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New
York/Troy Drei Wochen nach dem Aus der USA in
der Vorrunde der WM2006 ereilte Bruce Arena, den erfolgreichsten US-Cheftrainer
aller Zeiten, überraschend ebenfalls das Aus. Sein am Ende des Jahres
auslaufende Vertrag wird nicht verlängert, und die Suche nach einem neuen
Trainer beginnt sofort, obwohl Arena sich angeboten hatte, seine Stelle
weiterhin zu bekleiden.
Bruce war bereit,
weiter zu machen", gab der im März dieses Jahres erwählte neue
Verbandspräsident Sunil Gulati bekannt. Ich bin sicher, dass er unter vielen
Stellenangeboten auswählen kann. Die Entscheidung im Verband fiel, um eine
frische Linie einzubringen, denn acht Jahre Amtszeit bringen Abnutzung."
Arena erliess
folgende Veröffentlichung durch den Verband: Ich bin stolz darauf, wie weit
die Nationalelf der USA in den letzten acht Jahren gekommen ist, und ich bin
überaus optimistisch in Bezug auf die Zukunft des Sports in unserem Land.
Bezüglich meiner Person werde ich mir Zeit lassen, meine weitere
Trainerlaufbahn zu erwägen."
In der Folge auf
das Aus bei der WM löste Arena einen Sturm in der US-Profiliga MLS aus durch
seine Forderung, Nationalspieler sollten sich in Europa weiterbilden, denn
die MLS böte nicht genügend hohes Niveau. Es wurde ihm unterstellt, die MLS
zum Sündenbock für das schwache Abschneiden der Nationalelf stempeln zu
wollen. Der neue Verbandspräsident Gulati war lange Jahre bei der MLS als
Spielerdirektor tätig. Die MLS ist einzigartig im Profisport insofern alle
Spielerverträge zentral im Ligahauptquartier ausgearbeitet werden. Der
durchschnittliche MLS-Spieler verdient um $50,000.
Drei Spiele machen
aus Arena keinen schlechten Trainer", sagte Gulati zum Vorrundenaus. Aber
wir brauchen eine neue Ausrichtung. Acht Jahre sind eine lange Zeit."
Arena trat die
Cheftrainerstelle im November 1998 in der Folge an die überaus schwache WM
in Frankreich an, bei welcher die USA als 32. und Letzter abschloss. Seither
führte er die USA zu 71 Siegen bei 30 Niederlagen und 29 Unentschieden. Er
darf mehr als zwei mal so viele Siege anführen als der an zweiter Stelle
stehende Bora Milutinovic, der von 1991 durch 1995 30 Siege bei 35
Niederlagen und 31 Unentschieden errang. Den Höhepunkt in Arenas
Trainerkarriere bildete zweifelsohne das Erreichen des Viertelfinales bei
der WM2002. Aber auch die zweimalige Krone im CONCACAF Gold Cup wog schwer
angesichts der Konkurrenz, die nicht nur Mexiko sondern auch Mannschaften
aus Südamerika einschloss.
Vor seinem
Amtsantritt beim US-Verband hatte Arena durch fünf Meistertitel in der
Uni-Königsklasse der NCAA bei der Virginia-Universität, zwei Meistertitel in
der MLS mit Washington United, dem Doppel im US Open Cup und dem CONCACAF
Champions Cups mit Washington auf sich aufmerksam gemacht.
Klinsmann: Kein Interesse
Wunschkandidat
Jürgen Klinsmann, als Nationaltrainer Deutschlands im Laufe der letzten
Woche abgetreten, bekundet vorerst kein Interesse an der Nachfolge Arenas.
Klinsmann: Vom US-Verband hat mich niemand angesprochen." Dies wurde von
Gulati bestätigt, der aber auch einräumte, Klinsmann erfülle die Kriterien
für die Stelle, die da heissen: Einige Kenntnis des amerikanischen Fussballs,
Erfahrung, Führungsqualität und erfolgreiche Arbeit."
Guus Hiddink, der
Holländer, der Südkorea 2002 ins Halbfinale führte und 2006 Australien
erstmals bei einer WM ins Achtelfinale brachte, steht ganz oben auf der
Kandidatenliste hinter Klinsmann, er müsste aber aus einem laufenden Vertrag
herausgekauft werden. Kandidaten im eigenen Land wären Arena Assistent Glenn
Myernick und die MLS-Trainer Sigi Schmid (Columbus Crew), Dave Sarachan
(Chicago Fire) und Bob Bradley (Chivas USA). Keiner von diesen hat jedoch
das Etwas, das
Hiddink aufweist und das unbedingt nötig ist, um die Nationalmannschaft auf
das nächsthöhere Niveau zu bringen: die Erfahrung auf Augenhöhe der
Weltklasse.
Wir stellen den
Terminkalender der Nationalmannschaft für den Rest des Jahres auf", meinte
Gulati. Arena wird die Mannschaft leiten, falls bei dahin noch kein
Nachfolger feststeht.
WM2006: Die Fangemeinschaft als wahrer Sieger
Stuttgart
Danke, Deutschland! Mit Hupkonzerten und Feuerwerk am 9. Juli in Stuttgart
und a 10. Juli in Berlin verabschiedete sich die Welt von der WM2006. Die
Welt zu Gast bei Freunden, das Motto dieser WM, wurde zum grossen Leitmotiv
der vier Wochen, in welchem sich das Gesicht Deutschlands und der Deutschen
rund um den Globus neu definierte.
Wir haben gezeigt,
wie wir Deutsche wirklich sind", bekundete Franz Beckenbauer zum Abschied
nach dem Endspiel in Berlin. Italien gewann zwar das Finale im
Elfmeterschiessen und ist offiziell der neue Titelträger, der Kaiser aber
ernannte auch den heimlicher Weltmeister es ist die Fangemeinschaft, die
feucht fröhlich aber immer friedlich ausgelassen die WM feierte. Das Bild
vom portugiesischen Fan am letzten Samstag des Turniers im Gottlieb-Daimler-Stadion,
der nach dem Spiel um den 3. Platz den Portugal-Schal für den Deutschland-Schal
mit dem deutschen Fan neben mir tauschte, beide von Kopf bis Fuss in den
Farben ihrer Länder gekleidet, wonach sich beide umhalsten, stand symbolisch
für diese WM, ein Fest der Freundschaft der Welt durch den Fussball.
Danke,
Deutschland!
Das gesamte
deutsche Volk hat mitgemacht, die Tausende von Kampagnen in den Vereinen im
Vorfeld wurden zu grossen Erfolgen", sagte der Kaiser, der als Chef des
Organisationskomitees stets repräsentativ und mit Wohlwollen in diesen vier
Wochen referierte. Es hat alles gepasst, auch die äusseren Umstände waren
sehr wichtig, ohne die es nun nicht mal geht. Vier Wochen schönes Wetter,
das trug viel zum Erfolg bei. So stellt der liebe Gott sich die Welt vor."
Aber auch die
Erfolge der deutschen Mannschaft als Vorreiter des stürmischen Stils mit
Drang zum Tor als Gegenstück zum Sicherheitsfussball, dem modernen
Catenaccio, trug viel zum Euphorie bei. Während die Sicherheit es
Ballbesitzes allüberall im Vordergrund stand, erfrischte das Risiko zum
unbändigen Sturm der deutschen Mannschaft die Szene und berauschte die
gesamte Nation. Dass gerade die deutsche Mannschaft in dieser Hinsicht
richtungsweisend würde, war im Vorfeld der WM nicht zu erwarten. Dass einige
der schönsten Tore von Deutschland erzielt wurden, war dem gemäss kein
Zufall.
Danke Deutschland!
Die Welt hat ein neues Bild vom deutschen Volk, der Fussball hat es möglich
gemacht.
Moderner Catenaccio als Tod des Stars
Es war nicht die
WM der Superstars", titelte Kicker-Sportmagazin am Tag nach dem Endspiel die
Vorabzusammenfassung des FIFA-Studienleiters Holger Osieck, dessen
offizieller Bericht erst im Oktober erscheinen wird. Wer hätte wohl vor der
WM behauptet, dass Torsten Frings, Gennaro Gattuso und Andrea Pirlo,
allesamt Abräumer vor der Viererkette, mit zu den wichtigsten Spielern der
WM empor steigen würden? Denn alle Welt redete nur von Ronaldinho, Riquelme,
Deco, Totti und Ballack, den Spielmachern mit der Nummer 10 oder, im Fall
Deco, die doppelte Zehn, 20. Von der anderen 10, Zinedine Zidane, wurde nur
leise gesprochen, immerhin hatte der Franzose eine recht enttäuschende
Saison bei Real Madrid gespielt. Osieck, als Beauftragter der FIFA, darf
natürlich nicht ganz reinen Wein einschenken, deshalb heisst bei ihm, die
Superstars wären nicht ein Erscheinung getreten, weil sie nach einer Kräfte
raubenden Saison in ihren Ligen nicht mehr genügend Reserven mitbrachten.
Als
Nicht-Beauftragter der FIFA darf man das Kind beim Namen nennen. Im neuen
System wurden die Stars nicht gebraucht, sie tauchten unter im modernen
Catenaccio, das stur auf Ballbesitz zielte, einen Stellungskampf ohne
Offensivpläne auf den Rasen setzte, man wartete lediglich auf den Fehler des
Gegners, auf einen Elfmeterpfiff des Schiedsrichters oder auf die
Verlängerung mit anschliessendem Elfmeterstechen.
Das Halbfinale
Frankreich Portugal stellte dabei das Musterbeispiel dar. Früher Elfmeter
zum 1:0, die Führung wurde mit zehn Vorhängeschlössern am eigenen Strafraum
abgesichert. Für Deco oder Maniche, den anderen Mittelfeldstar der
Portugiesen, blieb keine Entfaltung. Dafür aber für Vieira und Makelele, die
Abräumer der Franzosen.
Das von praktisch
allen Ländern eingesetzt System, rühmliche Ausnahme Deutschland, leitet sich
aus dem 5-gegen-2-Spielchen auf dem Trainingsplatz ab, die ausgebufften
Profis übertrugen es in Perfektion auf den Stadionrasen. In dieser
Darstellung bleiben die Stars überflüssig, die Abräumer, welche dem Gegner
den Ball abjagten, erwuchsen so zu Schlüsselfiguren: die Sechser" wurden
bestimmend, die Zehner" waren nur noch Teil der Sicherheit. Ausnahme Zidane,
der im Viertelfinale gegen Brasilien die Ärmel hochkrempelte und Michael
Ballack, der sich als die Dreizehn" mit Direktspiel leitend in das
Mannschaftsspieleinband und die Forcierung des Vorwärtsspiels aufs
gegnerische Tor vorantrieb.
Dass gerade die
Italiens, die eigentliche Erfinder des alten und neuen Catenaccio, im
Halbfinale Deutschland in der Verlängerung durch beherztes Offensivespiel
ausschalteten, Deutschland im kleinen Finale Portugal mit Sturm und Drang an
die Wand spielte und Frankreich im Finale durch Henry und Ribbery immer
wieder den Weg zum Tor suchte, deutet möglicherweise eine Änderung von
Sicherheits Catenaccio zum erfrischenden Angriffsspiel in der Zukunft an.
Die vier Treffer,
die im kleinen Finale von Deutschland und Portugal erzielt wurden, retteten
die WM2006 nämlich vor einer grausamen Statistik. Durch das Halbfinale war
die WM2006 nämlich die Torärmste aller Zeiten, nach den sechs Treffern im
kleinen und grossen Finale stieg der Tordurchschnitt pro Spiel mit 2.2 knapp
vor jenen der verbleibend torärmsten WM1990 in Italien. Die torreichste WM
aller Zeitung war jene von 1954 in der Schweiz mit über 5 Treffern pro
Spiel. Kurios: 1954 und 1990 wurde Deutschland Weltmeister.
Die
neuen FIFA-Weltrangliste: Deutschland 9., USA 16.
Die WM 2006 hat
tüchtig aufgeräumt mit der FIFA-Weltrangliste, welche der internationalen
Kritik bis hin zur Lächerlichkeit Verantwortung trug und Kriterien zur
Rangordnung grundlegend änderte. So werden nur noch die Spiele der letzten
vier, nicht mehr der letzten acht Jahre bewertet. Auch zählen nun WM-Spieler
noch mehr als Freundschaftsspiele, und Unterschiede in der Spielstärke (Beispiel
Europa gegen Nordamerika und Karibik) der FIFA-Regionen werden getrennt
bewertet, auch ob ein Sieg auswärts oder daheim stattfand.
Den neuen
Kriterien zufolge stieg Deutschland zehn Stellen von Rang 19 auf Rang 9, die
USA fiel um elf Stellen von Rang 5 auf Rang 16 und Mexiko rutschte gar 14
Stellen zurück von Rang 4 auf 18. Den grössten Sprung machte die Ukraine
anhand des Viertelfinals mit 30 Stellen von rang 45 auf Rang 15. Ghana, der
Afrika-Vertreter in der US-Gruppe, verbesserte sich um 23 Ränge von 48 auf
25.
FIFA-Weltrangliste
1. Brasilien 1630P
2. Italien 1550
3. Argentinien
1472
4. Frankreich 1462
5. England 1434
6. Niederlande
1322
7. Spanien 1309
8. Portugal 1301
9. Deutschland
1229
10. Tschechien
1223
P = Punktzahl
Die weiteren Zehn,
von Rang 11 bis 20: Nigeria, Kamerun, Schweiz, Uruguay, Ukraine, USA,
Dänemark, Mexiko, Paraguay und Elfenbeinküste.
Damen:
USA Schweden 3:2
Blaine
Mit drei Toren in den letzten drei Minuten endete die Partie USA
Schweden. Im National Sports Center vor 5000 Zuschauern ging die USA durch
Cat Whitehill in der 89. Minute 2:1 in Führung, Elin Ekblom stellte das 2:2
zwei Minuten später her, Kristine Lillys Treffer nach wieder einer Minute
brachte den nicht mehr erwarteten Sieg.
Abby Wambach
erzielte den 55. Länderspieltreffer mit dem ersten Tor der Gastgeber in der
38. Minute.
Es war
interessanterweise das erste Heimspiel der US-Damen im gesamten Jahr 2006.
US-Damen am
TV
23. Juli
16Uhr USA Irland (in San
Diego, live bei ESPN2)
30.
Juli 13Uhr USA Kanada (in Cary, NC, live bei
ESPN2)
MLS am TV
22. Juli
16Uhr Columbus Los Angeles
(live bei ESPN2)
5.
August 8:30Uhr MLS All Stars Chelsea London
(in Chicago Toyota Park, live bei ESPN)
14. Juli
New York
Colorado 1:0
New England Real
SL 1:3
15.
Juli
Chicago Dallas
2:3
Washington
Columbus 3:2
Kansas City
Houston 2:3
Chivas USA Los
Angeles 0:0
US
Open Cup: Amateure schalten Profis der Chivas USA aus
Santa Barbara
Seit MLS-Profis im Jahr 1996 in den US Open Cup einstiegen, war es noch
nie einem Verein aus dem Amateurwesen gelungen, ins Achtelfinale
vorzudringen. Dieses
Kunststück gelang
nun dem Dallas Roma FC. Der italienisch Verein aus der texanischen Metropole
reiste in der 3. Runde auf Landesebene zum MLS-Klub Chivas USA und besiegte
die Profis nach 0:0 in der Verlängerung 4:2 im Elfmeterschiessen. Roma FC
ist Mitglied im Staatsverband Texas, der durch die USASA (Amateurwesen) in
den Landesverband USSF eingegliedert ist. Zur Veranschaulichung: Roma ist
wie Carpathia Kickers, im Amateurbereich der USSF durch den Staatsverband
Michigan eingegliedert.
Mehr
US Open Cup: Aus für Michigan Bucks gegen Columbus Crew
Rochester
Die 3. Runde auf Landesebene wurde zur Endstation für Michigan bucks aus
der PDL (Professional Development League) der USL (United Soccer League).
Auf dem Platz der Stoney Creek High School verloren Bucks das Heimspiel
gegen die MLS-Profis klar mit 1:4.
In der 2. Runde
auf Landesebene rückten Bucks daheim mit 2:0 gegen Pittsburgh Riverhounds
aus der B-League (Division II der USL) vor.
Kickers-Vorschau
21. Juli
18:30Uhr Kickers A River
Plate
23.
Juli 14Uhr Kickers B Metro Rangers
16Uhr Kickers A
Plymouth
(alle Spiele auf
der Carpathia-Anlage, 38000 Utica Road in Sterling Heights)
Ergebnis-Nachtrag
MPSL-Ligapokal
White Eagles A
Kickers B 2:2
Kickers A Hellas
8:3
MPSL-Punktspiel
Kickers A
Michigan Stars 5:1 |