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Titel aus eigener
Kraft wieder möglich - Pech für Heidfeld und Rosberg
Von Jens Marx
und Elmar Dreher
Hockenheim (dpa) - Mit einer Spazierfahrt hat
Michael Schumacher bei seinem möglicherweise letzten Heimrennen auf dem
Hockenheimring dem schwächelnden Fernando Alonso eine Lektion erteilt und
kann nach seinem Sieg-Hattrick wieder aus eigener Kraft den achten WM-Titel
einfahren. Das ist ein super tolles Wochenende. Überragend. Es hätte nicht
schöner laufen können", sagte der Sieger des 30. Großen Preis von
Deutschland am Sonntag. Zusammen mit seinem zweitplatzierten Teamkollegen
Felipe Massa feierte er kurz nach dem Zieleinlauf den zweiten Doppeltriumph
in dieser Saison ausgelassen und tanzte mit dem Brasilianer auf seinem
Ferrari.
Dagegen büßte
Alonso im Renault vor offiziell 118000 Zuschauern als Fünfter im zwölften
WM-Lauf wichtige Punkte im Kampf um die Formel-1-Weltmeisterschaft ein. Es
ist ein enger Kampf zwischen Michael und mir, Ferrari und Renault. Wir haben
noch elf Punkte Vorsprung", sagte Alonso. Sein Rivale Schumacher will auch
beim nächsten Rennen in Budapest am Sonntag auf der Überholspur bleiben. Ich
denke, dass wir den Rückstand rasch weiter reduzieren können und es in den
letzten Grand Prix' ein Kopf an Kopf Rennen gibt", sagte er. In den sechs
noch ausstehenden Rennen kann Schumacher nun wieder aus eigener Kraft
Weltmeister werden."Das wird richtig, richtig spannend. Vielleicht haben wir
am Ende die Nase vorn", hoffte der Ferrari-Star nach seinem 89. Grand-Prix-Erfolg.
Zwischen Alonso,
dem es einen Tag nach seinem 25. Geburtstag die Feierlaune verschlug,
schoben sich noch McLaren-Mercedes-Mann Kimi Räikkönen (Finnland) und der
britische Honda-Pilot Jenson Button. Es ist schon ein bisschen überraschend,
dass wir so weit vorne stehen. Wir müssen jetzt weiter pushen", meinte
Schumacher. Mit seinem Teamkollegen lag er von der elften Runde an vorne und
fuhr seinen insgesamt vierten Erfolg in Hockenheim - öfter siegte kein
anderer Pilot in der Kurpfalz - am Ende locker in 1:27:51,693 Stunden nach
Hause.
Dagegen gingen die
drei weiteren deutschen Lokalmatadoren auf 306,458 Kilometern leer aus. Ralf
Schumacher landete im Toyota lediglich auf Rang neun, Nico Rosberg aus
Wiesbaden (Williams) und Nick Heidfeld (BMW) schieden kurz nach dem Beginn
aus. Nerven zeigte aber auch Titelverteidiger Alonso, der beim Start noch
zwei Plätze gut gemacht hatte und vom siebten auf dem fünften Platz
vorgefahren war. Kurz vor dem Rennende kam der bislang jüngste Weltmeister
aber von der Strecke ab und konnte seinen Renault nur mit letzter Kraft
wieder in die Spur bringen.
Überraschend war
der Spanier nur eine Runde nach Schumacher zum ersten Mal an die Box
gefahren, nachdem der mit wenig Benzin ins Rennen gestartete Pole-Mann
Räikkönen den Tankreigen schon in der 10. Runde eröffnet hatte. Als Alonso
auf die Strecke zurückkehrte, hatte Schumacher sogar zwei Sekunden gut
gemacht und lag 38,8 Sekunden vorne. Nach weniger als einem Drittel der
Renndistanz war die Vorentscheidung somit gefallen. Es gab keine kritischen
Momente für uns. Wir konnten relativ locker fahren", sagte Schumacher nach
seinem dritten Sieg in Serie.
Ralf Schumachers
Aufwärtstrend mit dem vierten Rang zuvor in Magny Cours wurde durch eine
frühe Kollision und eine Durchfahrtsstrafe wegen
Geschwindig-keitsübertretung in der Boxengasse gebremst. Man kann nicht von
Schadensbegrenzung sprechen. Wir hätten auf jeden Fall auf das Podium fahren
können", sagte er. Gleich in der ersten Runde war Landsmann Rosberg von der
Strecke abgekommen und in der Streckenbegrenzung gelandet. Das war meine
Sache. Ich habe es vielleicht übertrieben", gestand der von Platz 14
gestartete Rosberg. Bereits beim Training war er wegen eines technischen
Defekts in die Reifenstapel gekracht. Wenn man immer weiter hinten steht,
versucht man das Risiko immer wieder neu auszuloten."
Auch für Heidfeld
lief es nicht besser. Er musste seinen BMW in der elften Runde abstellen.
Ich habe im Gedränge einen Schlag hinten rechts bekommen. Die Reifen und
Bremsen waren beschädigt. Es wäre zu gefährlich gewesen weiterzufahren",
sagte der Mönchengladbacher, dessen Teamkollege Jacques Villeneuve nach
Abflug ebenfalls vorzeitig ausschied. Beide Fahrer waren in der ersten Runde
in Kollisionen verwickelt", sagte BMW-Motorsportchef Marion Theissen und
sprach von einem rundum verkorksten Wochenende. |