06 October, 2008

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Winzer mit Jahrgang 2006 sehr zufrieden - Fäulnis drückt auf Menge

Der Kaiserstühler Winzer Konrad Baumer überprüft bei der Weinlese in Vogtsburg-Oberbergen (Kreis Breisgau-Hochschwarzwald) einen möglichen Essigstich an der Spätburgunder-Weintraube

Mainz (dpa) - Trotz Wetterkapriolen und einer Turbo-Ernte" in vielen Weinbergen sind die deutschen Winzer mit dem Jahrgang 2006 durchweg sehr zufrieden. Allerdings sorgt der regenreiche Start in den Oktober in einigen Lagen für erhebliche Probleme mit Fäulnis - das drückt vor allem auf den Ertrag. Die Qualität werde dadurch nicht beeinträchtigt, sagt der Badische Weinbaupräsident Gerhard Hurst. Auch die Winzer in den anderen zwölf Anbaugebieten berichten von Trauben mit idealen Zuckergraden und Säurewerten. Das werden harmonische Weine", sagt der Weinbaupräsident der Region Mosel-Saar- Ruwer, Adolf Schmitt.

Die Prognose zur diesjährigen Erntemenge von zehn Millionen Hektolitern sei inzwischen auf neun Millionen nach unten korrigiert worden, sagt der Sprecher des Deutschen Weininstituts (Mainz), Ernst Büscher. Die Verringerung ergibt sich vor allem daher, dass Winzer faule Trauben herausschneiden oder bei der Handlese am Stock hängen lassen. Der Jahrgang 2006 ist eine Herausforderung", sagt Hurst. Kräftiger Regen während der Lese habe vielerorts in Baden für Fäulnis und damit für Verluste gesorgt. Zu erwarten seien nun frische, lebendige und rassige Weine mit viel Aroma, Frucht und Fülle. Durch den sonnenreichen Juli sowie den regnerischen August habe es eine gute Mischung gegeben. Die Weintrauben konnten sich dadurch gut entwickeln."

Der 2006 ist ein Jahrgang mit allen Schattierungen", sagt Otto Schätzel vom Dienstleist-ungszentrums Ländlicher Raum (DLR) in Bad Kreuznach über die Region Rheinhessen. Vielerorts seien Trauben mit hohen Mostgewichten (Zuckergehalt) herangereift, gepaart mit frischen und fruchtigen Säurewerten. Die Winzer an der benachbarten Nahe hätten mancherorts mit einer rapiden Lese" gegen drohende Fäulnis ankämpfen müssen, sagt Weinbaupräsident Thomas Höfer. Zu erwarten sei jedoch ein überdurchschnittlicher" Jahrgang.

Hermann Schmitt, Geschäftsführer vom Fränkischen Weinbauverband, bezeichnet das Wettrennen gegen den Regen als spannenden Krimi mit sehr gutem Ausgang". So habe es bei den frühen Sorten wie Müller- Thurgau und Silvaner kaum Probleme mit Fäulnis gegeben. Nach der vielen Sonne im September hätten die Frankenweine einen anspruchsvollen Zuckerwert erreicht. Das wird ein sehr guter Jahrgang."

Mit dem nach Einschätzung von Weinbaupräsident Edwin Schrank schnellsten Herbst aller Zeiten" haben die Pfälzer Winzer ihren Most in den Keller gebracht. Ich gehe davon aus, dass es hervorragende Weine werden, markant, fruchtig und frisch". Auch Freunde der Württemberger Weine können sich nach Ankündigung des Weinbauverbandes auf einen Spitzenjahrgang freuen. Die Wengerter sind gerade im Vollstress", sagte Gerhard Schwinghammer vom Verband. Etwas Sorgen hat man auf Grund der Witterung beim Riesling, dessen vollreife Beeren dem Wasserdruck nur schwer standhalten."

Die Rheingauer Winzer sind mit der Mostqualität ebenfalls zufrieden. Neben den Oechslegraden sei die für den Geschmack wichtige Säure gut entwickelt, sagt der Geschäftsführer des Weinbauverbandes, Harald Sperling. Das sieht wirklich gut aus." Sein Kollege Otto Guthier von der Bergsträßer Winzer e.G. erwartet ebenfalls vor allem Moste, die sich für Qualitätsweine eignen.

An der Ahr (Rheinland-Pfalz) sind die Weinproduzenten in diesem Jahr von Wetterkapriolen verschont geblieben. Wir haben einen hervorragenden Jahrgang, kerngesundes Lesegut und fast keine Fäulnis", sagt Weinbaupräsident Ernst Bender. Wir sind in diesem Jahr das gelobte Land." Er erwarte saftige Weine mit hervorragenden Säurewerten". Am benachbarten Mittelrhein hatten die Winzer je nach Lage ihrer Weinberge dagegen mit Fäulnis zu kämpfen. In der Steillage war dieses Problem nicht so akut wie in den flachen Gebieten", sagt der Geschäftsführer des Weinbauverbandes, Gerd Knebel.

Auch in den ostdeutschen Weinregionen Sachsen und Saale-Unstrut rechnen die Winzer mit einem guten Ergebnis. Die Oechslewerte liegen bei bis zu 100, normal für unsere Breiten sind 85 Oechsle", sagt der Geschäftsführer der Winzervereinigung e.G. Freyburg/Unstrut, Gerald Lange. Es werden recht kräftige Weine", ergänzt der Vorsitzende des Weinbauverbandes Sachsen, Christoph Hesse. Der trockene Juli war zwar ein Problem, aber hier kam der Regen im August gerade noch zur rechten Zeit für die Stöcke, so dass es ohne schwere Schäden abging."

 

 

Last modified on:07/07/2008

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