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Berlin (dpa) - In der Zeit der
Fußball-WM gehen mehr Deutsche auf Reisen als von der Tourismusbranche
erwartet. Der Juni sei bisher der bestgebuchte Monat des Jahres. Das sagte
Klaus Laepple, Präsident des Deutschen Reiseverbandes (DRV), auf der
Internationalen Tourismus-Börse (ITB) in Berlin. Die Reiseveranstalter seien
von der Entwicklung angenehm überrascht". Bei der Vorstellung der
Sommerkataloge hatten mehrere Anbieter Befürchtungen geäußert, viele Kunden
könnten während der WM (9. Juni bis 9. Juli) auf das Reisen verzichten. Um
Gäste anzulocken, wurden vielfach Sonderaktionen etwa für allein reisende
Frauen gestartet und die Preise im Vergleich zu anderen Monaten günstiger
gestaltet. Die Aktionsangebote würden von den Urlaubern sehr gut angenommen,
sagte Laepple. Es trete der gleiche Effekt ein wie sonst im Karneval: Es
gibt Leute, die ganz bewusst dem ganzen Rummel entfliehen wollen." Bewusst
wegen des WM-Trubels in den Urlaub fahren wollen 4 Prozent der Deutschen.
Das hat die repräsentative Reiseanalyse der Forschungsgemeinschaft Urlaub
und Reisen (FUR) ergeben. Insgesamt beeinflusst die WM bei knapp jedem
Fünften (19 Prozent) in irgendeiner Weise das Reiseverhalten: 11 Prozent
verschieben den Urlaub auf einen Zeitpunkt vor oder nach der WM. Jeweils 2
Prozent machen wegen der WM gar keinen Urlaub oder nehmen frei, um die WM an
den Austragungsorten zu erleben. In der Summe sei der Einfluss der WM auf
den Tourismus damit nicht negativ, sagte der Tourismusforscher Prof. Martin
Lohmann.
Wer auf jeden Fall im Juni in
den Urlaub fahren möchte, sollte sich nach Einschätzung von DRV-Präsident
Laepple nicht zu viel Zeit bis zur Buchung lassen: Wenn die deutsche Elf
früh aus dem WM-Turnier ausscheiden sollte, werde es einen Run auf die
Urlaubsgebiete" geben. Flug- und Hotelkapazitäten könnten dann kurzfristig
eng sein.
Bestgebuchter Reisemonat des
Jahres dürfte der Juni allerdings nicht lange bleiben. Nach DRV-Einschätzung
werden die Buchungszahlen für die Sommerferien-Monate Juli und August noch
an ihm vorbeiziehen. |