15 July, 2008

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Erst Mozart, dann... Alles Walzer

Ein stolzer Richard Lugner stellte sich zusammen mit seinen beiden Begleiterinnen (Frau Christina, links, und Baywatch-Girl Carmen Electra) schon ein paar Stunden vor dem Opernball dem Blitzlichtgewitter.

Wien (dpa) - Es gab viel Mozart und wenige Stars zum Jubiläum. Doch den 5000 Gästen des 50. Wiener Opernballs war beides recht. Sie bejubelten Mozart und die Kleine Nachtmusik und feierten fröhlich bis in den Morgen. Zu Ehren des Komponisten, dessen 250. Geburtstag in diesem Jahr reichlich gefeiert wird, widmeten die Veranstalter des Balls der Bälle" dem einstigen Wahl-Wiener das gesamte Einführungsprogramm. Statt Operette gab es Opernarien, und statt Wiener Walzer tanzten die 184 Debütantenpaare Kontre-Tanz. Erst dann hieß es Alles Walzer!", und die tanzwütigen Gäste stürmten ausgelassen das Parkett.

Für den 50. Opernball seit 1956 (1991 fiel er wegen des Golfkriegs aus) war der Prunkbau aus dem 19. Jahrhundert besonders fein herausgeputzt. Blumenschmuck aus Tausenden weißen Amaryllis und Gold gefärbter Eukalyptus zierte die Wände, als Österreichs High Society und die wenigen Promis" aus dem Ausland das Haus am Wiener Opernring betraten. Zwar war praktisch das gesamte Kabinett von Bundeskanzler Wolfgang Schüssel in Frack und rot-weiß-roter Schärpe im Jahr der österreichischen EU-Präsidentschaft zum Feiern angetreten. Auch einige Minister aus der EU-Nachbarschaft, unter ihnen Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU), gaben dem Staatsball" in der Regierungsloge der Staatsoper das nötige Gewicht.

Doch die einst so zahlreichen internationalen Stars und Sternchen blieben dem Jubiläumsball fern. Und so konzentrierte sich das Blitzlichtfeuer der Pressefotografen in Ermangelung wirklich Prominenter fast ausschließlich auf das Baywatch-Girl Carmen Electra. Sie hatte der wegen seiner Eskapaden bekannte Wiener Bauunternehmer Richard Mörtel" Lugner extra aus den USA einfliegen lassen - gegen ein sattes Honorar versteht sich.

Die kurze Liste der prominenten Deutschen wurde diesmal von Schauspieler Mario Adorf und Startenor René Kollo angeführt. Auch Ex- Finanzminister Theo Waigel wurde in einer Loge gesichtet. Tatjana Gsell und Ferfried Prinz von Hohenzollern erregten Berichten zufolge nur deshalb Aufsehen, weil sie sich auf die eigene Schleppe trat. Noch im vergangenen Jahr hatte das Paar durch ein öffentliches Love In" in seinem Hotelzimmer ein paar Schlagzeilen gemacht.

Die üblichen Demonstrationen zum Stelldichein der Wiener High Society fielen in diesem Jahr aus. Die rund 500 Polizisten, die den Prachtbau weiträumig abgesperrt hatten, warteten vergebens. Den Gästen, die mindestens 215 Euro und bis zu 36000 Euro für eine große Loge gezahlt hatten, war es recht. Die Stimmung ist sogar noch etwas besser als sonst", meinte Opernball-Managerin Elisabeth Gürtler, Chefin des benachbarten Hotel Sacher, nach Mitternacht. Sie hatte auch allen Grund zur Freude, denn der Ball wird wohl auch in diesem Jahr wieder die Kassen der Wiener Staatsoper reichlich gefüllt haben. Gürtler rechnete bei einem Umsatz von rund 17 Millionen Euro mit einem satten Reingewinn von über einer Million Euro zu Gunsten der berühmten Bühne.

Einzug der Debütantenpaare

 

 

Last modified on:07/07/2008

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