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Von Britta Schmeis, dpa
Offenbach (dpa) - Der Keilabsatz
ist wieder da. Wer up to date sein will, kommt im Sommer an Modellen mit
Keilabsatz nicht vorbei", sagt Traudel Albrecht-Fuchs vom Bundesverband
Lederwaren und Kunststofferzeugnisse in Offenbach.
Er
kommt, und zwar in allen Variationen: aus Bast, Holz oder Kork, als
Ballerina, Espandrille oder Pantolette. Und während die quietschigen Farben
verschwinden, rücken zur Bekleidung passende Naturtöne in den Vordergrund.
Einfach hinein zu schlüpfen reicht bei den Schuhen im Sommer aber oft nicht
aus. Insbesondere bei den Modellen mit Keilabsatz wird geschnürt, gewickelt
und geflochten. Ganz Mutige kombinieren den Keilabsatz sogar mit
Plateausohle. Eine wackelige Angelegenheit wird es aber trotzdem nicht, weil
alle Absätze robuster sind", sagt die Moderedakteur Julia Mönnich vom in
Frankfurt erscheinenden Bran-chenblatt Textilwirtschaft". Gleiches gilt für
Riemchen, die nicht mehr ganz so filigran, sondern etwas breiter sind und
auf diese Weise Halt geben.
Die Schuhe selbst sind häufig aus festen Stoffen wie Leinen und kommen meist
leicht folkoristisch daher. Im Trend liegen Verzie-rungen mit Fransen, Bast,
Holzperlen, Muscheln oder Strohschleifchen. Und wo es im vergangenen Sommer
noch geglänzt und geglitzert hat, herrschen jetzt dezente Naturtöne vor.
Viele Modelle muten wie Handwerkskunst an", sagt Mönnich. Geflochtene
Sandalen oder Halbschuhe passen da genau ins Bild.
Nicht für jedes Bein geeignet sind so genannte Gladiatoren-schlappen. Die
sind dem Schuhwerk der alten Römer nachempfunden, ultraflach und natürlich
auch geschnürt - teils bis kurz unter das Knie", beschreibt Mönnich den
Trend. Kombinieren lassen sich diese Modelle hervorragend zu den im Sommer
angesagten Hosen, die als Bermuda, Dreiviertel oder anderen Längen getragen
werden. Eine weitere trendige Alternative für Anhänger flacher Sohlen sind
Mokassins.
Passend zum Naturlook feiern auch Holzclogs ein Revival. Sie kommen diesen
Sommer in ihrer klassischen Form daher, die dem schwedischen Original
nachempfunden ist. Holzabsätze sind allgemein eines der wichtigsten Themen
in diesem Sommer", sagt Dagmar Rees, Chefredakteurin des in Wiesbaden
erscheinenden Bran-chenmagazins SchuhMarkt" - egal ob klassischer Clog oder
damenhafte Pantolette. Zumindest die Pantolette dürfte aber noch aus dem
vergangenen Sommer im ein oder anderen Schrank stehen.
Gar nicht mehr gesellschaftsfähig sind hingegen die in den vergangenen
Sommern allseits beliebten Flipflops. Die trägt man lieber nur am Strand
oder im Freibad, wo sie eigentlich auch hingehören", sagt Elke Giese vom
Deutschen Modeinstitut in Frankfurt.
Wenn es schon ein Schuh mit Zehentrenner sein muss, dann sollte er ein
größeres Oberblatt haben. Dieses dürfe dann auch ein wenig farbenprächtiger,
sogar im orientalischen Stil verziert sein.
Aus dem Winter rettet sich der Westernstil in die warme Jahres-zeit hinüber.
Als so genannte Western Sabots - also hinten offene, meist flache Modelle -
sind sie auch bei wärmeren Temperaturen ein angemessenes Schuhwerk. Die
haben entweder den typisch leicht gebogenen Absatz, die klassische
Westernverzierung, oder sie sind extrem spitz", sagt Marktkennerin Dagmar
Rees. In ihrer extremsten Form weisen die Trendschuhe gleich alle drei
Westernmerkmale auf.
Bei den etwas feineren Pumps und Ballerinas neigt sich hingegen die Zeit der
extrem langen Spitzen dem Ende zu, prognostiziert das Schuhinstitut in
Offenbach. In den Kollektionen sind zunehmend rundere Modelle zu finden. Auf
leichten, teils transparenten Stoffen und in pastelligen Tönen finden sich
bei den Sommer-schuhen auch Blumendrucke wieder.
In
Sachen Turnschuhen haben die klobigen Basketballboots end-gültig ausgedient.
Die Sneaker werden jetzt schmaler und weicher und erinnern eher an Golf-,
Jagd- oder Tennisschuhe", sagt Dagmar Rees.
Auch an der Fußball-Welt-meisterschaft sind die Designer nicht vorbei
gekommen. Wahre Fans tragen ihr Bekenntnis zu einem Club oder einer Nation
auch am Fuß. Mal plump, mal dezent, aber immer deutlich haben die Designer
die Farben der Nationalflaggen auf die Schuhe gebracht. |