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Von
Jürgen Ruf
Offenburg (dpa) - Ivan Rebroff
würde ohne die für ihn typische russische Pelzmütze nie eine Bühne betreten.
Das unverwechselbare Erscheinungsbild des Sängers ist zu seinem
Markenzeichen geworden. Dazu gehören auch ein schwerer Pelzmantel und der
gepflegte Vollbart ebenso wie eine starke Stimme. Am 31. Juli wurde Ivan
Rebroff nun 75 Jahre alt. Ich habe die russische Seele nach Deutschland
gebracht", sagt Rebroff.
Der schwergewichtige Bassbariton, der über einen Stimmenumfang von
viereinhalb Oktaven verfügt, hat sich schon früh auf russische Folklore
spezialisiert. Mit Erfolg: Im hart umkämpften internationalen Musik- und
Showgeschäft ist Rebroff als singender Russe seit fast 40 Jahren eine feste
Größe. Ich bin in Deutschland und in vielen anderen Ländern der Welt der
bekannteste Russe. Obwohl ich nie in Russland gelebt habe", sagt Rebroff.
Wenn ich einmal reich wär'" - das Lied des Milchmanns Tevje aus dem Musical
Anatevka" machte ihn 1968 schlagartig berühmt. Knapp 1500 Mal in Folge stand
er seit dem Erfolg im Pariser Theater Olympia" in dieser Rolle auf der Bühne,
die ersten 500 Aufführungen sang er vor ausverkauftem Haus.
Nach diesem ersten Erfolg feilte Rebroff an seinem Image. Er absolvierte als
Solist Tourneen rund um den Globus, gab fast 8000 Konzerte und machte sich
einen Namen als Ein-Mann-Kosakenchor. Im deutschen Fernsehen wurde er zum
Dauergast. Im Laufe seiner Karriere erhielt Rebroff weltweit 50 Goldene
Schallplatten und eine Platinplatte. 1986 wurde er für seine Verdienste um
die Völkerverständigung mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Geboren
wurde Rebroff 1931 im Berliner Bezirk Spandau, mit bürgerlichem Namen heißt
er Hans-Rolf Rippert. Um seine Herkunft und um die Familie ranken sich
Legenden. Die Mutter war angeblich Russin, der Vater ein hessischer
Ingenieur mit russischen Vorfahren. 1953 legte sich Rippert den
Künstlernamen Rebroff zu. Er orientierte sich dabei nach eigenen Angaben an
einem großen Sänger des Moskauer Bolschoi-Theaters. Der Anlass für den
Künstlernamen: Nach Gesangs- und Schauspielunterricht sowie einem
Gesangsstudium an der Staatlichen Musikhochschule in Hamburg wurde Rippert
Mitglied eines Schwarzmeer-Kosakenchors.
Mit diesem unternahm der gebürtige Berliner ausgedehnte Tourneen, die seine
späteren Erfolge als russischer Folklore-Sänger vorbereiteten. Dazwischen
war Rebroff an der Oper in Gelsenkirchen und in Frankfurt engagiert. Der
große Durchbruch im Opernfach, auf den er gehofft hatte, blieb ihm jedoch
versagt.
Heute blickt Rebroff mit Genugtuung zurück. Ich bin stolz auf das, was ich
erreicht habe", sagt er. Der deutsche Sänger sieht sich selbst als
Weltenbummler. Auf seiner ersten Russlandtournee 1988, die er unter die
Zeichen Glasnost und Perestroika" stellte, sei er begeistert empfangen und
vom Publikum gefeiert worden.
Rebroff, der fünf Sprachen fließend spricht, geht nach eigener Aussage
weiter mit ungebrochener Energie an die Arbeit. Alter sei keine Frage der
Jahre, sondern der Einstellung. Das größte Geschenk meines Lebens ist meine
Stimme", sagt er. Pro Jahr tritt er noch immer bei rund 200 Konzerten auf.
Derzeit ist er auf Europa-Tournee. Ivan Rebroff erfreut sich unverändert
großer Beliebtheit", sagt Irma Weber. Die 66-Jährige, die vom badischen
Offenburg die Geschäfte Rebroffs steuert, ist seit 40 Jahren die Managerin
des Sängers.
Inzwischen hat Rebroff klassisch-sakrale Musik für sich entdeckt. Seine
Konzerte finden inzwischen überwiegend in Kirchen statt. Auf seine Pelzmütze
verzichtet Rebroff auch hier nicht. Seinen Geburtstag hat der überzeugte
Junggeselle auf der griechischen Sporaden-Insel Skopelos gefeiert, wo er
auch seinen Wohnsitz hat. Bereits zu seinem 60. Geburtstag ist Rebroff von
der kleinen Inselgemeinde zum Ehrenbürger ernannt worden.
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