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Offenburg/Radolfzell
(dpa) - In Baden-Württemberg sind wieder die Narren los. Nach dem Ende der
zwölf heiligen Nächte" begann mit dem Ausruf s'got dgega" (Es geht dagegen")
am Dreikönigstag die Fastnacht für die Schwäbisch-Alemannischen Narrenzünfte.
Am Bodensee und in Oberschwaben wurde die fünfte Jahreszeit mit
Peitschenschlägen eingeleitet, an anderen Orten mit dem Abstauben der Masken.
Bis zum Aschermittwoch (1. März) führen die Narren im Land das Kommando.
Traditionell wurde
die Fastnacht im Südwesten bereits am Donnerstagabend von der
Althistorischen Narrenzunft in Offenburg eröffnet. Am Freitagvormittag
trafen sich die Narren in Radolfzell zum Männerfrühschoppen sowie in
Schwenningen und Immendingen zum Häsabstauben, das ursprünglich das Reinigen
der Kostüme bezeichnete.
Mit der
peitschenähnlichen Fasnetsgoißel eingeschnellt" wurde in Weingarten,
Meersburg und Pfullendorf. Die fünfte Jahreszeit wurde auch in Hornberg,
Rottweil, Triberg und Furtwangen gefeiert. In manchen Orten wurden
Fastnachtsbrunnen geschmückt. Bei Schnee und winterlichen Temperaturen
holten sich die Fastnachter vielerorts aber kalte Nasen. Gut hatten es die
Zünfte, die den Auftakt traditionell im Familienrahmen feierten.
Bis zum Höhepunkt
des närrischen Treibens, dem schmutzigen Dunschdig" am 23. Februar, gibt es
in den acht Fastnachts- Landschaften zwischen Neckar-Alb und Hochrhein mit
ihren 69 Zünften zahlreiche Veranstaltungen auf Straßen und in Sälen. Der
Ruf Narri, Narro" ist dann in aller Munde.
Am Donnerstag vor
Fastnacht werden in den Narrenhochburgen die Rathäuser gestürmt und Schüler
befreit sowie die Bürger mit Katzenmusik aus dem Schlaf geschreckt. Am
Aschermittwoch werden dann die Narrenbäume abgesägt und mit Wehklagen die
leeren Geldbeutel gewaschen. Die Fastnacht hat in Baden-Württemberg eine
mehrere Jahrhundert alte Tradition. |