überschritten, teilte das BfS kürzlich mit.

In Norddeutschland, wo es 1986 weniger regnete und deshalb weniger Cäsium in den Boden gelangte, sei die Belastung grundsätzlich geringer.

Bei Wildschweinen steigt die radioaktive Belastung seit 1996 sogar wieder an", sagte BfS-Sprecher Florian Emrich. Sie ernähren sich unter anderem von einer speziellen Pilzart, den Hirschtrüffeln. Da das radioaktive Cäsium im Laufe der Jahre tiefer in den Boden abwanderte, seien die unterirdisch wachsenden Pilze jetzt stärker belastet als vor zehn Jahren. Deshalb ist auch in den kommenden zwei Jahrzehnten nicht mit einem nennenswerten Rückgang bei der Kontamination von Wildschweinfleisch zu rechnen", sagte Florian Emrich. Beim Vergleich übertrafen die Hirschtrüffel mit einem Durchschnittswert von 24700 Bq/kg Radiocäsium alle anderen Nahrungsbestandteile von Wildtieren um ein Vielfaches.

Deutlich niedriger belastet als Wildschweine seien dagegen Rehe und Rothirsche. Während bei Rothirschen mittlerweile der gesetzliche Grenzwert für die Vermarktung in der Regel sogar unterschritten wird, hätten Rehe im Herbst, ebenfalls durch ihre Ernährung, höhere Werte. Nach den Modellprognosen kann erst in einem Jahrzehnt damit gerechnet werden, dass bei Rehen die Grenzwerte ganzjährig unterschritten werden.

(Internet: Bundesamt für Strahlenschutz:

www.bfs.de)

Niedriger belastet als Wildschweine sind Rehe und Rothirsche

 

 

Last modified on:07/07/2008

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