05 August, 2008

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Paris behauptet sich als Mode-Hauptstadt

Pret-a-Porter-Modeschauen in Paris : Ein Model präsentiert eine Kreation von Jean Charles De Castelbajac.

Paris (dpa) - Paris hängt alle ab. Nach einer großartigen Schauenwoche der Prêt-à-Porter-Kollektionen der Damen für den Herbst/Winter 2006/2007 ist die französische Hauptstadt nun wieder die unangefochtene Residenz der Kreativen.

Kommt die Rede auf die langjährige Konkurrentin Mailand, winken Insider gähnend ab: Zu langweilig". New York? Zu kommerziell". London scheint im Kommen zu sein, muss aber nach schwachen Jahren seine schöpferischen Kräfte bündeln. In Paris jedoch tobt das modische Leben. Bei den fast 90 offiziellen und zahlreichen inoffiziellen Präsentationen zeichnete sich eine Vielfalt modischer Trends ab: Die sachlich und daher modern wirkende Interpretation der 80er Jahre, neue Bedecktheit und Eleganz statt offener Sexyness, Gothic"-Grusel als Trend sowie eine Richtung mit Rockstar-Allüre. Neben den Supermännern" Karl Lagerfeld, John Galliano, Marc Jacobs und Jean Paul Gaultier haben sich stille Stars fest etabliert. Namen wie Olivier Theyskens (Rochas), Alber Elbaz (Lanvin) oder Nicolas Ghesquière (Balenciaga) und Jean Charles De Castelbajac gelten längst als Zugpferde im großen Rennen der Modestädte.

Einer der jüngeren Stars ist leider nicht mehr dabei. Die Britin Phoebe Philo, die das Label Chloé zur führenden Trendmarke junger Frauen gemacht hat, hat sich zurückgezogen, um sich intensiver um ihr Baby zu kümmern. Mit großer Spannung wurde die nun von Philos Team kreierte Kollektion erwartet. Und nach der Schau herrschte Erleichterung. Tunika-Oberteile zu Shorts, kurze Röcke mit blickdichten Strümpfen und jungenhaft wirkende Overalls ergaben einen anziehenden Schick, der an New Yorker Künstler-Ateliers erinnerte. Hinzu kamen kunstvolle Kleider in Weiß, aus kreisrunden Blüten zusammengeheftet. Zart die Farbpalette: Vanillegelb, helles Grau und Beige sowie pudriges Rosé mit schwarz-weißer Salz-und-Pfeffer-Optik als Kontrast.

Jean Paul Gaultier, der seine eigene Kollektion als düsteres Feenmärchen inszeniert hatte, hielt sich bei seinen Entwürfen für das Luxushaus Hermès an tadellose Eleganz als Motto. Schräg geknöpfte Jacken in Schwarz zu Reiterhosen und hochschaftigen Stiefeln, Pelzcapes mit Fellkragen zu fließenden Marlene-Hosen und superweiche Strickpullover mit hohem Fellkragen ergaben den Look einer selbstbewussten schönen Lady. Hinzu kamen folkloristische Anklänge mit Norwegerjacken und chinesisch anmutendem Seiden-satin.

Der sardische Designer Antonio Marras, der für Kenzo entwirft, erhob die Geschichte der chinesischen Prinzessin Turandot zum Leitbild. In seiner Version bevorzugt die Tochter des Kaisers einen Stilmix aus Ost und West, glänzenden Kimonos und britischem Schulmädchenstil. Ein Cape kombinierte Marras zum lodengrünen Schottenrock mit chinesischen Blütenmotiven in leuchtendem Rot, ein grauer Jeans-Parka glänzte mit Goldstickereien. Am Ende ließ er weiße Blüten auf den Laufsteg regnen, während sich die Models um einen großen Kirschblütenbaum versammelten. Ein zauberhaftes Finale für diese an Inspirationen reichen Modewoche in Paris.

 

 

Last modified on:07/07/2008

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