15 July, 2008

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Schumi ist nur Zaungast bei Alonsos Triumphfahrt

Hier kraxelt Schumi: Michael Schumacher flüchtet aus seinem demolierten Ferrari hoch auf den Begrenzungszaun. In Runde 34 setzte der Ex-Weltmeister seinen Wagen in die Strecken-begrenzungsmauer.

Melbourne (dpa) -Michael Schumacher zerlegte seinen Ferrari an der Streckenmauer, irrte anschließend durch die gegnerische Toyota-Box und konnte nur noch tatenlos der erneuten Triumphfahrt von Weltmeister Fernando Alonso zusehen.

Durch seinen selbst verschuldeten Unfall beim turbulenten Großen Preis von Australien platzten gestern alle Hoffnungen auf eine baldige Rückkehr an die Spitze der Formel 1. Ich habe das sicher nicht so gut gestaltet, wie ich es hätte tun sollen. Ich bin gerutscht. Das war mein Verhängnis. Es ist halt dumm gelaufen", sagte Schumacher sichtlich niedergeschlagen. Die Familienehre rettete Bruder Ralf: Trotz einer Durchfahrtstrafe wegen zu schnellen Fahrens in der Boxengasse raste er im Toyota nach 302,271 Kilometern mit 24,824 Sekunden Rückstand auf Renault-Pilot Alonso und McLaren-Mercedes-Mann Kimi Räikkönen auf Rang drei. Nick Heidfeld löste als Vierter Jubel im Lager des neuen BMW-Sauber-Teams aus (s. weiteren Bericht auf dieser Seite).

Dem Dominator Renault ist derzeit aber keiner gewachsen: Dritter Sieg im dritten WM-Lauf - so wie vor einem Jahr erlebt die

Konkurrenz ihr blaues Wunder". Alonso holte sich im Albert Park seinen zweiten Saisonerfolg, nur in Malaysia hatte er sich als Zweiter seinem Teamkollegen Giancarlo Fisichella geschlagen geben müssen. 28 von 30 Punkten, da ist bis jetzt schon ein Traum in Erfüllung gegangen", kommentierte der sichtlich gelöste Spanier.

Dabei musste der bis dato jüngste Titelträger, der nach der ersten von vier Safety-Car-Phasen Pole-Mann Jenson Button aus Großbritannien überholt hatte, nicht einmal alles aus seinem R26 herausholen. Es war wichtig, den Motor schon fürs nächste Rennen in Imola zu schonen", meinte der 24-Jährige. Töne, die einem seltsam bekannt vorkommen - aus den Zeiten eines Dominators Michael Schumacher. Davon kann nach drei Saisonrennen schon keine Rede mehr sein. Alonso ist der Mann. Nach seinem zu keiner Zeit gefährdeten Sieg in 1:34:27,870 Stunden führt der Motorsport-Star aus Oviedo die WM-Wertung klar vor Fisichella und Räikkönen (beide je 14) an. Schumacher ist Vierter mit elf Punkten. In der Konstrukteurs- Wertung liegt Renault mit 42 Zählern vor McLaren-Mercedes (23) und Ferrari (15).

Vor der Rückkehr nach Europa mit dem Ferrari-Heimrennen am 23. April in Imola will Schumacher von einem erneuten Katastrophenjahr wie 2005 allerdings

nichts wissen. Ich glaube nicht, dass wir über 2005 reden müssen, weil wir letzten Endes wesentlich konkurrenzfähiger sind", behauptete der 37-Jährige nach den Plätzen zwei (Bahrain) und sechs (Malaysia). In Australien, wo sich der 84-malige Grand-Prix-Gewinner einiges erhofft hatte, war er aber bereits in der Qualifikation als Elfter hinterher gefahren. Mit einem vergessenen Bremskühler beim Boxenstopp hatte die Ferrari-Crew zudem nicht den besten Eindruck gemacht. Erst bei der Ausfahrt aus der Boxengasse löste sich das Teil.

Im Rennen brachte der Ferrari-Star dann die Reifen nicht auf die richtige Betriebstemperatur und leistete sich einige Verbremser. Mit der Performance, die wir hier dieses Wochenende gezeigt haben, können wir nicht zufrieden sein - dürfen wir nicht zufrieden sein", räumte er ein: Wir müssen besser werden. Wir müssen unter allen, nicht nur unter gewissen Bedingungen schnell sein. Wir müssen sicherlich noch sehr hart an uns arbeiten."

Das ist ein Wochenende zum Vergessen", räumte Ferrari-Direktor Jean Todt ein: Ohne Punkte nach Hause zu fahren, ist ein sehr bitteres Gefühl." Der erste Akt des Ferrari-Debakels fand bereits in der ersten Runde statt, als Felipe Massa nach dem Neustart des von mehreren Unfällen geprägten Rennens in einen Crash verwickelt worden war. Ferrari - in Melbourne ein Schatten seiner selbst.

 

 

Last modified on:07/07/2008

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