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Berlin (dpa) - Was bindet uns?"
Hormone, Gene oder persönliche Erfahrungen? Über verschiedenste Aspekte
dieser Frage debattierten kürzlich rund 160 Sexualwissen-schaftler aus
Mitteleuropa an der Berliner Charité.
Viele Menschen wünschen sich enge, anhaltende Bindungen, aber immer weniger
Menschen gelingt es, welche aufzubauen. Diese Probleme werden bei uns zu
einem wachsenden Thema - oft auch zusammen mit unerfülltem Kinderwunsch",
sagte Prof. Klaus Beier, Leiter des Charité-Instituts für Sexualwissenschaft
und -medizin, im Vorfeld der 30. Jahrestagung der Gesellschaft für
Sexualmedizin.
Und ein Kind muss dann möglicherweise als Ersatz für fehlende
Bindungsqualität herhalten", erläutert Beier.
Der manchmal allzu prompte Gang zum Reproduktionsmediziner könne diese
Probleme aber nicht an der Wurzel lösen, glaubt der Sexualwissenschaftler.
Etwa 10 bis 20 Prozent der Menschen in Deutschland haben sexuelle
Funktionsstörungen. Das reicht von Erregungs- und Orgasmusstörungen bis hin
zu Schmerzen beim Verkehr."
Immer noch laufe die Behandlung aber vielfach nicht optimal. Paartherapien,
wie sie beispielsweise bei Erektionsstörungen hilfreich sind, bezahlt keine
gesetzliche Krankenkasse." Zudem müssten Hilfesuchende oft lange Wartezeiten
in Kauf nehmen. Zumindest der Forschung soll künftig aber finanziell unter
die Arme gegriffen werden: Auf der Tagung, die auch 100 Jahre
Sexualwissenschaft feiert, wird die privat finanzierte Wilhelm-von-Humboldt-Stiftung
gegründet.
Darüber hinaus werden erste Ergebnisse des Berliner Präven-tionsprojekts zum
Schutz vor sexuellem Kindesmissbrauch vorgestellt. |