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Dortmund
(dpa) - Deutschland wird Fußball-Weltmeister." Wenn es derzeit auch nicht
viele gibt, die daran glauben - auf einen Unbeirrten können die Mannen von
Bundestrainer Jürgen Klinsmann zählen. Der 29-jährige Sebastian Schweppe aus
Hamburg wandert seit November durch Deutschland und will seine Landsleute
motivieren, es ihm gleichzutun: Ich glaube fest daran und von ganzem Herzen."
Das Motto des
WM-Wanderers lautet denn auch Ich glaub dran". Über das Internet hat sich
mittlerweile eine Fangemeinde gebildet, die regelmäßig durch
Tagebucheinträge von den Abenteuern des Idealisten erfährt.
Basti", so der
Spitzname des eingefleischten St.-Pauli-Fans, hat eine Mission: Wenn wir so
weitermachen mit dieser Nölerei, wird das alles nix. Es geht darum, dass wir
in Deutschland kapieren müssen, dass wir eine große Chance haben." Dem Team
solle man ein bisschen Vertrauen schenken. Die Jungens haben die Möglichkeit,
in die Geschichte einzugehen", findet er. Das Team könne einen
unkonventionellen Fußball spielen, der für ausländische Mannschaften nicht
einzuschätzen sei, begründet der arbeitslose gelernte Koch seine Hoffnung.
Die WM sei außerdem eine Chance, die sich Deutschland nicht entgehen lassen
sollte: Die WM ist die schönste Möglichkeit, der Welt zu zeigen, dass wir
nicht nur Currywurst und Sauerkraut sind."
Mit Ruck- und
Schlafsack, Zelt und 2,31 Euro hat er am 1. November seine Motivations-Rundtour
durch die Republik gestartet. Ziele waren und sind die jeweiligen
Austragungsorte der WM. Dort lässt Basti" Unterstützer seiner Idee auf
Fahnen unterschreiben. Alle zwölf Fahnen will er Klinsmann persönlich
überreichen und ihm von dem Projekt berichten. Zwölf Fahnen sind ein gutes
Symbol für Deutschland als zwölften Mann." Einen Termin bei ihm habe er
allerdings noch nicht.
Jetzt ist er in
Gelsenkirchen, dann Dortmund. Über eine Live-Kamera will er von dort aus im
Internet berichten. Weiter geht es dann über Gütersloh und Bielefeld nach
Hannover. Am 11. April will er nach Hamburg zurückkehren. Ich freue mich auf
mein eigenes Bett", gibt Schweppe zu. Rund die Hälfte der insgesamt rund
5000 Kilometer legt Basti" zu Fuß zurück, die andere Hälfte meistens per
Anhalter.
Sebastian Schweppe
hat mittlerweile viel zu erzählen. In Berlin traf er Paul Breitner, in
Leipzig Pelé. Er besuchte einen Karnevalsverein, mistete einen Pferdestall
aus, campierte an der Wartburg und erklärte in Frankfurt 48000 Fußballfans
seine Idee. Vor allem die Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft der
Deutschen habe ihn begeistert. Oft habe er in einem Gästezimmer, im Keller
oder in der Garage sein Nachtlager aufschlagen dürfen. In einer Arztfamilie
sei eine akute Mandelentzündung behandelt worden. Erst neulich habe er in
einer Bäckerei zwei Brötchen zum Preis von einem erstanden. Aber auch
Rückschläge gab es. Es ist keine leichte Reise. Ich bin auch total
ausgelacht worden. Aber das gehört dazu." |