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Wien
(dpa) - Es gab viel Mozart und wenige Stars zum Jubiläum. Doch den 5000
Gästen des 50. Wiener Opernballs war beides recht. Sie bejubelten Mozart und
die Kleine Nachtmusik und feierten fröhlich bis in den Morgen. Zu Ehren des
Komponisten, dessen 250. Geburtstag in diesem Jahr reichlich gefeiert wird,
widmeten die Veranstalter des Balls der Bälle" dem einstigen Wahl-Wiener das
gesamte Einführungsprogramm. Statt Operette gab es Opernarien, und statt
Wiener Walzer tanzten die 184 Debütantenpaare Kontre-Tanz. Erst dann hieß es
Alles Walzer!", und die tanzwütigen Gäste stürmten ausgelassen das Parkett.
Für den 50.
Opernball seit 1956 (1991 fiel er wegen des Golfkriegs aus) war der Prunkbau
aus dem 19. Jahrhundert besonders fein herausgeputzt. Blumenschmuck aus
Tausenden weißen Amaryllis und Gold gefärbter Eukalyptus zierte die Wände,
als Österreichs High Society und die wenigen Promis" aus dem Ausland das
Haus am Wiener Opernring betraten. Zwar war praktisch das gesamte Kabinett
von Bundeskanzler Wolfgang Schüssel in Frack und rot-weiß-roter Schärpe im
Jahr der österreichischen EU-Präsidentschaft zum Feiern angetreten. Auch
einige Minister aus der EU-Nachbarschaft, unter ihnen
Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU), gaben dem Staatsball" in der
Regierungsloge der Staatsoper das nötige Gewicht.
Doch die einst so
zahlreichen internationalen Stars und Sternchen blieben dem Jubiläumsball
fern. Und so konzentrierte sich das Blitzlichtfeuer der Pressefotografen in
Ermangelung wirklich Prominenter fast ausschließlich auf das Baywatch-Girl
Carmen Electra. Sie hatte der wegen seiner Eskapaden bekannte Wiener
Bauunternehmer Richard Mörtel" Lugner extra aus den USA einfliegen lassen -
gegen ein sattes Honorar versteht sich.
Die kurze Liste
der prominenten Deutschen wurde diesmal von Schauspieler Mario Adorf und
Startenor René Kollo angeführt. Auch Ex- Finanzminister Theo Waigel wurde in
einer Loge gesichtet. Tatjana Gsell und Ferfried Prinz von Hohenzollern
erregten Berichten zufolge nur deshalb Aufsehen, weil sie sich auf die
eigene Schleppe trat. Noch im vergangenen Jahr hatte das Paar durch ein
öffentliches Love In" in seinem Hotelzimmer ein paar Schlagzeilen gemacht.
Die üblichen
Demonstrationen zum Stelldichein der Wiener High Society fielen in diesem
Jahr aus. Die rund 500 Polizisten, die den Prachtbau weiträumig abgesperrt
hatten, warteten vergebens. Den Gästen, die mindestens 215 Euro und bis zu
36000 Euro für eine große Loge gezahlt hatten, war es recht. Die Stimmung
ist sogar noch etwas besser als sonst", meinte Opernball-Managerin Elisabeth
Gürtler, Chefin des benachbarten Hotel Sacher, nach Mitternacht. Sie hatte
auch allen Grund zur Freude, denn der Ball wird wohl auch in diesem Jahr
wieder die Kassen der Wiener Staatsoper reichlich gefüllt haben. Gürtler
rechnete bei einem Umsatz von rund 17 Millionen Euro mit einem satten
Reingewinn von über einer Million Euro zu Gunsten der berühmten Bühne. |