30 June, 2008

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Mozart-Hörbücher: Brandauer und Senta Berger erinnern an das Genie

Berlin (dpa) - Zum Mozart-Jahr 2006 haben die Verlage eine ganze Reihe von Hörbüchern über Leben und Werk des Salzburger Komponisten- Genies aufgelegt. An einem der spannendsten Projekte ist Klaus Maria Brandauer beteiligt. Der österreichische Schauspieler liest aus den mehr als 300 Briefen seines Landsmannes. Dabei trifft Brandauer den Witz, das Übermütige und Kindliche des Komponisten ganz genau.

Vor allem in den Briefen an seine Cousine Maria Anna Thekla, das geliebte Bäsle, oder seine Schwester Nannerl geht es auch mal derb- humoristisch zu. Immer aber ist beim Hörbuch „Brandauer liest Mozart“ die unbändige lautmalerische Fantasie des Komponisten zu spüren. Mozarts Geburtstag jährt sich in diesem Jahr zum 250. Mal.

In den Kulturradios der ARD sowie dem Schweizer Sender DRS 2 ist Brandauers Interpretation der Briefe in diesem Jahr täglich zu hören. „In seinen Briefen tritt Mozart als Mensch hervor“, sagt Brandauer. Er sei beeindruckt von der Fröhlichkeit der Schriften gewesen.

Ebenfalls aus Österreich stammt Senta Berger, die die neue Mozart-Biografie des Musikwissenschaftlers Martin Geck - leicht gekürzt - liest. Dabei erzählt die Schauspielerin chronologisch Mozarts Leben - von seiner Zeit als in ganz Europa herumgereichtem Wunderkind bis zu seinem frühen Tod mit nur 35 Jahren. Auf der letzten von insgesamt drei CDs liest die gebürtige Wienerin dann aus Gecks kenntnisreichen Interpretationen von Mozarts Werken - die darin angesprochenen Stücke werden jeweils in Ausschnitten eingespielt.

Auch zwischen den von Berger mit Schwung und Einfühlungsvermögen erzählten Lebensstationen gibt es Musik. Ein großes Plus ist die auch im Hochdeutschen leicht österreichische Klangfarbe von Senta Bergers angenehmer Stimme.

Eine fiktive Geschichte um Mozarts Leidenschaften ist das Hörspiel „Höllenspiel. Über die Kunst und den Zweck der Verführung“ von der Berliner Autorin Kerstin Tomiak. Schauplatz ist Prag im Jahr 1787. Mozart hat Stress, denn einen Tag vor der Uraufführung seiner Oper „Don Giovanni“ ist seine Komposition immer noch nicht fertig. Grund für Mozarts Arbeitsrückstand ist vor allem seine Liebesbeziehung zu der jungen Sängerin Caterina.

Unerwartet tritt der größte Verführer aller Zeiten, Giacomo Casanova, auf den Plan und bietet seine Hilfe an. „Es kommt alles vom gleichen Ort, Liebe und Musik und Kunst - und ich glaube manchmal, dieser Ort ist die Hölle“, meint Mozart, als er die Glaubwürdigkeit seiner „Don Giovanni“-Oper in der Realität prüft und seine Caterina auf die Probe stellt. Mit Leichtigkeit, ein bisschen Frivolität und viel Witz machen die Schauspieler Eva Herzig, Alexander Weise und Markus Hoffmann aus dem „Höllenspiel“ ein lebendiges Hörspiel. Musik gibt es natürlich auch, gespielt vom Ensemble 1800 auf historischen Instrumenten.

„Brandauer liest Mozart“, Lübbe Audio, Bergisch Gladbach 94 Min., Euro 14,90 ISBN 3-7857-3122-1

„Mozart - Eine Biografie Gesprochen von Senta Berger“, Deutsche Grammophon Literatur, Berlin 237 Min., Euro 24,90 ISBN 3- 8291- 1541-5

„Höllenspiel - Über die Kunst und den Zweck der Verführung“, Steinbach Sprechende Bücher, Schwäbisch Hall 110 Min., Euro 17,90 ISBN 3-88698-819-8

 

 

Last modified on:01/14/2008

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