30 June, 2008

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Pflegende Angehörige sollten Kurse besuchen

Bremen (dpa) - Pflegende Angehörige von Senioren sollten nach Möglichkeit vorbereitende und begleitende Kurse besuchen.

Wichtig ist es, diese sowohl zum Erlernen von Pflege-Grundkenntnissen als auch zur eigenen seelischen Entlastung zu nutzen.

Das sagte Prof. Stefan Görres , Alterns- und Pflegeforscher an der Universität Bremen, in einem dpa/gms-Gespräch. Es geht bei der Pflege ja ums Heben und Pflegen, aber auch um emotionale Belastungen." Kurse werden etwa von Krankenkassen oder von ambulanten Pflegediensten angeboten.

Man muss zum Beispiel hygienische Kenntnisse haben und damit umgehen können, wenn jemand inkontinent geworden ist", erläutert Görres. Auch Kenntnisse über das richtige Lagern von Menschen, so dass es nicht zu Druckstellen kommt, über die Gabe von Medikamenten oder über das richtige Mobilisieren seien wichtig. Das beherrscht man meistens nicht." Viele Angehörige tappen hier laut Görres dennoch in die Falle, weil sie annehmen, dass sie es können.

Mindestens ebenso gravierend wie die körperlichen sind nach Görres' Worten die seelischen Belastungen, denen pflegende Angehörige häufig ausgesetzt sind. Viele berichteten, sie würden den Menschen, den sie zu versorgen haben, überhaupt nicht wieder erkennen. Bei den Kursen haben sie die Möglichkeit, sich über solche Belastungen auszutauschen und auch darüber, wie andere bestimmte Probleme lösen."

Auch das Einnehmen von Distanz zum Angehörigen lasse sich dabei lernen: Das kann bedeuten, ihn mal für zwei Wochen in die Kurzzeitpflege zu geben", erläutert Stefan Görres. Wer als Pflegender auf jegliche Unterstützung verzichtet, laufe eher Gefahr, selbst krank zu werden und dadurch im schlimmsten Fall dem Angehörigen nicht mehr helfen zu können. Über die örtlich angebotenen Kurse kann neben den Anbietern selbst laut Görres oft auch der Hausarzt informieren.

 

 

Last modified on:01/14/2008

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