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Von
Sandra Cantzler
Offenbach (dpa) - Schicke Schuhe,
die auch bei langem Gehen oder Stehen keine Schmerzen verursachen:
Eigentlich schließt das einander aus. Doch die neue Schuhmode setzt nicht
nur auf dezente Farben und Verzierungen.
Rundere Formen und niedrigere Absätze entlasten in der kommenden Saison
geplagte Frauenfüße. Denn Glitzer und Stilettos danken ab - dafür sind
klassische Töne und solide Materialien im Kommen. Und die Favoriten für die
kalte Jahreszeit bleiben zwar hohe Stiefel. Sie bekommen aber hochmodische
Konkurrenz von ultrakurzen Stiefeletten.
Es
gibt keinen vordergründigen Glamour mehr. Alles ist ein bisschen
bescheidener, aber dennoch schön", sagt Helga Cevey vom Schuh-Institut in
Offenbach. Auffällig ist, das es generell viel, viel ruhiger wird",
bestätigt Julia Mönnich von der in Frankfurt erscheinenden Fachzeitschrift
Textilwirtschaft". Knallige Farben verschwinden. Schwarz, Nachtblau und Grau
werden jetzt wichtig."
Dabei steht Schwarz anders als in früheren Jahren nicht für Schlichtheit,
sondern auch für modische Raffinesse, so die Fachfrau. Die Besonderheiten
eines Schuhs zeigten sich dabei manchmal erst auf den zweiten Blick. Alles
ist subtiler und für meine Begriffe geschmackvoller."
Die unangefochtene Hauptrolle spielen in den kommenden Monaten die Stiefel,
unterstützt von Stiefeletten und - wenn der Schnee nicht allzu hoch liegt -
sogar von Pumps. Ohne Stiefel geht nichts im nächsten Winter, aber nur mit
Stiefeln geht es auch nicht", heißt es etwa bei der Messe Düsseldorf, die
zweimal jährlich die Schuhmesse GDS ausrichtet.
Die Alternative zu den Langschäftern sind Stiefeletten, die nach
Einschätzung von Helga Cevey in der kommenden Saison stärker ins Blickfeld
rücken. Neu ist, dass die kleinen Schwestern des Stiefels jetzt auch zu
kurzen Röcken getragen werden und damit viel Bein zu sehen sein darf, sagt
Stefanie Köhn, Trend- und Stilberaterin aus Wetzlar.
Absolute Neuerscheinung in den Schuhregalen sind so genannte Ankle-Boots,
eine hochmodische Spielart der Stiefelette. Ganz, ganz kurz und extrem
sexy", beschreibt Julia Mönnich diese Variante, die zu schmalen Hosen und
engen Röcken passt. Und damit die Trägerin an frostigen Tagen keine kalten
Beine bekommt, kann sie die nur knöchelhohen Stiefelchen mit Stulpen
ergänzen - ganz wie einst in den achtziger Jahren.
Auch sonst wird es zumindest bei den Schuhen gemütlicher als im vergangenen
Winter: Auf schmalen Absätzen durch den Schnee zu stöckeln, ist passé. Der
Trend geht jetzt zu eher flachen und blockigen Absätzen. Bei den Schuhformen
wird es ebenfalls ungefährlicher. So werden spitze Formen künftig weniger zu
sehen sein. Runde Formen verkürzen zwar optisch den Fuß und lassen die Figur
etwas kompakter wirken. Deshalb sind sie für etwas molligere Frauen nicht
immer erste Wahl, warnt Stefanie Köhn. Ein großer Vorteil sei aber, dass
diese Schuhe wesentlich bequemer sind. |