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Jena (dpa) - Vom Tier auf den
Menschen übertragbare Infektionskrankheiten werden von Humanmedizinern
häufig zu spät erkannt
Das sagte Petra Reinhold, Präsidentin der internationalen
Veterinärmedizinischen Gesellschaft für Lungenerkrankungen (VCRS). Viele
Lungen- und Atemwegserkran-kungen bei Tieren könnten aber auf den Menschen
übergehen und teilweise einen schweren Verlauf nehmen. Dazu zählen das
Query-Fieber (Q-Fieber) und die Papageienkrankheit. Damit Erreger beim
Ausbreiten auf den Menschen schnell gestoppt werden, wollen Human- und
Veterinärme-diziner enger zusammen arbeiten.
Bei beiden Krankheiten ähneln die Symptome beim Patienten denen einer
Grippe. Mehr als 200 Menschen in Jena litten im Sommer vergangenen Jahres an
Query-Fieber, das von einer Schafherde übertragen worden war. Fast zeit-
gleich war in Sachsen-Anhalt unter den Tieren eines Geflügelhalters die
Papageienkrankheit ausgebrochen. In Sachsen-Anhalt und Thüringen erkrankten
daran sechs Menschen.
Infektionskrankheiten, die sich vom Tier auf den Menschen ausbreiten können,
heißen Zoonosen. Unter den Zoonosen gibt es auch Krankheiten, die in
Deutschland getilgt wurden, aber durch Importe jederzeit wieder
eingeschleppt werden können, wie zum Beispiel Rotz der Pferde oder
Tuberkulose der Rinder", sagte die Veterinär- medizinerin. Die auf Menschen
übertragbaren Atemwegserkrankungen bei Tieren, die in anderen Teilen der
Welt noch vorkommen, sind eine latente Gefahr, auf die die Mediziner
vorbereitet sein müssen."
In
der VCRS (Veterinary Comparative Respiratory Society) haben sich vor 24
Jahren Human- und Veterinärmediziner aus aller Welt zusammengeschlossen. Die
Zoonosen seien aber in diesem Jahr erstmals Thema einer gemeinsamen
Jahrestagung, sagte Reinhold. Zu dem Treffen in Jena wurden rund 100 Human-
und Vete- rinärmediziner sowie Biologen und andere Naturwissenschaftler
erwartet. Das Institut mit Haupt sitz auf der Ostsee-Insel Riems war im Mai
zum internationalen Zoonosen-Zentrum ernannt worden.
Eine Frage auf der Tagung ist , wie man eine vom Tier aus gehende
Infektionsgefahr schneller erkennen und mindern kann", sagte die Präsidentin.
Eine Bedingung dafür sei, dass der Humanmediziner eine Zoonose schnell als
solche diagnostiziert. Die Tierärzte müssen dann umgehend mit ins Boot
geholt werden, denn sie untersuchen, welche Tierbestände betroffen sind",
sagte Reinhold.
Zoonosebekämpfung kann nur funktionieren, wenn Human- und Veterinärmediziner
gemeinsam an einem Strang ziehen."
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