06 October, 2008

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Ski-Damen erstmals seit 26 Jahren ohne Podestplatz zu Olympia - Annemarie Gerg Slalom-5. - Herren-Absage

Fanny Chmelar aus dem oberbayerischen Garmisch-Partenkirchen steht nach dem Slalom in Ofterschwang im Zielraum. Chmelar wurde als zweitbeste Deutsche 16. beim Slalom des alpinen Weltcups.

Ofterschwang/Chamonix (dpa) - Erstmals seit 26 Jahren fahren die einst erfolgsverwöhnten deutschen Ski-Damen ohne einen Podestplatz zu Olympischen Winterspielen. Beim Heim-Weltcup in Ofterschwang unterstrich wenigstens Annemarie Gerg (Lenggries) am Sonntag mit Platz fünf im Slalom als einzige Deutsche ihre Zugehörigkeit zur Weltklasse. Wir haben in keiner Disziplin den Anspruch, ein Medaillenkandidat zu sein. Dafür waren unsere Leistungen im Olympia-Winter einfach nicht gut genug", lautete das ernüchternde Fazit von Cheftrainer Wolfgang Maier. Aber wir wollen aus unserer Außenseiterposition angreifen."

Immerhin zeigten Nachwuchsläuferinnen wie Kathrin Hölzl (Bischofswiesen) als Riesenslalom-Zwölfte oder Fanny Chmelar (Partenkirchen) mit Platz 16 im Slalom ihr Potenzial. Das zeigt, dass nach Ertl und Co nicht die Lichter ausgehen", sagte Maier.

Janica Kostelic düpierte mit einem Slalom-Traumlauf die Konkurrenz. In 1:42,22 Minuten distanzierte die Kroatin die beiden Österreicherinnen Kathrin Zettel und Marlies Schild um 1,33 bzw. 1,45 Sekunden. Durch ihren 26. Weltcup-Sieg ist sie erst die zweite Skiläuferin nach der Österreicherin Petra Kronberger, die in einer Saison in allen fünf Disziplinen gewonnen hat. Ich denke über so etwas nicht nach. Es ist schön, wenn Rekorde passieren. Es war aber nie eines meiner Ziele", sagte die dreimalige Olympiasiegerin.

Annemarie Gerg lag bereits 1,89 Sekunden zurück, war aber nach mehreren Ausfällen froh, wieder einmal im Ziel angekommen zu sein. Das war ganz wichtig für mein Selbstvertrauen", sagte die 30- Jährige.

Bei ihrem letzten Heimrennen setzte sich die Talfahrt von Martina Ertl-Renz fort. In ihrer Spezialdisziplin Riesenslalom fuhr die Team-Weltmeisterin als 19. hinterher, im Slalom schied sie aus. Ich fahre ganz locker nach Turin, weil ich dort nichts mehr zu verlieren habe. Es kann ja nur besser werden", sagte die Lenggrieserin über ihre fünften Winterspiele.

Slalom-Spezialistin Monika Bergmann-Schmuderer (Lam) auf Platz 23 offenbarte erneut technische Mängel, hatte aber eine gute Entschuldigung parat: Ich habe die ganze Nacht durchgekotzt und fühle mich wie durch den Fleischwolf gedreht."

Dank ihres ersten Saisonerfolgs im Slalom baute Janica Kostelic, die mit Fieber am Samstag im Riesenslalom den Finallauf noch verpasst hatte, mit 1382 Punkten ihre Führung im Gesamtweltcup weiter aus. Anja Pärson (Schweden) liegt bei neun noch ausstehenden Rennen 261 Punkte und damit fast aussichtslos zurück. Die Titelverteidigerin im Gesamtweltcup hatte sich den Riesenslalom-Sieg mit der Spanierin Maria Rienda Contreras geteilt, war im Slalom als Führende des ersten Laufs jedoch ausgeschieden.

Kathrin Hölzl überraschte zwar als Riesenslalom-Zwölfte, durfte aber trotz halb geschaffter Olympia-Qualifikation nicht mehr auf das Ticket nach Turin hoffen. Darüber habe ich mir gar keine Gedanken gemacht, sondern nehme das als tolle Bestätigung", sagte die lange als schlampiges Talent" geltende 21-Jährige. Ebenso ihr bestes Weltcup-Resultat erzielte Chmelar (20). Maria Rieschs 18-jährige Schwester Susanne verpasste als 32. knapp den Finaldurchgang.

Von der Absage des letzten Herren-Weltcups vor Olympia in Chamonix (Frankreich) profitierte der Österreicher Benjamin Raich, der kurz vor dem Gewinn der Großen Kristallkugel steht. Den kann ich nicht mehr einholen, und ich weiß nicht, wer das sonst noch schaffen soll", sagte Raichs ärgster Verfolger, Landsmann Michael Walchhofer, der bei acht noch ausstehenden Rennen bereits 245 Punkte zurückliegt. Dichter Nebel auf der Abfahrtsstrecke hatte ein Rennen unmöglich gemacht. Eine Verlegung auf Sonntag war nicht möglich, da für viele Teams schon die Anreise nach Italien auf dem Programm stand. Deutsche Abfahrer wären in Chamonix nicht am Start gewesen.

Die Skirennläuferin Martina Ertl-Renz aus dem oberbayerischen Lenggries fährt im Slalom beim Weltcup in Ofterschwang (Oberallgäu) an eine Slalomstange. Ertl-Renz schied im ersten Lauf aus.

 

 

Last modified on:07/07/2008

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