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Von
Claudia Stener
Prag (dpa) - In Prags Altstadt
haben hungrige und durstige Passanten die Qual der Wahl: Viele Kneipen,
Cafés und Restaurants werben um ihre Gunst. Insgesamt gibt es rund 3000
Lokale in der tschechischen Hauptstadt.
Ausländer, die gerne die deftige böhmische Küche probieren möch- ten, müssen
zwar etwas suchen. Oft findet man aber etwas abseits einfache Lokale mit
köstlicher, bö mischer Küche zu günstigen Prei- sen.
Die traditionelle tschechische Küche ist mit der süddeutschen und der
österreichischen verwandt. Es dominieren Fleischgerichte. In fast jedem
Lokal steht daher Ve pro-knedlo-zélo" auf der Karte - Schweinebraten mit
Knödeln und Kraut. Ein absolutes Probier-Muss ist auch Svícková. Der mehrere
Tage marinierte Lendenbraten aus Rind- fleisch wird meist mit einer Zitro-
nenscheibe, Schlag sahne und Prei- selbeeren, reichlich Gemüse-Sahne-Soße
und in Scheiben geschnit- tenen Knödeln serviert.
Oft wird vor dem Hauptgericht noch eine Suppe gegessen. Die wohl älteste
böhmische Suppe ist die Knoblauchsuppe. Sie gilt als ideales Katerfrühstück.
Und das wird auch in Tschechien ab und an gebraucht - sind die Tschechen mit
einem jährlichen Pro-Kopf-Ver- brauch von 162 Litern doch Welt- meister im
Bierkonsum. Unter schieden wird zwischen dem dunklen und starken Porter, dem
min- destens 13-prozentigen Spezial, dem Lager sowie Schank- und Leichtbier
mit maximal sieben Prozent Alkoholgehalt. Es gibt in Tschechien rund 50
industrielle und etwa 20 Kleinstbrauereien.
Eine bekannte Bierstube ist Zum Goldenen Tiger" (Uzlatého tigra). In der
urigen Wirtschaft waren schon der ehemalige tsch chische Präsident Václav
Havel und sein US-Kollege Bill Clinton zusammen ein Bier trinken. Zum Essen
sind aber auch tschechi sche Weine beliebt, wer sie kennen lernen möchte,
kann dies im Haus der tschechischen Weine in der Prager Altstadt (ww w.dum
vin.cz) tun.
Ganz ohne Alkohol trifft man sich dagegen in den Caféhäusern der Stadt, ohne
die das literari- sche Prag der Jahrhundertwende nicht denkbar wäre. Einige
davon haben den Wandel der Zeit über- lebt. Eines der bekanntesten Cafés ist
das Slavia" am Ufer der Moldau gegenüber dem Natio- nalthea ter. Das mehr
als 200 Jahre alte Café war während der sowje tischen Okku pation ein Treff
punkt oppositioneller Gruppen - die Unterzeichner der Charta 77 trafen sich
hier, unter ihnen der spätere Präsident Havel. Das histori sche Café wurde
1992 geschlossen und nach Protes ten 1997 renoviert wieder eröffnet.
In
einem prächtigen Jugendstilgebäude untergebracht ist das Café im
Repräsentionshaus, das Ka- várna Obecní dum" (ww w.o becni-dum.cz). Das Café
Louvre" in der Nationalstraße ist eine Prager Inst tution. Hierher kamen
schon der Reporter Egon Erwin Kisch und auch Albert Einstein.
Auch in bekanten Gour met-Tem peln wie dem Restaurant Parnas"
(www.restaurantpar- nas.cz) gibt es neben der internatio- nalen Küche
typisch tschechische Gerichte. Aller dings bezahlen die Gäste nicht nur für
das köstliche Essen und das schicke Ambiente, sondern auch für den Blick auf
die Moldau und den Hradschin, die Burg.
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