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Isny (dpa) - Wer schlimme
Verletzungen auf der Piste vermeiden will, sollte sich gut auf das
Skivergnügen im Schnee vorbereiten. Darauf weist der Mediziner Johannes
Weingart hin.
Noch nie gab es bessere Ski, Schuhe und Bekleidung als heute. Doch vier von
fünf Skifahrern bereiten sich körperlich überhaupt nicht vor", sagte der
Arzt aus Isny im Allgäu in einem dpa/gms-Gespräch. Er rät, möglichst sechs
Wochen vor dem ersten Ski-Event mit Skigymnastik die Gelenkkapseln, Bänder
und Sehnen zu kräftigen oder kurzfristig morgens und abends jeweils zehn
Minuten zu üben. Laut Weingart hat sich durch die Carving-Ski, die von 80
Prozent der Skiläufer gefahren werden, nicht die Zahl, aber die Art der
Verletzungen geändert. Verletzungen von Hand, Ellenbogen, Schulter oder
obere Wirbelsäule samt Kopf haben mit Sprunggelenk, Knie, Hüfte und
Beckenverletzung nahezu gleichgezogen."
Der Energiemediziner und Skilehrer, der Spitzensportler wie
Skilanglauf-Olympiasiegerin Evi Sachenbacher und Radprofi Jan Ullrich
betreut, empfiehlt deshalb: Skifahrer brauchen einen Sturzhelm, denn ihren
Kopf können sie nur so schützen."
Häufig werde vergessen, dass das Carving ganz besonders Knie-, Hüft- und
Beckengelenke belaste. Deshalb müssten diese optimal mit Nährstoffen
versorgt werden. Hilfreich sind dabei Antioxidantien wie Vitamin A, C und E,
Selen und Zink, denn sie reduzieren die Reizzustände", erklärt Weingart.
Mindestens genau so wichtig sei die Regeneration der Gelenkknorpel und -kapsel,
Bänder und Sehnen: Dies kann mit essenziellen Aminosäuren erreicht werden,
die besonders in Soja, Tofu, Fisch und konzentriert in Algen vorhanden sind."
Wichtig ist außerdem warme Kleidung: Ein unterkühlter Muskel sei schlechter
durchblutet und deshalb verletzungsanfälliger. Auf der Piste seien
Aufwärmübungen ein Muss, sagt der Arzt. Nach der Liftfahrt sollte jeder
Skiläufer so lange Rumpf und Arme kreisen und die Knie hochziehen, bis er
ein angenehmes Wärmegefühl spürt."
Allein dadurch könne das Verletzungsrisiko deutlich verringert werden: Ein
aufgewärmter Skiläufer verliert viel seltener die Kontrolle über seine Ski",
sagt Weingart. Außerdem könnte jeder zehnte Unfall durch die perfekte
Einstellung der Bindung vermieden werden. Im letzten Winter wurden 11,3
Prozent der Unfälle auf Nichtauslösen der Bindung zurückgeführt." |