15 July, 2008

153rd YEAR - THE AMERICAN NEWSPAPER WRITTEN IN THE GERMAN LANGUAGE

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US-Trainer Arena entlassen

New York/Troy ­ Drei Wochen nach dem Aus der USA in der Vorrunde der WM2006 ereilte Bruce Arena, den erfolgreichsten US-Cheftrainer aller Zeiten, überraschend ebenfalls das Aus. Sein am Ende des Jahres auslaufende Vertrag wird nicht verlängert, und die Suche nach einem neuen Trainer beginnt sofort, obwohl Arena sich angeboten hatte, seine Stelle weiterhin zu bekleiden.

Bruce war bereit, weiter zu machen", gab der im März dieses Jahres erwählte neue Verbandspräsident Sunil Gulati bekannt. Ich bin sicher, dass er unter vielen Stellenangeboten auswählen kann. Die Entscheidung im Verband fiel, um eine frische Linie einzubringen, denn acht Jahre Amtszeit bringen Abnutzung."

Arena erliess folgende Veröffentlichung durch den Verband: Ich bin stolz darauf, wie weit die Nationalelf der USA in den letzten acht Jahren gekommen ist, und ich bin überaus optimistisch in Bezug auf die Zukunft des Sports in unserem Land. Bezüglich meiner Person werde ich mir Zeit lassen, meine weitere Trainerlaufbahn zu erwägen."

In der Folge auf das Aus bei der WM löste Arena einen Sturm in der US-Profiliga MLS aus durch seine Forderung, Nationalspieler sollten sich in Europa weiterbilden, denn die MLS böte nicht genügend hohes Niveau. Es wurde ihm unterstellt, die MLS zum Sündenbock für das schwache Abschneiden der Nationalelf stempeln zu wollen. Der neue Verbandspräsident Gulati war lange Jahre bei der MLS als Spielerdirektor tätig. Die MLS ist einzigartig im Profisport insofern alle Spielerverträge zentral im Ligahauptquartier ausgearbeitet werden. Der durchschnittliche MLS-Spieler verdient um $50,000.

Drei Spiele machen aus Arena keinen schlechten Trainer", sagte Gulati zum Vorrundenaus. Aber wir brauchen eine neue Ausrichtung. Acht Jahre sind eine lange Zeit."

Arena trat die Cheftrainerstelle im November 1998 in der Folge an die überaus schwache WM in Frankreich an, bei welcher die USA als 32. und Letzter abschloss. Seither führte er die USA zu 71 Siegen bei 30 Niederlagen und 29 Unentschieden. Er darf mehr als zwei mal so viele Siege anführen als der an zweiter Stelle stehende Bora Milutinovic, der von 1991 durch 1995 30 Siege bei 35 Niederlagen und 31 Unentschieden errang. Den Höhepunkt in Arenas Trainerkarriere bildete zweifelsohne das Erreichen des Viertelfinales bei der WM2002. Aber auch die zweimalige Krone im CONCACAF Gold Cup wog schwer angesichts der Konkurrenz, die nicht nur Mexiko sondern auch Mannschaften aus Südamerika einschloss.

Vor seinem Amtsantritt beim US-Verband hatte Arena durch fünf Meistertitel in der Uni-Königsklasse der NCAA bei der Virginia-Universität, zwei Meistertitel in der MLS mit Washington United, dem Doppel im US Open Cup und dem CONCACAF Champions Cups mit Washington auf sich aufmerksam gemacht.

 

Klinsmann: Kein Interesse

Wunschkandidat Jürgen Klinsmann, als Nationaltrainer Deutschlands im Laufe der letzten Woche abgetreten, bekundet vorerst kein Interesse an der Nachfolge Arenas. Klinsmann: Vom US-Verband hat mich niemand angesprochen." Dies wurde von Gulati bestätigt, der aber auch einräumte, Klinsmann erfülle die Kriterien für die Stelle, die da heissen: Einige Kenntnis des amerikanischen Fussballs, Erfahrung, Führungsqualität und erfolgreiche Arbeit."

Guus Hiddink, der Holländer, der Südkorea 2002 ins Halbfinale führte und 2006 Australien erstmals bei einer WM ins Achtelfinale brachte, steht ganz oben auf der Kandidatenliste hinter Klinsmann, er müsste aber aus einem laufenden Vertrag herausgekauft werden. Kandidaten im eigenen Land wären Arena Assistent Glenn Myernick und die MLS-Trainer Sigi Schmid (Columbus Crew), Dave Sarachan (Chicago Fire) und Bob Bradley (Chivas USA). Keiner von diesen hat jedoch

das Etwas, das Hiddink aufweist und das unbedingt nötig ist, um die Nationalmannschaft auf das nächsthöhere Niveau zu bringen: die Erfahrung auf Augenhöhe der Weltklasse.

Wir stellen den Terminkalender der Nationalmannschaft für den Rest des Jahres auf", meinte Gulati. Arena wird die Mannschaft leiten, falls bei dahin noch kein Nachfolger feststeht.

 

WM2006: Die Fangemeinschaft als wahrer Sieger

Stuttgart ­ Danke, Deutschland! Mit Hupkonzerten und Feuerwerk am 9. Juli in Stuttgart und a 10. Juli in Berlin verabschiedete sich die Welt von der WM2006. Die Welt zu Gast bei Freunden, das Motto dieser WM, wurde zum grossen Leitmotiv der vier Wochen, in welchem sich das Gesicht Deutschlands und der Deutschen rund um den Globus neu definierte.

Wir haben gezeigt, wie wir Deutsche wirklich sind", bekundete Franz Beckenbauer zum Abschied nach dem Endspiel in Berlin. Italien gewann zwar das Finale im Elfmeterschiessen und ist offiziell der neue Titelträger, der Kaiser aber ernannte auch den heimlicher Weltmeister ­ es ist die Fangemeinschaft, die feucht ­ fröhlich aber immer friedlich ausgelassen die WM feierte. Das Bild vom portugiesischen Fan am letzten Samstag des Turniers im Gottlieb-Daimler-Stadion, der nach dem Spiel um den 3. Platz den Portugal-Schal für den Deutschland-Schal mit dem deutschen Fan neben mir tauschte, beide von Kopf bis Fuss in den Farben ihrer Länder gekleidet, wonach sich beide umhalsten, stand symbolisch für diese WM, ein Fest der Freundschaft der Welt durch den Fussball.

Danke, Deutschland!

Das gesamte deutsche Volk hat mitgemacht, die Tausende von Kampagnen in den Vereinen im Vorfeld wurden zu grossen Erfolgen", sagte der Kaiser, der als Chef des Organisationskomitees stets repräsentativ und mit Wohlwollen in diesen vier Wochen referierte. Es hat alles gepasst, auch die äusseren Umstände waren sehr wichtig, ohne die es nun nicht mal geht. Vier Wochen schönes Wetter, das trug viel zum Erfolg bei. So stellt der liebe Gott sich die Welt vor."

Aber auch die Erfolge der deutschen Mannschaft als Vorreiter des stürmischen Stils mit Drang zum Tor als Gegenstück zum Sicherheitsfussball, dem modernen Catenaccio, trug viel zum Euphorie bei. Während die Sicherheit es Ballbesitzes allüberall im Vordergrund stand, erfrischte das Risiko zum unbändigen Sturm der deutschen Mannschaft die Szene und berauschte die gesamte Nation. Dass gerade die deutsche Mannschaft in dieser Hinsicht richtungsweisend würde, war im Vorfeld der WM nicht zu erwarten. Dass einige der schönsten Tore von Deutschland erzielt wurden, war dem gemäss kein Zufall.

Danke Deutschland! Die Welt hat ein neues Bild vom deutschen Volk, der Fussball hat es möglich gemacht.

 

Moderner Catenaccio als Tod des Stars

Es war nicht die WM der Superstars", titelte Kicker-Sportmagazin am Tag nach dem Endspiel die Vorabzusammenfassung des FIFA-Studienleiters Holger Osieck, dessen offizieller Bericht erst im Oktober erscheinen wird. Wer hätte wohl vor der WM behauptet, dass Torsten Frings, Gennaro Gattuso und Andrea Pirlo, allesamt Abräumer vor der Viererkette, mit zu den wichtigsten Spielern der WM empor steigen würden? Denn alle Welt redete nur von Ronaldinho, Riquelme, Deco, Totti und Ballack, den Spielmachern mit der Nummer 10 oder, im Fall Deco, die doppelte Zehn, 20. Von der anderen 10, Zinedine Zidane, wurde nur leise gesprochen, immerhin hatte der Franzose eine recht enttäuschende Saison bei Real Madrid gespielt. Osieck, als Beauftragter der FIFA, darf natürlich nicht ganz reinen Wein einschenken, deshalb heisst bei ihm, die Superstars wären nicht ein Erscheinung getreten, weil sie nach einer Kräfte raubenden Saison in ihren Ligen nicht mehr genügend Reserven mitbrachten.

Als Nicht-Beauftragter der FIFA darf man das Kind beim Namen nennen. Im neuen System wurden die Stars nicht gebraucht, sie tauchten unter im modernen Catenaccio, das stur auf Ballbesitz zielte, einen Stellungskampf ohne Offensivpläne auf den Rasen setzte, man wartete lediglich auf den Fehler des Gegners, auf einen Elfmeterpfiff des Schiedsrichters oder auf die Verlängerung mit anschliessendem Elfmeterstechen.

Das Halbfinale Frankreich ­ Portugal stellte dabei das Musterbeispiel dar. Früher Elfmeter zum 1:0, die Führung wurde mit zehn Vorhängeschlössern am eigenen Strafraum abgesichert. Für Deco oder Maniche, den anderen Mittelfeldstar der Portugiesen, blieb keine Entfaltung. Dafür aber für Vieira und Makelele, die Abräumer der Franzosen.

Das von praktisch allen Ländern eingesetzt System, rühmliche Ausnahme Deutschland, leitet sich aus dem 5-gegen-2-Spielchen auf dem Trainingsplatz ab, die ausgebufften Profis übertrugen es in Perfektion auf den Stadionrasen. In dieser Darstellung bleiben die Stars überflüssig, die Abräumer, welche dem Gegner den Ball abjagten, erwuchsen so zu Schlüsselfiguren: die Sechser" wurden bestimmend, die Zehner" waren nur noch Teil der Sicherheit. Ausnahme Zidane, der im Viertelfinale gegen Brasilien die Ärmel hochkrempelte und Michael Ballack, der sich als die Dreizehn" mit Direktspiel leitend in das Mannschaftsspieleinband und die Forcierung des Vorwärtsspiels aufs gegnerische Tor vorantrieb.

Dass gerade die Italiens, die eigentliche Erfinder des alten und neuen Catenaccio, im Halbfinale Deutschland in der Verlängerung durch beherztes Offensivespiel ausschalteten, Deutschland im kleinen Finale Portugal mit Sturm und Drang an die Wand spielte und Frankreich im Finale durch Henry und Ribbery immer wieder den Weg zum Tor suchte, deutet möglicherweise eine Änderung von Sicherheits ­ Catenaccio zum erfrischenden Angriffsspiel in der Zukunft an.

Die vier Treffer, die im kleinen Finale von Deutschland und Portugal erzielt wurden, retteten die WM2006 nämlich vor einer grausamen Statistik. Durch das Halbfinale war die WM2006 nämlich die Torärmste aller Zeiten, nach den sechs Treffern im kleinen und grossen Finale stieg der Tordurchschnitt pro Spiel mit 2.2 knapp vor jenen der verbleibend torärmsten WM1990 in Italien. Die torreichste WM aller Zeitung war jene von 1954 in der Schweiz mit über 5 Treffern pro Spiel. Kurios: 1954 und 1990 wurde Deutschland Weltmeister.

 

Die neuen FIFA-Weltrangliste: Deutschland 9., USA 16.

Die WM 2006 hat tüchtig aufgeräumt mit der FIFA-Weltrangliste, welche der internationalen Kritik bis hin zur Lächerlichkeit Verantwortung trug und Kriterien zur Rangordnung grundlegend änderte. So werden nur noch die Spiele der letzten vier, nicht mehr der letzten acht Jahre bewertet. Auch zählen nun WM-Spieler noch mehr als Freundschaftsspiele, und Unterschiede in der Spielstärke (Beispiel Europa gegen Nordamerika und Karibik) der FIFA-Regionen werden getrennt bewertet, auch ob ein Sieg auswärts oder daheim stattfand.

Den neuen Kriterien zufolge stieg Deutschland zehn Stellen von Rang 19 auf Rang 9, die USA fiel um elf Stellen von Rang 5 auf Rang 16 und Mexiko rutschte gar 14 Stellen zurück von Rang 4 auf 18. Den grössten Sprung machte die Ukraine anhand des Viertelfinals mit 30 Stellen von rang 45 auf Rang 15. Ghana, der Afrika-Vertreter in der US-Gruppe, verbesserte sich um 23 Ränge von 48 auf 25.

FIFA-Weltrangliste

1. Brasilien 1630P

2. Italien 1550

3. Argentinien 1472

4. Frankreich 1462

5. England 1434

6. Niederlande 1322

7. Spanien 1309

8. Portugal 1301

9. Deutschland 1229

10. Tschechien 1223

P = Punktzahl

Die weiteren Zehn, von Rang 11 bis 20: Nigeria, Kamerun, Schweiz, Uruguay, Ukraine, USA, Dänemark, Mexiko, Paraguay und Elfenbeinküste.

 

Damen: USA ­ Schweden 3:2

Blaine ­ Mit drei Toren in den letzten drei Minuten endete die Partie USA ­ Schweden. Im National Sports Center vor 5000 Zuschauern ging die USA durch Cat Whitehill in der 89. Minute 2:1 in Führung, Elin Ekblom stellte das 2:2 zwei Minuten später her, Kristine Lillys Treffer nach wieder einer Minute brachte den nicht mehr erwarteten Sieg.

Abby Wambach erzielte den 55. Länderspieltreffer mit dem ersten Tor der Gastgeber in der 38. Minute.

Es war interessanterweise das erste Heimspiel der US-Damen im gesamten Jahr 2006.

 

US-Damen am TV

23. Juli 16Uhr USA ­ Irland (in San Diego, live bei ESPN2)

 

30. Juli 13Uhr USA ­ Kanada (in Cary, NC, live bei ESPN2)

 

MLS am TV

22. Juli 16Uhr Columbus ­ Los Angeles (live bei ESPN2)

 

5. August 8:30Uhr MLS All Stars ­ Chelsea London (in Chicago Toyota Park, live bei ESPN)

 

14. Juli

New York ­ Colorado 1:0

New England ­ Real SL 1:3

 

15. Juli

Chicago ­ Dallas 2:3

Washington ­ Columbus 3:2

Kansas City ­ Houston 2:3

Chivas USA ­ Los Angeles 0:0

 

US Open Cup: Amateure schalten Profis der Chivas USA aus

Santa Barbara ­ Seit MLS-Profis im Jahr 1996 in den US Open Cup einstiegen, war es noch nie einem Verein aus dem Amateurwesen gelungen, ins Achtelfinale vorzudringen. Dieses

Kunststück gelang nun dem Dallas Roma FC. Der italienisch Verein aus der texanischen Metropole reiste in der 3. Runde auf Landesebene zum MLS-Klub Chivas USA und besiegte die Profis nach 0:0 in der Verlängerung 4:2 im Elfmeterschiessen. Roma FC ist Mitglied im Staatsverband Texas, der durch die USASA (Amateurwesen) in den Landesverband USSF eingegliedert ist. Zur Veranschaulichung: Roma ist wie Carpathia Kickers, im Amateurbereich der USSF durch den Staatsverband Michigan eingegliedert.

Mehr US Open Cup: Aus für Michigan Bucks gegen Columbus Crew

Rochester ­ Die 3. Runde auf Landesebene wurde zur Endstation für Michigan bucks aus der PDL (Professional Development League) der USL (United Soccer League). Auf dem Platz der Stoney Creek High School verloren Bucks das Heimspiel gegen die MLS-Profis klar mit 1:4.

In der 2. Runde auf Landesebene rückten Bucks daheim mit 2:0 gegen Pittsburgh Riverhounds aus der B-League (Division II der USL) vor.

 

Kickers-Vorschau

21. Juli 18:30Uhr Kickers A ­ River Plate

 

23. Juli 14Uhr Kickers B ­ Metro Rangers

16Uhr Kickers A ­ Plymouth

(alle Spiele auf der Carpathia-Anlage, 38000 Utica Road in Sterling Heights)

 

Ergebnis-Nachtrag

MPSL-Ligapokal

White Eagles A ­ Kickers B 2:2

Kickers A ­ Hellas 8:3

 

MPSL-Punktspiel

Kickers A ­ Michigan Stars 5:1

Last modified on:07/07/2008

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