30 June, 2008

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Neue Attraktion: Solar-Boot

Der deutsche Designer Christoph Behling entwickelte das Solar-Boot.

Von Esther Vaupel

London (dpa) - Im Londoner Hyde Park sorgt ein futuristisch anmutendes Schiff aus Glas und Edelstahl für staunende Gesichter.

Kinder winken Steuermann Peter Scott begeistert zu, als das Solarboot den See Serpentine durchquert.

Scott unternimmt eine letzte Testfahrt, bevor er von jetzt an Touristen transportiert. Idee und Konstruktion für das neue Schiff stammen aus Deutschland: Entworfen hat es der Designer Christoph Behling (36), hergestellt wurde es von einer Firma aus Sulz am Neckar. Kinder sind die liebsten Fahrgäste von Christoph Behling und Bootsverleih-Inhaber Peter Scott. Als schwimmendes Klassenzimmer soll das fast 15 Meter lange Boot Mädchen und Jungen veranschaulichen, wie Solarenergie funktioniert. Sie können dem Steuermann beim Manövrieren zusehen, den Weg der Stromkabel vom Dach in die Batterien verfolgen und auf Monitoren sehen, wie viel Energie das Schiff pro Minute produziert. Selbst bei englischem Herbstwetter reicht die Sonnenstärke, um das Boot anzutreiben", erklärt Christoph Behling. Und überschüssige Energie speisen wir ins Stromnetz ein."

Fünf Jahre lang haben Behling und Scott für die Umsetzung ihres Projektes im Hyde Park gekämpft. Ähnliche Boote kreuzen schon seit einiger Zeit auf der Hamburger Binnenalster, dem Bodensee und auf dem Maschsee in Hannover. Aber in London eine Genehmigung zu bekommen, war sehr viel schwieriger", erzählt Christoph Behling. Schließlich gehört der Park der Queen, und auch die restliche gut betuchte Nachbarschaft ist sehr vorsichtig mit dem, was sie in ihrem Garten akzeptiert." Der Designer ist hochzufrieden. Gut gelaunt sitzt Behling, der sich vor kurzem mit der Firma Solarlab" auf weltweite Solarprojekte spezialisiert hat, an Deck. Das ist mein Traumprojekt", schwärmt der 36-Jährige. Das Boot passt einfach wunderbar hierher. Es macht die Welt im Kleinen ein bisschen besser, weil es die Umwelt schont, und es vereint Zukunftsvisionen und Natur, genau wie London selbst." Bluebird Boats" hat für das Schiff umgerechnet 347000 Euro hingeblättert. Besitzer Peter Scott ist sicher, dass es sich lohnt: Schon jetzt häufen sich die Anfragen, wann das Boot endlich in See sticht." Und richtig: Kaum legt das Solarboot am Steg an, ist es umringt von einem kleinen Grüppchen. Peter Trowill, der in seiner Heimat Chichester selbst als Bootsbauer arbeitet, bittet um einen Rundgang an Deck und staunt über die Technologie: Das Schiff ist wirklich beeindruckend." Auch Hazel Marchbank und ihr Sohn Michael (14) sind fasziniert. Schade, dass wir schon abreisen, bevor das Boot zum ersten Mal fährt", bedauert Marchbank. Das Solar-boot wird ab jetzt jede halbe Stunde vom im Norden gelegenen Bootshaus des Sees zum Diana-Brunnen am anderen Ufer und wieder zurück fahren. Erwachsene zahlen umgerechnet 4,40 Euro, Kinder die Hälfte und Familien 11,70 Euro.

Christoph Behling freut sich auf die Eröffnung, hat aber auch schon neue Pläne. Neben Anfragen aus Südafrika und Japan freut er sich besonders auf ein weiteres Projekt in London: Ab 2008 soll ein Solarschiff für 300 Personen über die Themse fahren."

 

 

Last modified on:01/14/2008

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