15 July, 2008

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Schumachers Rekordsieg:  Alonso gerät ins Schwitzen

Michael Schumacher springt auf dem Podium als Sieger vor Freude in die Luft.

Magny-Cours (dpa) - Frankreich-König" Michael Schumacher ist im Renault-Land zu einem einzigartigen Formel-1-Rekord gerast und bringt den bislang siegessicheren Spitzenreiter Fernando Alonso im Kampf um den WM-Titel mächtig ins Schwitzen.

Als erster Pilot gewann der Ferrari-Star in Magny-Cours einen Grand Prix zum achten Mal und fügte seiner Erfolgsbilanz eine weitere eindrucksvolle Bestmarke hinzu. Durch seinen ungefährdeten Triumph beim Großen Preis von Frankreich vor seinem Renault-Rivalen Alonso, seinem Teamkollegen Felipe Massa und seinem Bruder Ralf im Toyota verkürzte der Rekord- Weltmeister vor den letzten sieben Saison-Rennen den Rückstand in der Fahrerwertung auf den Titelträger aus Spanien auf nur noch 17 Punkte.

Die Situation müssen wir nutzen, damit wir in den nächsten Rennen noch mehr Boden gut machen können und die Meisterschaft dann wirklich erst am Ende entschieden wird", sagte Schumacher kämpferisch und stellte fest: Das ist ein tolles Ergebnis, wir sind sehr, sehr glücklich." Im Glutofen von Magny-Cours behielt der 37 Jahre alte Schumacher einmal mehr kühlen Kopf. Zwei Wochen nach seinem dritten Saisonsieg und dem ersten Doppelerfolg des Jahres von Ferrari in Indianapolis nutzte der 37-Jährige die 68. Pole-Position seiner Karriere souverän und gab auf dem Circuit de Nevers" von Beginn an den Ton an.

Renault hatte wohl schon vorher aufgegeben. Wir hatten das ganze Wochenende Probleme, dafür ist es ein gutes Ergebnis", sagte Alonso. Wir wollten Massa überholen, um den Schaden zu begrenzen", gab Teamchef Flavio Briatore nach dem Rennen zu Protokoll. Bei Außentemperaturen von 35 Grad Celsius und Asphalt-Temperaturen von über 55 Grad war Schumachers 88. Karriere-Erfolg nie gefährdet. Nach der Demonstration der wieder gewonnenen Stärke könnte der Alonso- Vorsprung beim Großen Preis von Deutschland am 30. Juli in Hockenheim aber weiter schmelzen.

Beinahe hätte auch Ralf Schumacher seinem Bruder noch Schützenhilfe im WM-Kampf leisten können, denn der Toyota-Pilot fuhr nach drei Nullnummern trotz Problemen bei einem Boxenstopp noch auf Rang vier. Da habe ich zehn Sekunden verloren, aber so etwas kann passieren. Man kann erkennen, dass ein Aufwärtstrend da ist. Da macht es wieder mehr Spaß", sagte er. Auch Nick Heidfeld im BMW holte als Achter vor 84 000 Zuschauern noch einen WM-Zähler. Als 14. chancenlos war Nico Rosberg, der nach einem Motorwechsel am Williams nur von Position 19 startete.

Montoya-Ersatz Pedro de la Rosa aus Spanien fuhr in seinem zweiten Grand Prix überhaupt auf Rang sieben. McLaren-Mercedes-Stammfahrer Kimi Räikkönen wurde immerhin Fünfter. Im Kampf um Platz drei der Fahrerwertung holte der Finne damit wichtige Punkte, liegt mit 43 Zählern hinter dem zweiten Renault-Fahrer Giancarlo Fisichella (46) und einen Punkt vor Massa (42). Mit je 13 Punkten belegen Ralf Schumacher und Nick Heidfeld die Plätze neun und zehn. An der Spitze hat Alonso 96, Schumacher 79 auf dem WM-Punkte-Konto. In der Team-WM verkürzte Ferrari (121) den Rückstand auf Renault (142).

Nach Schumachers zweitem Sieg in Serie und seiner 150. Podiumsplatzierung ist der Kampf um den WM-Titel wieder offen. Vor allem weil sich Ferrari auf dem Reifensektor überraschend einen kleinen Vorteil verschafft hat. Bridgestone hat einen Super-Job gemacht", lobte Schumacher. Der französische Rivale Michelin dagegen konnte bei dem Hitzerennen über die 308,586 Kilometer seinen Heimvorteil nicht nutzen.

Zum dritten Mal in dieser Saison standen zwei Ferrari-Piloten in der ersten Startreihe. Nachdem Schumacher noch in Indianapolis von Massa überholt wurde, verteidigte er diesmal seine Position entschlossen. Sein Rivale Alonso kam am Brasilianer im Ferrari nicht vorbei, so zog Schumacher an der Spitze auf und davon. Auch nachdem das Spitzentrio im Runden-Rhythmus zum ersten Reifenwechsel kam, blieb Schumacher 11,2 Sekunden vor Alonso.

Nach Schumachers zweitem Boxenstopp in der 39. Runde lag Alonso vier Runden lang in Führung. Der Spanier blieb dann 9,6 Sekunden stehen, weshalb Schumachers Vorsprung bis zum letzten Tanken in der 56. Runde auf bald 35 Sekunden anwuchs. Während der Kerpener seine Führung behielt, kam der auf einer Zwei-Stopp-Strategie fahrende Alonso an Massa vorbei. Am Ende der 1:32,803 Stunden lag er 10,131 Sekunden hinter Schumacher.

 

 

Last modified on:07/07/2008

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