19 August, 2008

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Ich glaub dran: 29-Jähriger wirbt für Vertrauen in deutsche WM-Elf

WM-Wanderer Sebastian Schweppe. Der 29-jährige Idealist aus Hamburg wandert seit November unter dem Spitznamen «Basti» durch Deutschland.

Dortmund (dpa) - Deutschland wird Fußball-Weltmeister." Wenn es derzeit auch nicht viele gibt, die daran glauben - auf einen Unbeirrten können die Mannen von Bundestrainer Jürgen Klinsmann zählen. Der 29-jährige Sebastian Schweppe aus Hamburg wandert seit November durch Deutschland und will seine Landsleute motivieren, es ihm gleichzutun: Ich glaube fest daran und von ganzem Herzen."

Das Motto des WM-Wanderers lautet denn auch Ich glaub dran". Über das Internet hat sich mittlerweile eine Fangemeinde gebildet, die regelmäßig durch Tagebucheinträge von den Abenteuern des Idealisten erfährt.

Basti", so der Spitzname des eingefleischten St.-Pauli-Fans, hat eine Mission: Wenn wir so weitermachen mit dieser Nölerei, wird das alles nix. Es geht darum, dass wir in Deutschland kapieren müssen, dass wir eine große Chance haben." Dem Team solle man ein bisschen Vertrauen schenken. Die Jungens haben die Möglichkeit, in die Geschichte einzugehen", findet er. Das Team könne einen unkonventionellen Fußball spielen, der für ausländische Mannschaften nicht einzuschätzen sei, begründet der arbeitslose gelernte Koch seine Hoffnung. Die WM sei außerdem eine Chance, die sich Deutschland nicht entgehen lassen sollte: Die WM ist die schönste Möglichkeit, der Welt zu zeigen, dass wir nicht nur Currywurst und Sauerkraut sind."

Mit Ruck- und Schlafsack, Zelt und 2,31 Euro hat er am 1. November seine Motivations-Rundtour durch die Republik gestartet. Ziele waren und sind die jeweiligen Austragungsorte der WM. Dort lässt Basti" Unterstützer seiner Idee auf Fahnen unterschreiben. Alle zwölf Fahnen will er Klinsmann persönlich überreichen und ihm von dem Projekt berichten. Zwölf Fahnen sind ein gutes Symbol für Deutschland als zwölften Mann." Einen Termin bei ihm habe er allerdings noch nicht.

Jetzt ist er in Gelsenkirchen, dann Dortmund. Über eine Live-Kamera will er von dort aus im Internet berichten. Weiter geht es dann über Gütersloh und Bielefeld nach Hannover. Am 11. April will er nach Hamburg zurückkehren. Ich freue mich auf mein eigenes Bett", gibt Schweppe zu. Rund die Hälfte der insgesamt rund 5000 Kilometer legt Basti" zu Fuß zurück, die andere Hälfte meistens per Anhalter.

Sebastian Schweppe hat mittlerweile viel zu erzählen. In Berlin traf er Paul Breitner, in Leipzig Pelé. Er besuchte einen Karnevalsverein, mistete einen Pferdestall aus, campierte an der Wartburg und erklärte in Frankfurt 48000 Fußballfans seine Idee. Vor allem die Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft der Deutschen habe ihn begeistert. Oft habe er in einem Gästezimmer, im Keller oder in der Garage sein Nachtlager aufschlagen dürfen. In einer Arztfamilie sei eine akute Mandelentzündung behandelt worden. Erst neulich habe er in einer Bäckerei zwei Brötchen zum Preis von einem erstanden. Aber auch Rückschläge gab es. Es ist keine leichte Reise. Ich bin auch total ausgelacht worden. Aber das gehört dazu."

 

 

Last modified on:07/07/2008

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