19 August, 2008

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Fester Wille statt teurer Ratgeber: Aufhören mit dem Rauchen

Rauchern fällt es schwer, die Sucht zu besiegen. (Bild: Schierenbeck/dpa/gms)

Bonn/Heidelberg (dpa) - Fast alle Raucher denken darüber nach, mehr als die Hälfte hat es schon probiert: Den teuren Tabakröllchen zu entsagen, endlich Schluss zu machen mit stinkenden Klamotten und nächtlichen Ausflügen zum Zigarettenautomaten.

Leider fällt es den meisten Rauchern alles andere als leicht, die Sucht zu besiegen. Je länger und je stärker jemand raucht, desto schwieriger ist das mit dem Aufhören", sagt Marita Völker-Albert von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) in Bonn. Tatsächlich scheitert ein Großteil der Versuche, der krank machenden Sucht Einhalt zu gebieten. Bei Versuchen in Eigenregie sind nur ein bis drei Prozent der Betroffenen auch nach einem Jahr noch Nichtraucher", sagt der DKFZ-Psychologe Peter Lindinger vom Wissenschaftlichen Aktionskreis Tabakentwöhnung. Bei vielen steigt die Bereitschaft, Geld für fragwürdige Hilfsmittel auszugeben. Das Angebot ist gewaltig: Neben Dutzenden Ratgeberbüchern und Hypnose-CDs offerieren findige Unternehmer nikotinfreie Kräuterzigaretten, spezielle Nähstoffpräparate und Pakete mit verschiedenen Filterstufen zur schrittweisen Entwöhnung. Rauchstopp-Massageroller gibt es ebenso zu kaufen wie spezielle Minicomputer, die über das Anzünden der nächsten Zigarette bestimmen.

Die Wunderkuren haben eines gemeinsam: Ihre Wirksamkeit ist nicht nachgewiesen", sagt Lindinger. Sie schaden nicht - aber sie nützen auch nichts." Stattdessen suggerierten sie, dass man nicht selbst aktiv werden muss.

Es funktioniert nicht, dass irgendjemand anderes einem den Kampf abnimmt", betont auch Völker-Albert. Aufhörwilligen empfiehlt sie, zunächst die eigene Motivation gründlich zu hinterfragen. Man muss wirklich einen Schlussstrich ziehen wollen." Lindinger empfiehlt, aufzuschreiben, was man am Rauchen mag - und was nicht. Wer eine solche Bilanz zieht, hat schon viel Motivationsarbeit geleistet."

Besonders problematisch sind für Aufhörwillige oft die über Jahre eingeprägten Verhaltensmuster: Automatisch greift die Hand des Rauchers zur Packung, sobald der Kaffee auf dem Tisch steht. Experten empfehlen, solche Situationen in den ersten Wochen zu meiden. Daneben seien Belohnungen wie die Investition des eingesparten Geldes in ein neues Paar Schuhe wichtig, sagt Martina Pötschke-Langer vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg.

Sehr starken Rauchern, die 80 Zigaretten täglich oder mehr geraucht haben, können in den ersten 14 Tagen Nikotin-Kaugummis oder -Pflaster helfen, den Entzugsstress zu mildern, empfiehlt Völker-Albert. Lindinger rät, sich beim Hausarzt beraten zu lassen oder bei der Krankenkasse nach seriösen Anbietern von Gruppenprogrammen zu fragen. Von den Teilnehmern solcher Programme sind nach einem Jahr 20 bis 40 Prozent noch Nichtraucher."

Allzu verbreitet sind die - nicht ganz billigen - Kurse deshalb trotz ihrer Erfolge noch nicht. Etwa 90 Prozent der auch nach mehreren Jahren noch erfolgreichen Aussteiger" geben an, es auf eigene Faust geschafft zu haben.

Informationen:

www.rauchfrei-info.de

www.rauch-frei. info

www.tabakkontrolle.de

www.rauchfrei

 

 

Last modified on:07/07/2008

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