15 July, 2008

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New Orleans feiert Comeback

New Orleans: Die Musik spielt wieder. (Bild: Fremdenverkehr New Orleans/dpa/gms)

Washington/New Orleans (dpa/gms) - Es gibt Dinge, die kein Sturm der Welt zerstören kann: so wie die Kultur und Lebensfreude in New Orleans". Das schrieb Mitte August die texanische Tageszeitung San Antonio Express".

Am 29. August 2005 hatte Hurrikan Katrina" vor der Küste am Golf von Mexiko gewütet und große Teile der Metropole im US-Staat Louisiana zerstört oder unbewohnbar gemacht. Doch die Seele von New Orleans scheint tatsächlich unverwüstlich. Wie eh und je feiern inzwischen Einheimische und Touristen in den Vergnügungsvierteln der Stadt am Mississippi, die nicht ohne Grund Big Easy" (Große Leichtigkeit") genannt wird.

Aus den Bars und Jazzclubs im French Quarter" ertönen wieder die Soli der Saxofone oder die satten Klänge der Bassgitarren. Die Cafés bieten die berühmten pudergezuckerten Beignets an, und durch die Straßen weht der Duft von kreolischen Speisen wie Jambalaya" (Scharfes Reisgericht mit Meeresfrüchten) oder Gumbo" (Scharf- gewürzter Eintopf). In der Bourbon-Street" bringen Cocktails aus Rum, Bourbon und Fruchtsäften das Partyvolk Nacht für Nacht in Stimmung. Kutscher laden am Jackson Square" zu Stadtrundfahrten ein. Wer es gruselig mag, nimmt an einer nächtlichen Friedhofstour teil.

85 Prozent der Hotels in der Stadt sind wieder geöffnet. 28000 Zimmer gibt es - 1150 kommen in einigen Wochen dazu, wenn das Ritz Carlton" und zwei weitere große Herbergen ihre Wiedergeburt" feiern. Wer sein Glück in einem Spielkasino an der Küste versuchen will, hat auch wieder die Qual der Wahl. Ende August eröffnet unter anderem das MGM Beau Rivage Resort", ein Komplex mit 1700 Zimmern, mehreren Restaurants und einem Theater mit 1500 Sitzplätzen. 4000 Mitarbeiter kümmern sich um das Wohl der Gäste dieser Luxus-Ferienanlage - die einen wirtschaftlichen Segen für die Region bedeutet.

Viele Touristen sind auf Grund der Bilder von überfluteten Landschaften und zerstörten Häusern, die um die Welt gingen, weiter verunsichert. Doch viele von denen, die sich darauf einlassen und kommen, lassen sich von New Orleans' einzigartigem Charme verzaubern. In den Medien sieht man kaum etwas von den riesigen Fortschritten und wie gut die Touristenattraktionen in Schuss sind", sagte Nancy Ogden, Vizepräsidentin der Marketingfirma Maritz, dem Fachmagazin Business to Business". Ihre Firma hatte dieses Jahr einen Kongress mit 350 Kunden von St. Louis nach New Orleans verlegt und es nicht bereut: Die Teilnehmer waren begeistert."

Das Geschäft mit Tagungen und Kongressen kommt immer besser in Schwung: Allein der Amerikanische Bibliothekenverband bescherte mit seiner Jahresversammlung, zu der im Juni 18000 Mitglieder anreisten, der Stadt Einnahmen von rund 20 Millionen Dollar (15,6 Millionen Euro).

Im November wird der US-amerikanische Maklerverband mit 35000 Teilnehmern in der Mississippi-Metropole erwartet. Vor dem Hurrikan erwirtschaftete New Orleans durch die Tagungsgäste jährlich 9,6 Milliarden Dollar (7,5 Milliarden Euro) - und die Stadt hofft, diese Summe bald wieder zu erzielen.

Auch der Sport kehrt zurück: Der Superdome" erhält zurzeit für 185 Millionen Dollar (144,5 Millionen Euro) ein Facelifting". Von dort gingen vor einem Jahr schreckliche Bilder von zusammenge-pferchten Flüchtlingen um die Welt.

Nun regierte ab 25. September wieder das Football-Ei, als die New Orleans Saints" in ihrer modernisierten Mega-Arena gegen die Atlanta Falcons" antraten.

Der Besucherschwund kostete der Tourismusindustrie in New Orleans nach Hurrikan Katrina" bisher zwei Milliarden Dollar (rund 1,6 Milliarden Euro), sagt Stephen Perry vom städtischen Tagungs- und Besucherbüro. Doch es wird wieder kräftig gefeiert: Etwa 700000 Menschen waren im Februar beim Karneval Mardi Gras" in New Orleans auf den Beinen. In den Straßen tanzten damit zwar rund 300000 weniger Menschen als an den schrillen Festtagen in den Jahren vor Katrina". Aber auch das Jazz- und Kulturfestival lockte an zwei Wochenenden im Frühjahr immerhin 350 000 Zuschauer an - etwa 150000 weniger als vor dem Sturm.

Die heißen Sommermonate sind traditionell nicht die beliebteste Reisezeit in der Südstaaten-Metropole. Ab Oktober übernahmen in New Orleans aber wieder Geister, Zauberer und Voodoo-Priester das Regiment, wenn das Voodoo Musikfestival" und gruselige Vampirbälle rund um Halloween den Touristen schöne Schauer über die Haut jagen.

Internet:

www.neworleans.de www.neworleanscvb.com www.louisianatravel.com

 

 

Last modified on:07/07/2008

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