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Erfurt (dpa) - Aufwendige Sanierung
der Erfurter Severi-Kirche: Bei dem Gotteshaus, einem der bedeutendsten
gotischen Bauten in Deutschland, haben sich die Türme durch das
Glockengeläut leicht verschoben und bis zu zehn Zentimeter breite Risse
bekommen. Wie Bauamtsleiter Andreas Gold am Montag in Erfurt erklärte, soll
daher ein seitlicher Treppenturm komplett abgetragen, erneuert`` und wieder
aufgebaut werden. Zudem werden die in den vergangenen Jahrzehnten
auseinandergedrifte-ten Türme mit Edelstahlankern miteinander verbunden
ebenso wie mit dem Langhaus. Die Kosten bezifferte Gold auf rund 1,5
Millionen Euro, die Gesamtsanierung der Kirche kostet etwa 4,2 Millionen
Euro. Die Severi-Kirche bildet zusammen mit dem Mariendom das Wahrzeichen
Erfurts.
Die Haube des Treppenturms soll in den kommenden Tagen abgehoben werden.
Danach folge Stein um Stein, sagte Gold. Er geht von knapp 1000 Quadern und
Stufen aus, die mit Nummern versehen hinter der Kirche gelagert werden
sollen.
Etliche Teile der Treppenhauses müssen nachgebildet werden, da nach einem
Granateinschlag im Zweiten Weltkrieg Stufen durch Holz ersetzt wurden. Da
diese nicht im Mauerwerk verankert sind, hat die Stabilität des Seitenturms
gelitten", erklärte Gold. An einigen Stellen seien bereits Steine
herabgefallen.
Als Hauptursache der Bauschäden nannte Gold die acht Glocken. Beim Läuten
kämen die Türme in gegenläufige Bewegungen und entfernten sich zudem vom
Langschiff. Mit umfangreichen Veränderungen am Glockenstuhl und den Glocken
sollen die Läute-Auswirkungen gemildert werden.
Die Sanierungskosten werden vom Bistum, der Stadt, dem Denkmalschutz und dem
Bundesministerium für Kultur getragen. Die Arbeiten sollen bis zur
Bistumswahlfahrt im September 2007 abgeschlossen werden. In den vergangenen
Jahren war bereits der benachbarte Dom, der mit der Gloriosa"-Glocke
ähnliche Probleme aufzuweisen hatte, umfangreich saniert worden. |