30 June, 2008

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Weinprobe als geselliger Abend mit Lerneffekt

Mainz (dpa/gms) - Weingüter, lauschige Weinkeller oder Weinhandlungen sind die typischen Schauplätze einer Weinprobe. Doch auch in den eigenen vier Wände lässt sie sich gut organisieren.

Gemeinsam mit Freunden werden alte Kellerfavoriten auf den Prüfstand gestellt oder künftige Lieblingstropfen entdeckt. Wer seinen Gästen eine professionelle Probe bieten möchte, kann einen Winzer oder Weinhändler zu sich nach Hause einladen. Für etwas erfahrene Weinkoster ist das ein tolles Erlebnis", sagt Fabian Lange, Weinjour-nalist aus Arnsheim (Rheinland-Pfalz). Der Fachmann wird zusätzliches Wissen vermitteln, das Thema Wein damit im Vordergrund stehen. Das ist jedoch möglicherweise gar nicht gewollt. Anfänger laufen Gefahr, so von der Expertise des Profis beeindruckt zu sein, dass sie zu passiven Konsumenten seines Wissens werden und das unvoreingenommene eigene Entdecken auf der Strecke bleibt."

Ohne fachmännische Rundumbe-treuung ist etwas mehr Vorbereitung notwendig. Mit professioneller literarischer Unterstützung ist es auch für den Laien kein Problem, die richtigen Vorbereitungen zu treffen und die Weine auszuwählen", ermutigt Markus del Monego, Weltmeister der Sommeliers und Master of Wine aus Essen.

Ideal sind Gruppengrößen von acht bis zwölf Personen. Bei einer größeren Teilnehmerzahl wird die Gruppe leicht unübersichtlich", erklärt del Monego. Der wichtigste Teil der Vorbereitung ist die Auswahl der Weine: Nicht zu viele und nicht zu verschiedene sollten es sein. Bei einer zweistündigen Weinprobe servieren wir fünf bis sechs Weine. Bei einer vierstündigen Veranstaltung mit Essen sind es acht bis neun", erläutert Andreas Wagner, Geschäftsführer des Familienweingutes Wagner in Essenheim bei Mainz. Bei größeren Proben ermüden die Geschmacksnerven. Deshalb ist es sinnvoll, die Weinprobe unter ein Thema - etwa eine Rebsorte oder eine Region - zu stellen. Die Weine werden am besten zwei bis drei Tage vor der Probe gekauft. Die edlen Tropfen werden in einem kühlen, dunklen Raum gelagert und am Tag der Probe rechtzeitig auf Serviertemperatur gebracht. Rotweine werden einige Stunden vor der Verkostung geöffnet. Die idealen Verkostungsgläser sind schmucklose, dünnwandige, ungeschliffene Universalweingläser mit einem sich nach oben verjüngenden Kelch - zum Beispiel Chianti- oder Chardonnay-Gläser", sagt Wein-journalist Lange. Wenn jeder Gast zwei oder mehr Gläser erhält, kann er synchron probieren und muss nicht auf der Basis der Erinnerung vergleichen.

Generell sollten weiße und rote Weine nicht im Wechsel probiert, sondern zu Gruppen geordnet werden. Es gibt weitere Grundregeln: Die leichten Weine kommen vor den kräftigen, solche mit wenig Alkohol vor denen mit viel Alkohol, trockene vor süßen", erläutert Winzer Wagner. Wenn man das nicht berücksichtigt, werden die Geschmacksnerven so beeindruckt, dass Feinheiten schwer wahrnehmbar sind."

Zwischen den Proben ist der Gaumen für Erfrischung dankbar. Zumindest neutrales Wasser sollte bereit stehen", empfiehlt Wagner. Klassisch wird außerdem Weißbrot gereicht. Wenn die Probe nicht als Weinmenü aufgebaut ist, wird erst im Anschluss ausgiebig getafelt.

 

 

Last modified on:01/14/2008

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