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Wir fuhren nach Bergholz in New York, es ist nicht weit von den Niagara
Fällen. Einst, vor etwa 150 Jahren, war es ein wichtiger Anhaltspunkt für
Einwanderer, die aus Deutschland kamen und zum Westen weiter wollten. Wir
wollten mal sehen, was da noch übrig geblieben ist nach all diesen Jahren
Wie wir über die Regenbogen-Brücke fuhren wurde es mir klar, dass unsere
Vorfahren die Fälle in all ihrer natürlichen Pracht sahen - ohne
Menschenmassen, das heißt, wenn sie die Zeit dazu hatten.
Heute findet man Bergholz noch nicht mal auf einem Reiseatlas. Es liegt nur
15 Meilen nördlich von Buffalo. Es war interessant für mich, weil Ahnen von
mir hier durchgekommen sind. Viele blieben dort, um Geld zu erwerben, damit
sie weiter nach Milwaukee gehen konnten. Man wusste nie, wie lange man auf
dem Schiff war. Manchmal waren sie für Wochen unterwegs. Man musste ja essen,
und so wurde das schwer ersparte Geld verbraucht, und man musste einen Weg
finden, um weiter zum Westen zu reisen. So blieben sie über den Winter in
Bergholz (Bergholtz) und suchten Arbeit. Viele haben sich dann auch
entschlossen, dort zu bleiben.
Wheatfield entstand im Mai 1836, es war die letzte Stadt in Niagara County.
Innerhalb von Wheatfield entstanden dann 1843 die Ortschaften Bergholz, St.
Johnsburg, Walmore Martinsville und Gratwick. Die letzten beiden sind heute
Teile von North Tonawanda
Eugene W. Camann, Autor von mehreren Büchern und der Gründer von der
Historical Society of North American Settlements" (er starb im Mai 2006),
machte einige interessante Bemerkungen, wie die Leute Buffalo erreichten, in
dem Buch Uprooted From Prussia - Transplanted in America":
To
Buffalo on Barges:" It was a distinct advantage for the old Lutheran
immigrants that they came to America in close-knit groups because in 1843
there was no established reception center or formal immigration service.
Castle Garden, the first such facility would not be opened until 1855,
before then, the passengers were deposited on the dock to fend for
themselves against hawkers, thieves, and swindlers. By traveling together in
groups, the Lutheran Immigrants had at least each other for reassurance and
protection. Apparently most of the groups stayed overnight at a private
German immigrant shelter operated by Mr. Wolf. But they stayed only a day or
two, everything was too expensive in New York City. Besides, they were not
accustomed to the noise and confusion of the bust-ling activity in this big
city, especially since they could not understand a bit of English.
Meanwhile, they were subject to ridicule because of their Low German speech
and Prussian dress. As soon as possible, therefore, they made arrangements
for passage to Buffalo.
Steamboats on the Hudson River to Albany operated on a fairly regular
schedule. Those who could afford it chose the steamboat itself, but most of
them the cheaper ride on the barge, towed by the steamer. One steamer would
pull along behind it as many as ten barges at a time. In Albany they had to
transfer to westbound transportation. Here again, those with sufficient
funds took the train. The section of rails to Buffalo had only recently been
completed, and their entire journey required traveling on eight different
railroad lines, changing cars on each one. By far most of the old Lutherans
chose the cheaper way by Canal Boat.
The Erie Canal had been completed and operating since 1825. It was 350 miles
long and had 72 lift locks that raised boats the 565 feet increase of
altitude from Albany to Buffalo. A little more than 13 minutes was required
for a boat to be processed through each lock. The Canal's 40-foot width at
the top sloped down to 28 feet on the bottom, and its depth was only four
feet. Along the sides were 10-foot towpaths, or sidewalks", for the horses
and mules to walk on while pulling the barges."
Für diejenigen von uns, die als Immigranten hierher gekommen sind, wissen
von der Unsicherheit, die man fühlt. Sicher, da ist das abenteuerliche
Gefühl, wenn man jung ist. Aber viele dieser Leute waren nicht mehr jung in
Jahren, und auch lebte man nicht so lange wie heute. Es gab viele
Krankheiten, für die man damals keine Medikamente hatte.
Wir lernten dort zwei Damen kennen, Mrs Wilma Lass, sie ist Secretary und
Editor in der Society und Mrs Elaine Timm, sie ist Schatzmeisterin. Beide
waren sehr freundlich und begrüssten meine Frau Kläre und mich sehr herzlich.
Die Society hatte ein Picknick geplant, und wir waren eingeladen. Da es
anfing zu regnen, wurde es in die Gemeindehalle verlegt. Frau Lass hat dann
auch einen Vortrag gehalten über ihre Deutschland-Reise,
die sie mit einer Gruppe von 23 Leuten gemacht hatte.
Sie haben sich sehr zu den Ausgaben der Nordamerikanischen Wochen-Post"
gefreut and bedankten sich herzlich dafür. Sie zeigten uns die Urkunden, die
der Kirche gehörten. Leider war mein Großonkel Wilhelm Chinnow nicht dabei.
Das heißt wahrscheinlich, dass er gleich weiter gefahren war. Viele der
Namen, die wir dort fanden, waren von Eugene Camann in seinen Büchern
erfasst. Seine Familie war eine von denen, die dort geblieben ist.
Das Blockhaus, welches sie Das Haus" nennen, ist klein, aber doch gemütlich.
Die Holzwände sind jetzt jedoch mit anderen Materialien verkleidet, aber man
hat innen Ausschnitte gemacht, sodass man die alten Baumstämme noch sehen
kann. Die Möbel und auch andere antike Gegenstände waren vorhanden wie
Kleider und die selbstgemachten Puppen, mit denen die Kinder gespielt haben.
Es ist das einzige Haus, das die 150 Jahre überstanden hat. Heute besteht
die Nachbarschaft aus kleinen A-Frame Häusern, klein aber sauber in der Nähe
des Niagara International Airports.
More from the book More Prussian Transplantings in Wheatfield" von Eugene W.
Camann. As seen by a Buffalo Sunday Newspaper Reporter on Witmer Road toward
Bergholz." In October 1856:
A
desolate country, monotonously level and comparatively thinly settled, on a
road whose depth of mud appeared bottomless for several months of the year,
darkened by tangled remnants of the old forest and fringed by dreary
stretches of swamp, alternating with low-lying fields, hardly redeemed from
the marsh around them, whose stagnant green waters were ever threatening to
win back their own again."
Heute sieht man nichts von dieser Beschreibung, man kann es sich schwer
vorstellen, wenn man die freundlichen Häuser von heute sieht. Man muss nur
die Leute bewundern, die diese Strapazen auf sich genommen haben und
erfolgreich waren. Aber auch die, die es nicht schafften und den Strapazen
erlagen.
Heinz Chinnow |