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Berlin
(dpa) - Zum Mozart-Jahr 2006 haben die Verlage eine ganze Reihe von
Hörbüchern über Leben und Werk des Salzburger Komponisten- Genies aufgelegt.
An einem der spannendsten Projekte ist Klaus Maria Brandauer beteiligt. Der
österreichische Schauspieler liest aus den mehr als 300 Briefen seines
Landsmannes. Dabei trifft Brandauer den Witz, das Übermütige und Kindliche
des Komponisten ganz genau.
Vor allem in den Briefen an seine
Cousine Maria Anna Thekla, das geliebte Bäsle, oder seine Schwester Nannerl
geht es auch mal derb- humoristisch zu. Immer aber ist beim Hörbuch
„Brandauer liest Mozart“ die unbändige lautmalerische Fantasie des
Komponisten zu spüren. Mozarts Geburtstag jährt sich in diesem Jahr zum 250.
Mal.
In den Kulturradios der ARD sowie dem
Schweizer Sender DRS 2 ist Brandauers Interpretation der Briefe in diesem
Jahr täglich zu hören. „In seinen Briefen tritt Mozart als Mensch hervor“,
sagt Brandauer. Er sei beeindruckt von der Fröhlichkeit der Schriften
gewesen.
Ebenfalls aus Österreich stammt Senta
Berger, die die neue Mozart-Biografie des Musikwissenschaftlers Martin Geck
- leicht gekürzt - liest. Dabei erzählt die Schauspielerin chronologisch
Mozarts Leben - von seiner Zeit als in ganz Europa herumgereichtem
Wunderkind bis zu seinem frühen Tod mit nur 35 Jahren. Auf der letzten von
insgesamt drei CDs liest die gebürtige Wienerin dann aus Gecks
kenntnisreichen Interpretationen von Mozarts Werken - die darin
angesprochenen Stücke werden jeweils in Ausschnitten eingespielt.
Auch zwischen den von Berger mit
Schwung und Einfühlungsvermögen erzählten Lebensstationen gibt es Musik. Ein
großes Plus ist die auch im Hochdeutschen leicht österreichische Klangfarbe
von Senta Bergers angenehmer Stimme.
Eine fiktive Geschichte um Mozarts
Leidenschaften ist das Hörspiel „Höllenspiel. Über die Kunst und den Zweck
der Verführung“ von der Berliner Autorin Kerstin Tomiak. Schauplatz ist Prag
im Jahr 1787. Mozart hat Stress, denn einen Tag vor der Uraufführung seiner
Oper „Don Giovanni“ ist seine Komposition immer noch nicht fertig. Grund für
Mozarts Arbeitsrückstand ist vor allem seine Liebesbeziehung zu der jungen
Sängerin Caterina.
Unerwartet tritt der größte Verführer
aller Zeiten, Giacomo Casanova, auf den Plan und bietet seine Hilfe an. „Es
kommt alles vom gleichen Ort, Liebe und Musik und Kunst - und ich glaube
manchmal, dieser Ort ist die Hölle“, meint Mozart, als er die
Glaubwürdigkeit seiner „Don Giovanni“-Oper in der Realität prüft und seine
Caterina auf die Probe stellt. Mit Leichtigkeit, ein bisschen Frivolität und
viel Witz machen die Schauspieler Eva Herzig, Alexander Weise und Markus
Hoffmann aus dem „Höllenspiel“ ein lebendiges Hörspiel. Musik gibt es
natürlich auch, gespielt vom Ensemble 1800 auf historischen Instrumenten.
„Brandauer liest Mozart“, Lübbe Audio,
Bergisch Gladbach 94 Min., Euro 14,90 ISBN 3-7857-3122-1
„Mozart - Eine Biografie Gesprochen von
Senta Berger“, Deutsche Grammophon Literatur, Berlin 237 Min., Euro 24,90
ISBN 3- 8291- 1541-5
„Höllenspiel - Über die Kunst und den
Zweck der Verführung“, Steinbach Sprechende Bücher, Schwäbisch Hall 110
Min., Euro 17,90 ISBN 3-88698-819-8 |