19 August, 2008

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Wundliegen mit Wachsamkeit verhindern

Essen/Uslar (dpa) - Der Mensch ist nicht zum dauernden Ruhen da. Verharrt er zu lange unbeweglich auf einer Stelle, zerdrückt der Körper mit seinem Gewicht das Organ, das ihn schützt: die Haut. Die Folge sind Druckgeschwüre und Wunden.

Mit gezielten Gegenmaßnahmen lassen sich viele Druckgeschwüre, auch Dekubitus genannt, verhindern. Die Gewebeschädigung ist vor allem für gelähmte und ältere Menschen ein Problem: So plagen sich jedes Jahr rund 500 000 bis 1,5 Millionen Pflegebedürftige in Deutschland mit einem Dekubitus. Ein Drittel davon stirbt an den Folgen", sagt Gerhard Schröder von der Initiative Chronische Wunden in Uslar (Niedersachsen). Auch wenn es nicht soweit kommt , verursachen Druckgeschwüre starke Schmerzen. Das abgestorbene Gewebe der Wunden stinkt, und die Betroffenen haben oft das Gefühl, bei lebendigem Leib zu verfaulen.

Zur Vorbeugung sollten sich Angehörige mit dem Fingertest vertraut machen, rät Jürgen Brüggemann vom Medizinischen Dienst der Spitzenverbände der Krankenkassen in Essen. Der Betroffene hat an der Körperstelle, auf der sein Gewicht lastet, eine Rötung. Wird ein Finger in die Rötung gedrückt und dann rasch weggezogen, färbt sich die Stelle im Normalfall weiß.

Bleibt die Druckstelle rot, ist das ein Zeichen für eine Blutstauung - nicht in den zuleitenden Arterien der Haut, sondern in den ableitenden Venen. Spätestens jetzt sollte ein Pflegedienst oder der Hausarzt verständigt werden. Wenn die venösen Kapillaren abgedrückt werden, sammeln sich Schlackenstoffe im Gewebe an, es entsteht eine Übersäuerung", erklärt Gerhard Schröder.

Der Dauerdruck komprimiert aber die zuführenden Arterien. Die Folge sind Sauerstoff- und Nährstoffmangel in der Haut. Ist dies dauerhaft, sterben die unterversorgten Hautzellen ab, Nervenzellen werden schon nach kurzer Zeit unumkehrbar geschädigt.

Um den Blutfluss in der Haut aufzustauen, ist nicht die Höhe des Auflagedruckes entscheidend, sondern die Dauer: Ein Dekubitus bildet sich besonders dann, wenn der Betroffene zum Beispiel an Demenz leidet und den Druck nicht mehr wahrnimmt.

Ein Dekubitus bildet sich bevorzugt an Körperstellen, die sich durch Knochenvorsprünge und eine geringe Polsterung durch Muskeln- und Fettgewebe auszeichnen, heißt es in dem Internetratgeber Dekubitus.de". Häufig sind Druckgeschwüre in der Steißregion, an den Hüftknochen und an den Fersen.

Das Wichtigste bei der Dekubitusvorsorge ist der ständige Lagerungswechsel", sagt Jürgen Brüggemann. Hilfreich sei jede Art von Bewegung, die der Betroffene noch selbst machen kann. Lässt sich der Patient nicht mehr bewegen, muss der Druck mit Hilfe vom Spezialmatratzen verringert werden.

Angeboten werden zum Beispiel Luftmatratzen mit verschiedenen Kammern, die sich nach Bedarf aufpumpen oder entleeren lassen. Druckgeschwüre können auf diese Weise freigelegt" und entlastet werden. Doch ohne Beratung durch einen Pflegedienst sollte kein Kauf getätigt werden, rät Schröder.

Internet: www.icwunden.de

 

 

Last modified on:07/07/2008

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